Armin Laschet spricht Klartext

Noch vor dem Corona-Gipfel: Laschet verkündet erste Entscheidungen für NRW

Am Montag (22. März) steht der nächste Corona-Gipfel von Bund und Ländern an. Gibt es Öffnungen? NRW verkündet schon die erste Entscheidung.

Düsseldorf - Deutschland fiebert dem nächsten Bund-Länder-Gipfel entgegen. Am Montag (22. März) treffen sich Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, um Corona-Maßnahmen abzustimmen. Die Aussichten sind allerdings denkbar schlecht, gibt nun auch das Land NRW zu. „Es kann ab dem 22. März keine weiteren Öffnungen geben“, sagte Laschet am Freitag (19. März) in einer Sondersitzung des Landtags.

BundeslandNRW
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
Corona-Inzidenz am 19. März96,4

Corona in NRW: Armin Laschet will keine Lockerungen am 22. März

Die Landesregierung gehe aktuell davon aus, dass die Inzidenz in NRW in den kommenden Tagen wieder die 100er Marke überschreiten werde. Welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien, wolle Armin Laschet bei der Ministerpräsidentenkonferenz besprechen. Lockerungen sollen es aber offenbar nicht sein.

Die Minister der Länder hatten bei ihrem letzten Treffen am 3. März festgelegt, dass beim Bund-Länder-Gipfel am 22. März über weitere Öffnungsschritte und Perspektiven für die Branchen Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels beraten werde.

Corona-Trend in NRW spricht gegen Lockerungen ab dem 22. März

Das ganze soll laut Beschlussfassung vom 3. März „im Lichte der Infektionslage unter Berücksichtigung der angelaufenen Teststrategie, des Impfens, der Verbreitung von Virusmutanten und anderer Einflussfaktoren“ geschehen.

In Sachen Infektionslage ist der Trend in NRW klar: Seit Mitte Februar steigt NRW-weit die 7-Tages-Inzidenz kontinuierlich an. Lag sie am 13. Februar noch bei einem Wert von 55,8, stieg dieser Wert am 18. März auf 96,4. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Corona-Testzentren in ganz NRW - Inzidenz steigt

Unterdessen haben im ganzen Land Testzentren eröffnet, zudem verkaufen erste Einzelhändler Selbsttests. Die Schulen in NRW erhalten bis zu den Osterferien 1,8 Millionen Schnelltests. Es wird also deutlich mehr getestet, als noch beim vergangenen Bund-Länder-Gipfel. Das dürfte auch ein Faktor sein, der die Inzidenz-Werte steigen lässt.

Unterdessen breitet sich im gesamten Land die britische Mutation des Coronavirus aus. Sie soll sich laut Angaben der Stadt Dortmund insbesondere unter jungen Menschen im Alter zwischen 0 und 19 rasant ausbreiten. Die Rede ist von einer „zunehmenden Durchseuchung“.

NRW will ab dem 29. März bei Hausärzten und Gynäkologen gegen Corona impfen

Und dann ist da ja noch das Thema Impfen. Vier Tage musste NRW aufgrund gehäufter Thrombose-Fälle auf den Impfstoff von Astrazeneca verzichten. Seit Freitag (19. März) wird jedoch wieder geimpft. Zudem plant das Land am 29. März den Start einer Pilotphase mit 150.000 Corona-Impfungen bei Hausärzten und Gynäkologen. Am 19. April soll dann flächendeckend bei Hausärzten im ganzen Land geimpft werden.

Die Ausgangslage für den Bund-Länder-Gipfel am 22. März ist also nicht ganz einfach. Bis zu den Beschlüssen am Montag werde NRW keine Änderungen in der Coronaschutzverordnung für mögliche Öffnungen geben, hieß es dazu am Donnerstag (18. März) von der Landesregierung.

Coronaschutzverordnung von NRW stellt Öffnungen ab dem 22. März in Aussicht

Die aktuelle Coronaschutzverordnung von NRW stellt in Aussicht, dass zum 22. März 2021 weitere Öffnungen etwa in der Außengastronomie, von Theatern, Konzert- und Opernhäusern und Kinos sowie im Sport möglich sein könnten, wenn die 7-Tages-Inzidenz stabil oder sinkend in Nordrhein-Westfalen unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern pro Woche liegt. Das ist aktuell eindeutig nicht der Fall.

Laschet machte am Freitag klar, dass die von Bund und Ländern vereinbarte Notbremse im Fall stark steigender Infektionszahlen in NRW landesweit angewendet werde. Das sei der Fall, wenn der Inzidenzwert in NRW an drei Tagen in Folge die Marke von 100 überschreite.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa (Archiv)

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