Schutz vor Covid-19

Corona-Studie aus NRW: Wer sich im Herbst die Impf-Auffrischung holen sollte

Mehr als die Hälfte aller Menschen in NRW sind bereits vollständig geimpft. Ärzte aus Essen gehen jedoch davon aus, dass dieser Schutz nicht lange halten wird.

Essen – Wenn die Letzten gerade durchgeimpft sind, können die Ersten bereits zur nächsten Impfung antreten. Das erwarten Experten des Uniklinikums in Essen. In einer neuen Studie zum Coronavirus wollen sie nun klären, wie nötig jemand eine dritte Impfung im Herbst hat. Denn das hängt von mehreren Faktoren ab.

ErregerCoronavirus (Sars-CoV-2)
KrankenhausUniklinik Essen
ImpfungBooster gegen Delta-Variante

Corona NRW: Forscher der Uniklinik Essen arbeiten an Studie zu dritter Impfung im Herbst 2021

In Nordrhein-Westfalen sind aktuell rund 9,5 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Rund 11,6 Millionen Einwohner warten noch auf ihre Zweitimpfung. Und derzeit ist mehr Impfstoff verfügbar, als überhaupt nachgefragt wird.

Doch das könnte sich bald ändern. Denn die Ärzte der Uniklinik Essen gehen davon aus, dass dieser vollständige Schutz nur von kurzer Dauer sein könnte. In einer neuen Studie testen sie nun unter anderem an 100 Feuerwehrleuten, wie lange die Antikörper nach der Impfung nachweisbar sind.

Corona-Impfung in NRW: Ältere Menschen könnten von Auffrischungs-Impfung profitieren

Abschließende Ergebnisse gebe es noch nicht, teilt das Uniklinikum Essen auf Anfrage mit. Es werde noch weiter untersucht. Die vorläufigen Daten geben aber bereits einen Hinweis darauf, wohin die Reise bei den Corona-Impfstoffen gehen könnte.

Der WAZ sagte Professor Dr. Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen, dass insbesondere ältere Menschen im Herbst wieder eine Auffrischung der Impfung brauchen. Darauf würden auch Daten aus der Partner-Uni in Wuhan (China) hindeuten. Dort war Sars-CoV-2 Ende 2019 erstmals nachgewiesen worden.

Forscher der Uniklinik Essen testen die Wirksamkeit der Corona-Impfung.

Corona-Impfung: Antikörper laut Uniklinik Essen mehrere Monate nachweisbar

Und die 100 Feuerwehrleute? Sie alle hatten sich als Rettungskräfte mit täglichem Kontakt zu potenziell Corona-Infizierten schon Ende Dezember 2020 impfen lassen. Jetzt haben die Forscher am Uniklinikum Essen nachgeschaut, wie es um ihren Impfschutz steht.

Die gute Nachricht: Sieben Monate später waren laut dem Bericht noch Antikörper im Blut nachweisbar. Je höher das Alter der Person und der zeitliche Abstand zu Impfung, umso stärker nehmen diese jedoch ab.

Delta-Variante: Unklar, wie viele Corona-Antikörper nötig sind

Unklar ist jedoch weiterhin, wie viele Antikörper es braucht, damit Rettungskräfte und Normalbürger noch vor einer Covid-19-Erkrankung geschützt sind. Insbesondere mit Blick auf die neue Delta-Variante des Coronavirus.

Diese sei „ein neuer Gegner“, sagte Dittmer der WAZ. Der Körper erinnere sich jedoch auch an die Erreger, wenn die Zahl der Antikörper bereits gesunken sei und könne dann schneller reagieren, als ein ungeübtes Immunsystem.

Corona-Impfstoff: Biontech und Pfizer kündigen Booster-Impfungen an – „absolut sinnvoll“

Der Klinikdirektor aus Essen hält eine auf die Delta-Variante abgestimmte dritte Impfung besonders für ältere Menschen daher für „absolut sinnvoll“, sagte Dittmer.

Erst am Donnerstag (29. Juli) hatten Impfstoffentwickler Biontech und Hersteller Pfizer angekündigt, eine Zulassung für die sogenannten Booster-Impfungen beantragen zu wollen. Wie das Handelsblatt berichtet, könnten sich damit insbesondere Risikogruppen wie Senioren gezielt auch vor der neuen Delta-Variante schützen.

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