Ärger im Viertel

Stadt Bochum reißt beliebten Treffpunkt für Familien ab

Noch vor ein paar Tagen spielten am Hans-Ehrenberg-Platz Kinder. Nun hat die Stadt Bochum alles platt gemacht.

Bochum – Eltern hatten ihn liebevoll errichtet und gepflegt: Es geht um den kleinen, selbstgebauten Spielplatz in Bochum-Ehrenfeld. Eine Hütte mit Matschküche und ein Sandkasten waren für die Kinder und ihre Eltern im Viertel ein Treffpunkt geworden. Der Stadt Bochum war das Provisorium nun ein Dorn im Auge.

StadtBochum-Ehrenfeld
ThemaAbgerissener Spielplatz
GrundIllegal errichtet

Bochum reißt selbstgebauten Spielplatz in Ehrenfeld ab: „Nie ein Problem gewesen“

Drei Jahre lang hatte es niemanden gestört. Dann rückten die Bagger an. Eine Anwohnerin habe die Spielecke 2019 gemeinsam mit ihrem Mann erbaut, schreibt die WAZ. Das sei zwar nicht genehmigt, aber auch nie ein Problem gewesen. Schließlich seien Spielplätze in Bochum-Ehrenfeld knapp bemessen.

Am Freitagmorgen (12. August) rückte plötzlich ein Bautrupp der Stadt Bochum an. Alles wurde mit schwerem Gerät abgerissen. Schon einige Tage vorher hatten Anwohner Mitarbeiter der Stadt dabei beobachtet, wie sie das Gelände vermaßen. Die Eltern führten kurzerhand eine Unterschriftensammlung durch, bei der 300 Personen mitmachten.

Spielplatz in Bochum Ehrenfeld platt gemacht – Stadt handelt, ohne vorher zu reden

Zu Gesprächen mit der Stadt sei es laut WAZ aber gar nicht erst gekommen. Für die war die Sache klar und unvermeidbar. Anwohner hätten sich beschwert und der Spielplatz sei nicht sicher genug gewesen. Spielhaus und Sandkasten hätten scharfe Kanten aufgewiesen und auch der Standort direkt an einem Parkplatz sei unsicher gewesen.

In Bochum wurde ein selbstgebauter Spielplatz platt gemacht (Symbolbild).

Gegen die Erbauer der Spielecke läuft jetzt ein Verfahren vom Ordnungsamt. Auch, weil die Stadt angeblich schon nach dem Bau des Häuschens den Erbauer gewarnt habe (mehr News aus NRW bei RUHR24). In Dortmund hat sich Mats Hummels übrigens auf einen öffentlichen Spielplatz gewagt.

Grüne, SPD und Stadtgestalter wollen sich nun für einen legalen Spielplatz im Viertel einsetzen. Doch bis es dazu kommt, könnte es noch Jahre dauern. Der Hans-Ehrenberg-Platz soll nämlich frühestens 2028 umgestaltet werden. Bis dahin sind zumindest die jetzigen Kinder längst zu groß für Sandkasten und Spielhütte.

Rubriklistenbild: © Karina Hessland, Jochen Tack/Imago; Collage: RUHR24

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