Impfung gegen Covid-19

Booster-Impfung gegen Corona in NRW: Wer die Auffrischung bekommen soll

Einige Menschen in NRW bekommen bereits ihre dritte Corona-Impfung. Doch nicht für jeden ist die Auffrischung empfohlen. Für wen der Booster aktuell sinnvoll ist.

Dortmund – Für viele Menschen in NRW* liegt die Impfung gegen das Coronavirus* bereits einige Monate zurück. Das bedeutet auch, dass der Schutz nicht mehr so stark ist, wie kurz nach der Immunisierung, weiß RUHR24*. Daher rufen die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Gesundheitsministerium NRW (Mags) nun zur Booster-Impfung auf.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner17,9 Millionen
Fläche34,1 Quadratkilometer

Corona-Booster in NRW: Für wen kommt die Auffrischungsimpfung infrage?

Die Stiko und das Mags empfehlen die Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus* generell allen Bürgern ab 70 Jahren, Bewohnern und Pflegenden in Seniorenheimen sowie speziellen Gruppen wie etwa Menschen mit Immundefizienz.

Die Booster-Impfung gegen Covid-19 soll laut Stiko „frühestens 6 Monate nach der aus zwei Impfstoffdosen bestehenden Grundimmunisierung verabreicht werden.“ Aktuell wären also alle dran, die sich bis spätestens Ende April 2021 zum zweiten Mal haben impfen lassen.

Menschen, die sich mit dem Einmal-Vakzin „Janssen“ des Herstellers Johnson & Johnson haben impfen lassen, sollten ihren Impfschutz bereits nach vier Wochen mit einem Booster auffrischen lassen.

Corona-Impfung in NRW: Wo kann ich mich jetzt noch impfen lassen?

Die Impfzentren in NRW sind seit Ende September geschlossen. Seitdem kümmern sich Betriebs- und Hausärzte um die Impfungen gegen Corona. Einen Termin muss man wie gewohnt selbst vereinbaren.

Pfleger, Ärzte und Betreuer in medizinischen Einrichtungen bekommen die Auffrischungsimpfung in der Regel vom Arbeitgeber angeboten und vor Ort verabreicht.

Corona-Auffrischungsimpfung in NRW: Welcher Impfstoff wird als Booster verwendet?

Die Stiko empfiehlt für die Booster-Impfungen generell einen mRNA-Impfstoff, „unabhängig davon, welcher Impfstoff bei der vorher erfolgten homologen oder heterologen Immunisierung verwendet wurde“. Das bedeutet: Egal, welche Impfstoff-Kombination für die Erst- und Zweitimpfung verabreicht wurde, soll mit dem Vakzin von Biontech oder Moderna aufgefrischt werden.

Wer mit „Janssen“ gegen Corona geimpft wurde, sollte zur Auffrischung einen mRNA-Impfstoff bekommen.

Nötig wird die Auffrischungsimpfung, weil die Zahl der dadurch gebildeten Antikörper nach einiger Zeit abnimmt. Unklar ist bislang noch, wie gut die Immunisierung gegen die Delta-Variante wirkt. Das Immunsystem erinnert sich jedoch auch lange nach der Impfung noch an das Coronavirus. Der Körper von Geimpften kann es daher deutlich besser bekämpfen, als der von Ungeimpften.

Langzeitfolgen durch die Corona-Impfung sind laut Experten nicht zu erwarten. In einigen Stadtteilen von Dortmund zeigen die Corona-Impfungen bereits einen interessanten Effekt*.

Corona-Booster in NRW: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wirbt für Auffrischungsimpfung

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wirbt bereits mit einem Brief an die rund 2,8 Millionen Menschen über 70 Jahren für die Auffrischungsimpfung gegen Corona: „Kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Impftermin für die Auffrischung, damit Sie mit dem bestmöglichen Impfschutz durch den Winter gehen können“, schreibt er.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will es Ungeimpften künftig schwer machen.

Wichtig ist auch: Für Menschen unter 70 Jahren gibt es aktuell keine generelle Empfehlung zu einer Booster-Impfung. Hier müsse im Einzelfall der behandelnde Arzt entscheiden. Wem sowohl bei der Erst- als auch der Zweitimpfung der Impfstoff von Astrazeneca verabreicht wurde, der sollte sich ebenfalls eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech, Moderna) abholen.

Corona-Impfung: Wie hoch ist die Impfquote in NRW aktuell?

In Nordrhein-Westfalen wurden bislang rund 25,3 Millionen Corona-Impfungen verabreicht (Stand: 26. Oktober). 12,5 Millionen Menschen sind bereits vollständig geimpft. Rund 400.000 Menschen haben schon ihre Auffrischungsimpfung erhalten.

Laut RKI liegt die Impfquote im bevölkerungsreichsten Bundesland demnach bei aktuell 69,7 Prozent (Erstimpfungen: 73,6 Prozent). Um eine Herdenimmunität zu erhalten, sind jedoch Impfquoten von 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen (aktuell: 65,1 Prozent) sowie 90 Prozent der über 60-Jährigen nötig (aktuell: 88,0 Prozent). *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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