SPD-Politiker

Karl Lauterbach prognostiziert baldiges Corona-Ende – mit Bedingung

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ruft zum Impfen auf.

Karl Lauterbach (SPD) glaubt an das baldige Ende der Corona-Pandemie. Allerdings muss dafür besonders eine Voraussetzung gegeben sein.

NRW – Wann ist die Corona-Pandemie endlich vorbei? Obwohl besonders Geimpfte bereits zahlreiche Freiheiten genießen, ist die Pandemie allgegenwärtig und es gibt noch immer zahlreiche Corona-Schutzmaßnahmen – beispielsweise die Maskenpflicht. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat nun verkündet, dass ein realistisches Corona-Ende in Sicht ist. Allerdings nur unter einer Voraussetzung.

PandemieCovid-19-Pandemie
ErregerSARS-CoV-2 (Coronavirus)
Erster Nachweis31. Dezember 2019

Karl Lauterbach prognostiziert Corona-Ende im Frühjahr 2022 – unter einer Bedingung

Karl Lauterbach rechnet mit einem Pandemie-Ende im Frühling 2022. Allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen. Besonders die Entwicklung der Corona-Mutanten spiele dabei eine entscheidende Rolle: „Die Pandemie wird – falls es keine gefährlichere Variante gibt – im späten Frühjahr 2022 vorbei sein“, so Lauterbach gegenüber der WAZ.

Gleichzeitig warnte der Gesundheitsexperte aber auch vor einer zu niedrigen Impfquote im Winter: „Wir werden (...) einen schweren Winter haben, wenn wir nicht die nötige Impfquote erreichen. Bei den Erwachsenen müssen ungefähr 85 Prozent geimpft sein“, sagte er (mehr Nachrichten zum Coronavirus in NRW bei RUHR24 lesen).

Dazu würden derzeit noch etwa fünf bis zehn Prozentpunkte fehlen, so der SPD-Politiker. „Ohne diesen Teil der Bevölkerung läuft die Pandemie immer weiter. Ohne einen Schub bei den Impfungen werden wir über Monate hinweg immer wieder Fälle – auch schwere Fälle – sehen.“ Schutzmaßnahmen wie etwa die Maskenpflicht würden deshalb auch nicht einfach beendet werden können.

RKI räumt mögliche Fehler beim Erfassen der Impfquote ein – Lauterbach reagiert

Aber: Zu welchem Zeitpunkt das Interview mit dem Gesundheitsexperten geführt wurde, ist nicht bekannt. Denn: Erst vor wenigen Tagen hatte das RKI in einem Bericht eingeräumt, dass es möglich sei, dass die offizielle Impfquote in Deutschland monatelang unterschätzt wurde, da nur etwa die Hälfte der Betriebsärzte die Impfungen über eine Web-Anwendung melde.

Demnach nehme das RKI derzeit an, dass in Deutschland bereits bis zu 84 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft sind und bis zu 80 Prozent bereits die zweite Dosis erhalten haben (Stand: 5. Oktober). Das wären vier bis fünf Prozentpunkte mehr als bisher nach offizieller Statistik bekannt ist.

Die Fehler beim Erfassen der Impfquote werden hart kritisiert. Lauterbach hält die derzeitige Diskussion um RKI-Chef Wieler jedoch für unangebracht, so der Politiker im „Bericht aus Berlin“ in der ARD. Es gebe derzeit wichtigeres – zum Beispiel „ein Aufflammen der vierten Welle“ unbedingt zu verhindern.

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