Weißer Rauch nach MPK

Corona-Gipfel: Alle neuen Beschlüsse von Bund und Ländern im Überblick

Die Gastronomie zittert vor neuen Corona-Regeln. 2G-Plus droht. Doch auch für andere Bereiche kommt es zu Anpassungen.

Update, Freitag (7. Januar), 16.27 Uhr: Berlin – Jetzt steht es fest: In der Gastronomie wird die 2G-Plus-Regel eingeführt. Das hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Nachmittag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Außerdem gilt ab jetzt, dass geboosterte Menschen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, von der Quarantäne ausgenommen sind. Alle anderen können nach 10 Tagen die Quarantäne verlassen, wenn keine Symptome mehr bestehen. Das sind die Beschlüsse in der Übersicht:

  • 2G-Plus in der Gastronomie: Wer ein Restaurant oder ein Café besuchen will, muss künftig nicht nur geimpft oder genesen sein, sondern muss zusätzlich einen negativen tagesaktuellen Corona-Test vorweisen können. Geboosterte sind von dieser Regel ausgenommen.
  • Quarantäne: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie werden die Quarantäne für Kontaktpersonen und die Isolierung Infizierter verkürzt und vereinfacht. Kontaktpersonen werden von der Quarantäne ausgenommen, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen sind oder frisch genesen. Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher freitesten lassen.

Corona-Gipfel: Bundesländer sind für eine Impfpflicht

Bund und Länder unterstützen eine allgemeine Corona-Impfpflicht in Deutschland. „Alle 16 Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben sich dazu bekannt, dass sie für eine allgemeine Impfpflicht sind“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). „Ich fühle mich da maximal unterstützt.“

Der Bundestag werde dazu demnächst beraten. Es sei gut, wenn am Ende der Debatte eine allgemeine Impfpflicht stehe. Scholz sagte, die Impfkampagne habe zwar Fortschritte gemacht. Doch es gelte nach wie vor: „Die Impfquote in Deutschland ist unverändert nicht sehr hoch.“ Am 24. Januar kommen der Bundeskanzler und die Länderchefs erneut zusammen.

Corona-Gipfel: Regeln für die Gastronomie werden verschärft

Update, Freitag (7. Januar), 16 Uhr: Die Corona-Regeln für die Gastronomie werden verschärft. Das geht aus diversen Medienberichten hervor. Die 2G-Plus-Regel gilt demnach für Zweifach-Geimpfte. Personen, die eine Booster-Impfung bekommen haben, sind von der Regel ausgeschlossen. Ab wann? Das steht noch nicht fest.

EreignisCorona-Gipfel / Ministerpräsidenten-Konferenz
ThemaCorona-Pandemie
WannFreitag, 7. Januar

Erstmeldung, Freitag (7. Januar), 14 Uhr: Olaf Scholz (SPD), NRW*-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und die anderen Länderchefs der Bundesländer treffen sich heute (Freitag, 7. Januar) zum Corona-Gipfel. RUHR24* liegt die Beschlussvorlage für möglich angepasste Corona-Regeln vor.

Corona-Gipfel: Restaurants und Cafés müssen sich auf 2G-Plus einstellen

Was könnte angepasst oder verändert werden? Die Gastronomie muss sich wohl auf eine Regelverschärfung einstellen. Wahrscheinlich tritt ab dem 15. Januar (Samstag) für Restaurants und Cafés die 2G-Plus-Regel in Kraft. Allerdings nicht für jeden.

Menschen, die bereits zum dritten Mal gegen Covid-19 geimpft worden sind, brauchen dann wohl keinen Test. Menschen, die noch keine Booster-Impfung bekommen haben, müssen sich testen lassen – für sie soll dann 2G-Plus gelten (mehr News zu Corona in NRW* bei RUHR24).

Zudem sollen Arbeitgeber konsequent Homeoffice anbieten. Das Tragen einer FFP2-Maske wird in Innenräumen dringend empfohlen.

Corona-Gipfel: Quarantäne-Regel soll angepasst werden

Auch bei den Quarantäne-Regeln soll es zu Änderungen* kommen. Bisher gilt laut Beschlussvorlage für Kontaktpersonen eine Quarantänepflicht von 14 Tagen. Diese konnte bislang nicht durch einen negativen Test beendet werden.

Geboosterte Menschen müssten demnach als Kontaktperson künftig nicht mehr in Quarantäne. Für alle anderen soll sie nach bereits 10 Tagen enden. Erkrankte und Kontaktpersonen können sich nach frühestens sieben Tagen durch einen PCR- oder Antigenschnelltest freitesten lassen.

Mitarbeiter von Krankenhäuser, Pflegeheimen oder ähnlichen Einrichtungen können nach einer Erkrankung via PCR-Test aus der Isolation gelassen werden. Vorausgesetzt, sie sind 48 Stunden lang symptomfrei.

SchülerInnen und Kita-Kinder können sich nach fünf Tagen mit PCR- oder Antigenschnelltest* freitesten lassen. Bei den Antigenschnelltests muss es sich um zertifizierte und nachweisbare Tests handeln.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will die Impfpflicht forcieren.

Corona-Gipfel: Hendrik Wüst (CDU) will Impfpflicht forcieren

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußerte sich im Vorfeld des Corona-Gipfels zum Thema Impfpflicht. „Ich glaube, da ist die Regierung in Berlin jetzt gefordert, Klärung herzustellen, einen Entwurf vorzulegen“, so der NRW-Politiker gegenüber dem Sender Phoenix. Es sei wichtig, vorausschauend zu agieren. Eine Vorbereitung auf die Impfpflicht gehöre dazu.

Allerdings: Die Impfpflicht wird heute wohl kein Thema sein. Wahrscheinlich soll es Ende Januar eine sogenannte „Orientierungsdebatte“ dazu geben, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Die Impfungen sollen derweil weiter gehen und intensiviert werden. Das Ziel, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), sei eine Auffrischungsimpfung für weitere 13 Millionen Menschen. Das Resultat wäre, dass 80 Prozent der aktuell doppelt Geimpften auch geboostert wären. „Dann hat es Omikron schwer“, so Lauterbach gegenüber dem RND. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © John Macdougall/afp/Oliver Berg/dpa; Collage: RUHR24

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