Ungereimtheiten

Dortmund: Verwirrung um Corona-Zahlen – Gesundheitsamt nennt „echte“ Inzidenz

Wie hoch ist die Corona-Inzidenz in Dortmund? Die Stadt hat nun „echte“ Zahlen verraten.

Dortmund – Mit einer Corona-Inzidenz von 1981 lag die Stadt Dortmund am Dienstag (1. Februar) im NRW*-Vergleich ziemlich weit oben. Auf Platz sieben. Doch die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Es gibt gleich zwar Fallstricke, erfuhr RUHR24*.

Corona-Inzidenz in Dortmund2.023,5 (Stand: 2. Februar)
Aktuell infizierte Personen27.000
Bislang genesene Personen48.400

Dortmund: Corona-Inzidenz ist aktuell deutlich höher als offizielle Zahl

Da gibt es zum einen die krassen Unterschiede in den Inzidenzen zwischen den einzelnen Städten in NRW, die so nicht sein könnten, warnte Gesundheitsamtsleiter Frank Renken bei einer Pressekonferenz am Dienstag vor einer falschen Interpretation der Zahlen.

Während Düsseldorf etwa in einer Phase der Pandemie lange Zeit eine Inzidenz unter 300 hatte, hatte Dortmund diesen Wert längst überschritten. Kann das sein? Frank Renken verweist in diesem Zusammenhang auf die Arbeitsweise in den Gesundheitsämtern.

Corona in Dortmund: Inzidenz-Wirrwarr hat mit Arbeit im Gesundheitsamt zu tun

Die Zahlen müssten händisch von einem System in ein anderes übertragen werden – das gelinge dem Dortmunder Gesundheitsamt offenbar schneller als anderen Ämtern. So sei zum einen der teils deutliche Unterschied zwischen den städtischen Inzidenzen zu erklären.

Doch auch in Dortmund kommen die Mitarbeiter des Gesundheitsamts längst nicht mehr mit der tagesaktuellen Eingabe der Corona-Fallzahlen hinterher, was wiederum für eine Verfälschung der Inzidenz sorgt.

Dortmund: Gesundheitsamt schätzt Corona-Inzidenz auf weit über 2000

Normalerweise, so Frank Renken, müsste man also eine tatsächliche und eine geschätzte Inzidenz angeben, um einigermaßen wahrheitsgetreu über das Infektionsgeschehen zu informieren. Am Dienstag schätzte der Gesundheitsamtsleiter die Inzidenz in Dortmund bei 2300 bis 2500, statt der offiziell gegebenen Zahl von 1981 (mehr Corona-News aus NRW* bei RUHR24).

Die Corona-Zahlen sind in Dortmund hoch – entsprechend leer ist es derzeit auf dem Westenhellweg.

Noch schlimmer dürfte es demnach in den jüngeren Altersgruppen aussehen. Offiziell lag die Inzidenz in Dortmund bei den bis Fünfjährigen bei 2300, bei den sechs- bis zehnjährigen bei sogar 4940. Den Rekord hielt am Dienstag aber die Gruppe der elf- bis 15-Jährigen mit einer Inzidenz von 5156, gefolgt von den 16- bis 20-Jährigen mit einer Inzidenz von 3646.

Die hohen Inzidenzen und die damit verbundenen Quarantänen führen inzwischen sogar dazu, dass es in der Wirtschaft Ausfälle gibt, weil Eltern ihre Kinder daheim betreuen müssen. In Dortmund haben sieben Krankenhäuser auch deswegen ihren Betrieb zurückgefahren*.

Dortmunder Nordstadt hat die höchsten Corona-Zahlen – Inzidenz bei fast 3000

Trauriger Spitzenreiter unter den Dortmunder Stadtbezirken ist inzwischen übrigens wieder die Nordstadt mit einer Inzidenz von 2900. Die meisten südlichen Stadtbezirke lagen dagegen am Dienstag noch bei einem Wert unter 2000.

Das Dortmunder Gesundheitsamt rechnet noch bis etwa Ende Februar mit einem zunehmenden oder mindestens gleichbleibenden Infektionsgeschehen*. Erst danach könnte die Omikron-Welle überstanden sein. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sabrina Wagner/RUHR24: Collage: RUHR24