Warnung vor Gefahren

Bochum: Warum am Samstag überall in der Stadt die Sirenen geheult haben

In Bochum findet ein Sirenen-Probealarm statt.
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Am Samstag findet in Bochum ein Sirenen-Probealarm statt.

Spätestens seit dem Hochwasser in NRW gibt es Kritik am Katastrophen-Warnsystem der Städte. Bochum will seine Sirenen weiter aufrüsten – und hofft auf Feedback der Anwohner.

Bochum – Hochwasser, Stromausfall oder ein Großbrand: Wenn bei einer Katastrophe nichts mehr geht, müssen die Bürger in NRW trotzdem gewarnt werden können. Dabei setzt auch Bochum auf ein Netz aus Sirenen. Wie gut diese funktionieren und ob die Anwohner sie überhaupt wahrnehmen, soll jetzt ein Test zeigen.

StadtBochum, NRW
AnlassSirenen-Test 2021
Einwohner370.000 (2021)

Bochum testet Sirenen für den Katastrophenfall: Probelauf am Samstag (2. Oktober)

Dazu löst die Leitstelle der Feuerwehr in Bochum am Samstag (2. Oktober) um 11 Uhr alle Sirenen im Stadtgebiet testweise aus. Sie sollen im Notfall alle Anwohner der Stadt warnen können – von Gerthe bis Linden, von Wattenscheid bis Langendreer. Per Bürger-Echo können Anwohner der Stadt Bochum melden, ob und wie gut sie die Sirene gehört haben.

Bereits 2020 hatte Bochum seine Sirenen getestet. Aktuell sind 18 Sirenen in Betrieb, insgesamt will die Stadt aber auf 20 aufstocken.

Bochum: Sirenen-Warnung der Bevölkerung klappte nicht immer ohne Probleme

Bei den Warnungen über die Sirenen kam es in NRW bislang immer wieder zu Problemen. 2020 etwa blieben einige Sirenen in Bochum stumm. Doch nicht immer war daran die Technik vor Ort Schuld. Auch die Warn-App „Nina“ machte wegen zu vieler Warnungen bereits schlapp.

Dabei sind funktionierende Sirenen laut Innenministerium NRW immens wichtig. Denn durch den sogenannten Weck-Effekt erreichen sie die Bürger auch dann, wenn Fernseher, Radio und Smartphone ausgeschaltet sind – und holen einen zur Not sogar aus dem Schlaf. Zuletzt wurde aber auch über das Warnsystem „Cell Broadcast“ in NRW angekündigt.

Sirenen in NRW wurden nach dem Kalten Krieg abgebaut – und werden jetzt wieder nachgerüstet

Bis 1990 war in Deutschland ein Netzwerk aus Sirenen in Betrieb, der die Bürger vor möglichen Luftangriffen warnen sollte. Nach dem Ende des Kalten Krieges konnten die Kommunen die Warnsysteme des Bundes übernehmen. Viele taten das nicht und ließen die Sirenen abbauen.

Mittlerweile rüsten die Städte jedoch wieder nach und nehmen die Sirenen wieder in Betrieb, um die Bürger im Falle einer Katastrophe warnen zu können. Der laute Ton der Sirene sei „ein effektives Mittel“, um Anwohner im Gefahrengebet zu erreichen, schreibt das Innenministerium NRW auf seiner Internetseite.

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