Seen, Parks und andere Grünflächen

NRW: Mehr Grillplätze in Bochum gefordert – ist das überhaupt notwendig?

In Bochum werden mehr Grillplätze gefordert. Ein Grill-Konzept soll für die NRW-Stadt aufgestellt werden.

Bochum – Der Frühling läutet mit Sonnenschein und höheren Temperaturen den Beginn der Grillsaison ein. Passend dazu fordern die Stadtgestalter aus Bochum mehr Grillplätze. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob diese tatsächlich benötigt werden.

StadtBochum
Einwohnerzahl364.454 (31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterThomas Eiskirch

NRW: Mehr Grillplätze in Bochum gefordert – doch ist das überhaupt notwendig?

Konkret soll es unter anderem um die Grillfläche am Ümminger See gehen. „Wir wollen dort einen größeren Grillbereich ausweisen und die restlichen Gebiete am See für andere Freizeitnutzungen freihalten“, so Ratsmitglied Dr. Steude. Spezielle Grillbereiche sollen zusätzlich in Bochumer Parks und auf anderen Grünflächen entstehen (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Diese sollen für ein besseres Miteinander sorgen und Störungen sowie Reibungspunkte mit anderen Besuchern verhindern. Für das Grillkonzept dient der Bochumer Westpark als Vorbild. So sollen dauerhafte und stabile Grillstationen in ausreichender Zahl aufgestellt werden. Und das, obwohl die NRW-Stadt im Vergleich zu anderen Städten aus dem Ruhrgebiet bereits zahlreiche Möglichkeiten zum Grillen bestehen.

NRW: In diesen Ruhrgebietsstädten ist das Grillen auf Grünflächen verboten

  • Oberhausen
  • Hagen
  • Herne
  • Bottrop
  • Mülheim
  • Teilweise gibt es allerdings Grillstellen, für die man sich vorab anmelden muss.

NRW: Weitere Grillplätze in Bochum gefordert – Hier kann bereits gegrillt werden

Verbote gibt es in Bochum „nur“ im Stadtpark, im Stadtgarten Wattenscheid, auf den Grünflächen am Kemnader See, im Schlosspark Weitmar und für einen großen Teil des Westparks und des Ümminger Sees. Ansonsten sind fast alle Grünflächen im Stadtgebiet für das Grillen freigegeben. Auch in anderen Parks und Grünanlagen des Ruhrgebiets darf gegrillt werden.

„Das Grillen ist grundsätzlich in allen öffentlichen Grünanlagen kostenlos und genehmigungsfrei erlaubt“ heißt es auf der Website der Stadt Bochum. Man könne meinen, dass diese Stadt somit genügend Möglichkeiten bietet, das Essen an öffentlichen Plätzen zuzubereiten. Das kann sich allerdings demnächst ändern, denn die CDU verfolgt deutlich andere Ziele als die Stadtgestalter.

NRW: Grillplätze in Bochum gefordert – CDU möchte Grillverbot durchsetzen

Die Bochumer CDU fordert aktuell ein Grillverbot am Ümminger See. Einen entsprechenden Antrag dazu wird sie nach Angaben ihres Facebook-Posts bei der kommenden Ratssitzung am 5. Mai stellen. Bereits 2019 hat die Partei ein Grillverbot für diesen Bereich gefordert. Auch in Essen gab es in der Vergangenheit Befürworter, für ein solches Verbot. Grund für den Antrag in Bochum sei unter anderem die Verschmutzung der Grünflächen durch Müll und Fäkalien.

„Manchmal tut es weh, Recht zu behalten“, so der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Christian Haardt. Von den Plänen der CDU sind die Stadtgestalter allerdings unbeeindruckt. „Bevor man auf die Idee kommt, Verbote zu fordern, sollten immer erst alle milderen Mittel ausgeschöpft werden“, so Ratsmitglied Dr. Steude. Auch die Linksfraktion habe für diese Entscheidung kein Verständnis.

Nicht an allen Seen darf gegrillt werden.

„Die CDU agiert wie ein Arzt, der die Dosis der falschen Medizin immer weiter hochschraubt“, so Gültaze Aksevi, Fraktionsvorsitzende der Bochumer Linken im Rat. „Die öffentlichen Grillmöglichkeiten einzuschränken, hat bisher den Müll in Bochumer Grünanlagen nicht verhindert“ heißt es. Ob es bald tatsächlich mehr oder weniger Grillplätze in Bochum gibt, bleibt nun abzuwarten.

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