Inhaber greift durch

Bochum: Club im Bermudadreieck holt Corona-Hammer raus – „Geistiger Dünnschiss“

In einem beliebten Club im Bochumer Bermudadreieck heißt es nun für manch einen: kein Eintritt! In die Lounge kommen fast nur noch Geimpfte und Genesene.

Bochum – Immer mehr Club-, Bar- oder Restaurantbesitzer setzen auf 2G. Rein kommt nur noch, wer geimpft oder genesen ist. Im Bermudadreieck in Bochum wird das vielerorts bereits beim Einlass streng kontrolliert. Eine beliebte Clublounge setzt nun auf volle Härte: Das Sachs zieht die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus besonders streng durch.

OrtBermuda3eck, Bochumer Innenstadt
Lagezwischen Südring und Konrad-Adenauer-Platz
Besucher/Jahrrund 4.000.000

Bochum: Club im Bermudadreieck setzt auf 2G zum Schutz vor Corona

„Wir nehmen die Corona-Schutzverordnung sehr ernst“, heißt es in einem aktuellen Facebook-Post des Sachs in Bochum. Dass die Betreiber des Kult-Clubs, den es bereits seit 30 Jahren im Bermudadreieck gibt, nun die Reißleine ziehen und die Corona-Regel 2G-Plus besonders scharf umsetzen, liegt offenbar an der Nachlässigkeit vieler Besucher in der Vergangenheit.

In vielen Bundesländern gilt 2G bereits – mal strenger, mal mit Ausnahmen für Ungeimpfte. Ist letzteres der Fall, heißt die Regel 2G-Plus. Für Ungeimpfte gelten dann Beschränkungen, wie eine Maskenpflicht oder es ist der Nachweis eines aktuellen, negativen PCR-Tests erforderlich.

In Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Berlin gelten die Zugangsbeschränkungen bereits. In NRW setzt sich die Regel ebenfalls nach und nach durch – auch, wenn die Landesregierung die Einführung der Regel bisher ausgeschlossen hat. Denn nicht nur in Düsseldorf, der ersten Großstadt in NRW welche die die 2G-Regel generell einführen will, greift die Regel bereits jetzt schon.

Das Sachs im Bermudadreieck von Bochum ist seit Jahren eine äußerst beliebte Party-Location.

Für Restaurant- oder Clubbetreiber gilt: Sie können bei der Durchsetzung der 2G-Regel von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Und so darf ein Club wie das Sachs in Bochum auch unabhängig von einer landesweiten oder gesetzlichen Regel ungeimpften Besuchern den Zutritt verwehren.

Corona in Bochum: 2G-Regel für Einlass ins Sachs – Club im Bermudadreieck zeigt volle Härte

Und so gilt seit Donnerstag (16. September) in dem Bochumer Club, dass nur wer diese Nachweise vorzeigen kann, im Sachs feiern darf:

  • Vollständige Corona-Impfung
  • Maximal sechs Monate Genesen

Ein PCR-Test wird nur noch in Ausnahmefällen akzeptiert. Und dann auch nur, wenn der negative Testnachweis im Original und in Papierform vorliegt. Wer nur einen sogenannten Bürger- oder Schnelltest mitbringt, der in NRW bislang häufig reichte, kommt nicht rein. Gleiches gilt für alle, die zwar schon mit der Impfung begonnen haben, aber noch keinen vollständigen Impfschutz vorweisen können. Als vollständig geimpft gilt man in der Regel 14 Tage nach der letzten erforderlichen Impfdosis.

Club im Bochumer Bermudadreieck: 2G-Nachweise nur im Orginal oder der Corona-App

Für den Impf-Nachweis sollten vollständig Geimpfte am besten die CovPass-App nutzen, so das Sachs. Denn Screenshots oder Fotos von Impfausweisen, digitalen Impfnachweisen und Genesenenbescheinigungen würden ebenso wenig akzeptiert wie von PCR-Tests, Ausweisen, Führerscheinen oder dergleichen.

Drei Wochen lang haben die Clubs in NRW nun offen. Um mitfeiern zu können, sind viele Corona-Nachweise erforderlich.

Dass die Betreiber des Sachs mit ihrem neuen Regelwerk offenbar auch eine „Null-Toleranz-Strategie“ gegenüber Corona-Leugnern und Querdenkern fahren wollen, geht aus den Antworten auf einige Kommentare auf Facebook hervor (weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Keine Plattform für Querdenker: Sachs im Bochum hat keinen Lust auf Hetze

Auf unsachliche Kritik an den ergriffenen Maßnahme und den Vorwurf der Zensur reagiert das Sachs rigoros: „Wir sind einfach keine Plattform für euren geistigen Dünnschiss. Wir werden nicht tatenlos mit ansehen, wie ihr droht, beleidigt und denunziert. Wir haben mehrfach gewarnt und gebeten, das zu unterlassen. Wer das nicht akzeptiert, wird irgendwann einfach gelöscht. Denn hier geht es um unsere Gäste und uns. Nicht um dich und deine Querdenker.“

Warum die Betreiber des Clubs die Regeln nun mit voller Härte durchsetzen wollen, erklären sie aber auch damit, dass viele Besucher des Clubs die Nachweispflicht in den vergangenen Wochen nicht allzu ernst genommen hätten. „Deshalb lasst ihr uns leider keine andere Wahl“, heißt es weiter in dem Post. Das wichtigste sei, dass sich „jeder von euch bei uns maximal sicher fühlen kann“. Gäste, die die Einlass-Voraussetzungen nicht zu 100 Prozent erfüllen, würden abgewiesen.

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