Für mehr Nachhaltigkeit

Bochum: Politiker haben überraschende Forderung für Stoffwindeln

Symbolbild Sparen
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Kontogebühren, versteckte Kosten, Strafzinsen – Geld anlegen wird immer teurer. (Symbolbild)

Die Bochumer Ratsfraktion aus „Die PARTEI“ und den Stadtgestaltern fordert mehr Tempo beim Thema Nachhaltigkeit. Jetzt hat sie einen ungewöhnlichen Vorschlag eingeworfen.

Bochum – Um zukünftig weniger Müll zu produzieren, schlägt die Ratsfraktion „Die PARTEI“/Stadtgestalter einen staatlichen Zuschuss vor, um die Verwendung eines nachhaltigen Stoffwindelsystems für Familien mit Kindern attraktiver zu machen. Laut Fraktion verbrauche ein Kind im Windelalter bis zu einer Tonne Müll in Form von Wegwerfwindeln (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Bochum: Eltern seien vor allem durch Anschaffungskosten abgeschreckt

Um wiederverwertbare Windeln im regelmäßigen Gebrauch zu nutzen, müsse zu Beginn bis zu 300 bis 500 Euro ausgegeben werden. „Wir schlagen einen Zuschuss von 100 Euro vor, um Familien den Einstieg in die Nachhaltigkeit zu erleichtern“, so Stefan Hiltawsky, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion.

Einige NRW-Städte gewähren bereits einen Zuschuss zu Stoffwindeln

Bereits in anderen NRW-Städten seien die Zuschüsse für Stoffwindeln umgesetzt worden. Darunter auch NRW-Städte wie Wuppertal, Detmold, Münster und Warendorf.

Ein Zuschuss von 100 Euro solle nicht nur den Müllbergen entgegenwirken, sondern auch zur Gesundheit des Babys beitragen. So sollen nachhaltige Stoffwindeln „gesünder für die Babyhaut“ sein, wie Stefan Hiltawsky begründet.

Bochum: Umsetzung gefordert – möglichst unbürokratisch und schnell

Die Umsetzung soll laut den Politikern nun auch in Bochum geschehen. Dafür soll es ausreichen, die Geburtsurkunde und den Beleg über den Kauf eines wiederverwertbaren Stoffwindelsystems vorzuzeigen. Im Melderegister der Stadt soll dann geprüft werden, ob das Kind auch wirklich in Bochum wohnt. Bei Bestätigung des Wohnsitzes solle der Zuschuss in Höhe von 100 Euro direkt an die Erziehungsberechtigten überwiesen werden.

Das Einreichen von einem Hartz IV- oder Wohngeldbescheid könne den Zuschuss auf 200 Euro erhöhen. Der sozialpolitische Sprecher der Fraktion betont, dass so auf jede soziale Schicht Rücksicht genommen werden soll.

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