Infektionsketten

Wieder Corona-Ausbruch in Fleischbetrieb: 300 Mitarbeiter im Kreis Steinfurt in Quarantäne

Wieder ein Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb: Diesmal hat das Virus in einem Zerlegebetrieb in Emsdetten (Kreis Steinfurt) um sich gegriffen. Die Sorge, dass es sich auch darüber hinaus schnell weiter verbreitet, ist groß.

Update, 25. September, 10.58 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Emsdetten (Kreis Steinfurt) mit 26 Infizierten hat am Freitag ein Massentest begonnen. Teams des Kreises wollen bei allen rund 300 Mitarbeitern Abstriche nehmen. Erste Ergebnisse werden frühestens am Samstagabend erwartet. Getestet werden sollen auch weitere rund 200 Kontaktpersonen vorwiegend aus dem häuslichen Umfeld der Beschäftigten. Zu einer Testteilnahme aufgefordert sind außerdem alle Personen, die sich vom 18. bis 24. September mehr als 30 Minuten auf dem Firmengelände aufgehalten haben.

Corona-Ausbruch in Fleischbetrieb im Emsdetten: 300 Mitarbeiter in Quarantäne

Update, 24. September: Im Fall des Fleischverarbeiters in Emsdetten (Kreis Steinfurt), bei dem 26 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, hat der Kreis Steinfurt alle rund 300 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt. Sie und weitere rund 200 Kontaktpersonen sollen nun getestet werden. Die Ergebnisse werden Samstagnachmittag erwartet. Ein weiterer Abstrich ist für kommenden Dienstag geplant. Die Produktion stehe derzeit still, teilte der Kreis am Donnerstag mit. An einem Konzept für einen Notbetrieb werde gearbeitet. 

Am Donnerstagabend teilte das Unternehmen mit, die bisherigen Erkenntnisse deuteten als Ursprung der Infektionen auf den privaten Bereich hin - auf zwei Feiern aus familiären Anlässen. Die positiv getesteten Beschäftigten wohnten in privat gemieteten Wohnungen, nicht in Sammelunterkünften. Sie „stehen damit erkennbar nicht im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen Fragen nach Festanstellung, Werkverträgen oder Arbeitnehmer-Überlassung“, betonte der Betrieb. Die betroffenen Personen seien symptomfrei oder hätten nur leichte Symptome. Das Unternehmen habe bereits seit Auftreten der Pandemie ein von den örtlichen Behörden als wirksam eingestuftes Hygienekonzept eingeführt, das Mitarbeiter vor einer Ansteckung schützen solle.

Corona-Ausbruch in Fleischbetrieb im Kreis Steinfurt: Mindestens 26 Beschäftigte positiv

Steinfurt - Mindestens 26 Beschäftigte eines mittleren Betriebs der Fleischverarbeitung in Emsdetten (Kreis Steinfurt) sind nach Angaben der Kreisverwaltung positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Das Ausmaß ist uns noch nicht bekannt, unsere Ermittler arbeiten mit Hochdruck“, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch. Es gehe auch darum, Infektionsketten rasch zu unterbrechen. Der Schwerpunkt des Geschehens liege in Emsdetten.

Insgesamt seien in dem Betrieb rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, vor allem Leiharbeiter aus Osteuropa, hieß es weiter. Alle Mitarbeiter würden bis Freitag getestet.

Corona-Ausbruch in Fleischbetrieb im Kreis Steinfurt: Emsdetten als neuer Hotspot?

Wie der Krisenstab des Kreises Steinfurt unter Leitung von Kreisdirektor Martin Sommer, Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes und Vertreter des betroffenen Unternehmens Allfrisch am Mittwoch in einer Pressekonferenz sagten, seien im Zusammenhang mit dem Ausbruch in dem Zerlegebetrieb mehrere hundert Menschen unter Quarantäne gestellt worden, wie wa.de* berichtet. Für den Krisenstab sei der Umgang mit dem Ausbruch eine „besondere Herausforderung“, da sämtliche Kontakte der Infizierten nachverfolgt werden müssten, erklärte Kreisdirektor Martin Sommer.

Das auf Geflügel spezialisierte Unternehmen Allfrisch gehört zur Sprehe-Gruppe. Bis zu 20.000 Puten werden dort täglich zerlegt und verpackt, wie verschiedene Medien berichten.

Der Werksleiter der betroffenen Firma Allfrisch, Klemens Biermann, war bei der Pressekonferenz am Mittwoch ebenfalls dabei. Er betonte, es sei ein Hygienekonzept umgesetzt worden und alles getan worden, um einen solchen Ausbruch zu verhindern.

Corona-Ausbruch in Fleischbetrieb im Kreis Steinfurt: Massentest am Freitag

Wie das Virus in dem Betrieb um sich greifen konnte, ist offenbar noch nicht klar. Tilman Fuchs, Gesundheitsdezernent des Kreises, sagte, dass es Reisen von Mitarbeitern gegeben habe, und dass das Virus womöglich dadurch hereingetragen wurde. Außerdem habe es natürlich viele Kontakte in den Einzelwohnungen gegeben.

Was laut Krisenstabs-Leiter Martin Sommer ein Problem darstellt, ist, dass die Beschäftigten des Zerlegebetriebs in 13 unterschiedlichen Kommunen des Kreises Steinfurt wohnen sowie in fünf Städten und Gemeinden außerhalb des Kreisgebietes. Für die Nachverfolung hat der Kreis sein Personal aufgestockt. Am Freitag soll es einen groß angelegten Corona-Massentest geben.

Corona-Ausbruch in Fleischbetrieb im Kreis Steinfurt: Lockdown soll verhindert werden

Bei Allfrisch läuft der Betrieb unterdessen erst mal eingeschränkt weiter, für den heutigen Donnerstag ist dort ein Besuch des Krisenstabes und des Arbeitsschutzes angesetzt. Ziel ist laut Sommer und dem Emsdettener Bürgermeister Georg Moenikes jetzt, einen lokalen „Lockdown“ zu verhindern

Unterdessen mehren sich im Kreis Steinfurt auch die Corona-Fälle in Schulen und Kitas. Der Krisenstab entscheide je nach Situation über die einzuleitenden Maßnahmen, hieß es dazu in einer Pressemitteilung. Entscheidend sei dabei zum Beispiel die Anzahl der nachweislich Infizierten, die Dauer der Kontakte und der Hygienestandard, also wie oft gelüftet oder ob gemeinsam gegessen wurde oder ob alle eine Mund-Nase-Bedeckung getragen haben.

Corona-Ausbruch in Fleischbetrieben und Hamm als Hotspot nach Großhochzeit

Es ist nicht das erste Mal, dass in einem Fleischbetrieb das Coronavirus ausgebrochen ist. Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte ein Massenausbruch unter Mitarbeitern um sich gegriffen - mit dramatischen Auswirkungen auf die Kreise Gütersloh und Warendorf.

Der bundesweite Corona-Hotspot schlechthin ist momentan allerdings Hamm. Nachdem eine türkische Großhochzeit dort zum Superspreader-Event geworden war, musste die Stadt strikte Konsequenzen ziehen. Die Beteiligten der Hochzeit mauern unterdessen und tragen nicht besonders zur Klärung der Hintergründe bei. - wa.de* ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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