Überbrückungshilfen

Corona-Hilfe in NRW: Wer bekommt jetzt Geld vom Staat?

Gastronomen - wie etwa hier im Bermudadreieck in Bochum - kriegen Corona-Hilfen vom Staat.
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Gastronomen - wie etwa hier im Bermudadreieck in Bochum - kriegen Corona-Hilfen vom Staat.

Der November ist für viele Gastronomen, Künstler und Co. ein Monat ohne Einnahmen. Der Staat hat Corona-Hilfen versprochen. Aber wer bekommt das Geld?

Dortmund - Fehlende Einnahmen und die Angst vor einer Verlängerung des Mini-Lockdowns machen den November 2020 für Gastronomen und Künstler in NRW zum Corona-Horror-Monat. Doch nicht nur dieser Wirtschaftszweig ist von den Corona-Maßnahmen betroffen - auch Lieferanten hängen zum Beispiel daran. Aber wer bekommt die Corona-Hilfen des Staates - und wie viel Geld bekommen Betroffene?

Corona-Überbrückungshilfe fürUnternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen
Betroffener MonatNovember 2020
BundesfinanzministerOlaf Scholz (SPD)

Corona-Geld für vom Lockdown betroffene Betriebe - Gastronomen und Co. bekommen Hilfe

Fest steht: Voraussichtlich zehn Milliarden Euro fließen vonseiten des Staates an die Betroffenen des Corona-Mini-Lockdowns. Geld bekommen die direkt von den temporären Schließungen betroffene Unternehmen, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen. Voraussetzung ist, dass sie auf der Grundlage der Beschlüsse von Bund und Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten.

Auch wenn Hotels noch Geschäftskunden beherbergen dürfen, zählen sie trotzdem zu den direkt betroffenen Betrieben und haben einen Anspruch auf das Geld des Staats.

Corona-Hilfen auch für indirekt betroffene Firmen im Mini-Lockdown

Auch indirekt vom Lockdown-Light betroffene Firmen, etwa Lieferanten von geschlossenen Kneipen, bekommen finanzielle Unterstützung aus der öffentlichen Hand. Voraussetzung ist aber, dass sie „nachweislich und regelmäßig“ 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungen betroffenen Unternehmen erzielen.

Video: Corona-Angst im Gastgewerbe: Großdemo in Berlin

Für jede Woche des Lockdowns bekommen geschlossene Betriebe Geld vom Staat. Die Höhe der Corona-Hilfen orientiert sich am Verdienst aus demselben Zeitraum in 2019. Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließungen in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt - allerdings bis zu einer Obergrenze von einer Million Euro.

Soloselbstständige mit Sonderregelung bei Corona-Hilfsgeldern

Aber was passiert mit Selbstständigen, die im November 2019 gar keine Einnahmen hatten, etwa weil sie in jenem Monat keine Aufträge bekamen? In diesem Fall wird der durchschnittliche Wochenumsatz im Jahre 2019 für die Berechnung der Corona-Hilfen zu Grunde gelegt.

Wer seinen Betrieb im November 2019 noch gar nicht geöffnet hatte, der bekommt als Corona-Hilfe den durchschnittlichen Wochenumsatz im Oktober 2020 oder den durchschnittlichen Wochenumsatz seit Gründung als Hilfszahlung - je nach Wunsch.

Staatliche Leistungen werden auf Corona-Hilfsgelder angerechnet

Andere staatliche Leistungen, die für den Förderzeitraum November 2020 gezahlt werden, werden auf die Corona-Hilfen angerechnet. Das gilt vor allem für Leistungen wie Überbrückungshilfe oder Kurzarbeitergeld.

Manche Betriebe erzielen trotz Lockdowns im November aber dennoch Umsätze. Auch für diesen Fall hat die Bundesregierung eine Regelung auf den Weg gebracht. Die Einnahmen im Lockdown werden bis zu einer Höhe von 25 Prozent des Vergleichsumsatzes nicht angerechnet.

Corona-Gelder im November 2020: Sonderregelung für Restaurants

Eine Sonderregelung gilt für Restaurants: Haben sie im November 2019 auch Speisen to-go angeboten, werden diese Einnahmen nicht für die Berechnung der jetzigen Hilfsgelder angerechnet. Als Ausgleich dürfen Restaurants im aktuellen To-Go-Geschäft so viele Einnahmen erzielen, ohne dass diese einen negativen Einfluss auf die Höhe der Hilfsgelder haben. So soll das Geschäft mit der Lieferung von Speisen angekurbelt werden (hier mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).

Die Corona-Gelder können in den nächsten Wochen online beantragt werden. Dafür wurde eine Online-Plattform erstellt. Die elektronische Antragstellung muss hierbei durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer erfolgen. Die Auszahlung soll über die Überbrückungshilfe-Plattform durch die Länder erfolgen.

Für Soloselbständige, die nicht mehr als 5000 Euro Förderung beantragen, entfällt die Pflicht zur Antragstellung über einen prüfenden Dritten. Sie werden unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt sein.

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