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Bei dem Absturz einer Boeing 737 in Äthiopien am Sonntag (10. März) starben 157 Menschen. Eine Maschine gleicher Bauart war bereits im Oktober in Indonesien abgestürzt. Mehrere Länder erteilten jetzt ein Startverbot für alle Boeing 737 – zu hoch sei das Risiko eines weiteren Absturzes. In Düsseldorf starten und landen die Maschinen aktuell immer noch.

Update, 14. März, 9 Uhr: Nach zahlreichen anderen Ländern verhängen nun auch die USA ein Startverbot für den Flugzeugtyp. Der Grund sind neue Erkenntnisse der Ermittler.
Möglicherweise handele es sich um dieselbe Absturzursache wie im Oktober letzten Jahres in Indonesien.

Update, 13. März, 12 Uhr:
In Europa und weiten Teilen Asiens dürfen die Maschinen vom Typ Boeing 737 nicht mehr fliegen. Mindestens 200 der rund 350 seit 2017 ausgelieferten Flugzeuge bleiben nach dem Absturz einer Boeing 737 in Äthiopien am Sonntag mit 157 Toten am Boden.

In Frankfurt am Main sind zwei Flüge vom dem Flugverbot betroffen. Dabei handelt es sich um einen Flug nach Warschau, bestätigt ein Flughafensprecher. Die betroffene Maschine werde durch einen anderen Flieger ersetzt.

Update, 12. März, 12 Uhr: Nach China erteilt nun auch Singapur – eines der wichtigsten Drehkreuze der Luftfahrt weltweit – ein Startverbot für die Maschinen der Serie Boeing 737 Max. Die Flugsicherheitsbehörde in Australien erklärte ebenfalls, dass die Maschinen vorübergehend nicht mehr starten oder landen dürfen.

Ursprungsmeldung: Nach zwei Flugzeugabstürzen innerhalb weniger Monate zieht die Furcht vor weiteren Zwischenfällen mit Flugzeugen vom Typ Boeing 737 immer weitere Kreise.

Bei beiden Abstürzen kämpften die Piloten vergeblich dagegen, dass der Autopilot die Nase des Flugzeuges immer wieder absenkte. Kurz vor den Abstürzen, hatten die Piloten sowohl in Äthiopien, als auch in Indonesien die Gefahr erkannt und wollten landen. Doch beide Maschinen stürzten mit hoher Geschwindigkeit ab. Zufall?

Boeing stürzte kurz nach Start ab

Solange die Absturzursache der beiden Maschinen nicht abschließend geklärt ist, bleiben die Maschinen in China jedenfalls am Boden. Zu ähnlich scheinen die Gründe für den Absturz in beiden Fällen zu sein.

Auch Indonesien und Äthiopiens nationale Fluggesellschaft Ethiopian Airlines hatten am Montag (11. März) ein Startverbot für alle Flugzeuge vom Typ 737 Max 8 des US-Luftfahrtkonzerns Boeing verfügt.

Zweifel an Sicherheit der Boeing wächst

Die Maschine von Ethiopian Airlines war am Sonntag auf dem Weg nach Nairobi (Kenia) kurz nach dem Start in Addis Abeba (Äthiopien) abgestürzt. Auch das Flugzeug, welches im Oktober in Indonesien abstürzte, war erst kurz zuvor gestartet. Unter den Opfern des Absturzes am Sonntag waren dem Auswärtigen Amt zufolge auch fünf Deutsche.

Der zweite Absturz einer Boeing 737 Max 8 innerhalb weniger Monate sorgt für wachsende Zweifel an der Sicherheit des Flugzeugtyps.

Andere Airlines wie Norwegian und die US-Fluggesellschaft United erklärten hingegen, die Maschinen seien sicher und blieben weiter in Betrieb.

Vier Airlines fliegen Düsseldorf mit Boeing an

In Düsseldorf nutzten die Airlines Lot (Polen), Smart Wings (Tschechien), Turkish Airlines und Corendon (beide Türkei) Maschinen dieser Reihe, berichtete die Rheinische Post. Auch Tuifly hat Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 im Einsatz.

In den vergangenen Monaten entwickelte Boeing nach eigenen Angaben ein verbessertes Kontrollprogramm. Die Überarbeitung der Software erfolgte nach dem Absturz des Lion-Air-Flugs 610 im Oktober in Indonesien, bei dem 189 Menschen ums Leben kamen. Die Software soll in den kommenden Wochen bei sämtlichen 737-Max-Maschinen installiert werden.

Aktuelle Top-Themen:

Das System des Autopiloten, das möglicherweise für den Absturz beider Maschinen sorgte – das sogenannte Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) – war nach dem ersten Absturz schwer in die Kritik geraten. Laut Unfallermittlern drückte der Bordcomputer die Nase des Flugzeugs automatisch immer wieder nach unten, während die Crew versucht habe, sie nach oben zu steuern. mit dpa Material