Impfschutz sinkt deutlich

Corona-Booster gegen Omikron: Auffrischungsimpfung könnte früher kommen

Der Impfschutz ist durch die neue Corona-Variante offenbar deutlich geringer. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie aus Großbritannien.

Deutschland – Aufmerksam auf die Studienergebnisse machte der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Samstag (11. Dezember) in einem Tweet. Aufgrund der Erkenntnisse aus UK hält der in der Pandemie als Mahner geltende Experte eine frühere Boosterimpfung für notwendig.

Karl LauterbachBundesgesundheitsminister
politische ParteiSPD
Mitglied des Deutschen Bundestagesseit 2005

Corona-Booster: Auffrischungsimpfung könnte wegen Omikron früher notwendig werden

Gegenüber dem ZDF hatte der neue Bundesgesundheitsminister bereits betont: „Die Impfung ist nur abgeschlossen, wenn man dreimal geimpft wurde“. Auch sein Vorgänger Jens Spahn (CDU) hatte sich bereits dementsprechend geäußert.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine solche Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 derzeit Personen, deren zweite Impfung etwa sechs Monate zurückliegt. Wie Karl Lauterbach nun auf Basis der Studiendaten mutmaßt, könnte der Booster künftig eher notwendig werden. Der Grund ist die Ausbreitung der Omikron-Variante.

Neue Corona-Studie: Der Impfschutz sinkt durch Omikron deutlich

Die britische Studie, auf die Karl Lauterbach (SPD) verweist, kommt zu dem Schluss, dass der Impfschutz durch die Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca bei der Omikron-Variante des Coronavirus drastisch abfällt.

Die Forscher um Nick Andrews von der UK Health Security Agency (UKHSA) berichten, dass der Schutz durch eine doppelte Biontech-Impfung bei Omikron bereits nach vier Monaten auf 34 Prozent sinkt. Menschen, die mit zwei Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs geimpft wurden, hatten sogar keinen Schutz mehr vor symptomatischer Infektion.

Corona-Ergebnisse: Booster sorgt für besseren Impfschutz gegen Omikron

„Diese wichtige UK Studie zu Omikron zeigt erstmals klarer, wie ansteckend Variante ist“, schreibt Bundesgesundheitsminister am Samstag (12. Dezember) dazu auf Twitter. Allerdings kann nach dieser Studie der Impfschutz mit der Booster-Impfung wieder auf immerhin 75 Prozent angehoben werden.

Karl Lauterbach (SPD) folgert daher: „Frühe Boosterimpfung scheint sinnvoll, wahrscheinlich notwendig.“ Wie lange der Booster dann wirkt und wann eine vierte Impfung notwendig werden könnte, wird nicht deutlich.

Omikron-Variante: Experten gehen von schwächerem Impfschutz aus

Die Forscher betonen zwar, dass die Ergebnisse aufgrund der noch geringen Zahl von Ansteckungen mit der Omikron-Variante mit Vorsicht zu interpretieren seien.

Allerdings hatte auch die deutsche Virologin Sandra Ciesek bereits am Mittwoch (8. Dezember) Studienergebnisse auf Twitter geteilt, die zeigen, dass Impfstoffe gegen Omikron weniger wirksam sind. Die Virologin erklärte dazu: „Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist.“

Rubriklistenbild: © Stefanie Loos/AFP

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