Party-Viertel im Ruhrgebiet

Erste Bar am Bermudadreieck Bochum öffnet nur noch für Corona-Geimpfte

Im Bermudadreieck Bochum greift eine Bar nun hart durch. Dort gelten künftig strikte Corona-Regeln. Einlass ist dann nur noch Geimpften gestattet.

Bochum – Eine Impfpflicht gegen Corona gibt es in NRW (noch) nicht. Doch so langsam stellt sich an so manchem Ort so etwas wie eine Impfpflicht durch die Hintertür ein. Im Bochumer Party-Kiez Bermudadreieck lässt die erste Bar künftig nur noch Geimpfte hinein. Die Rede ist vom „Schulz“, jener Schlagerbar im Party-Viertel, bei der Junggesellen-Abschiede willkommen sind und mit Rodeo-Reiten geworben wird.

OrtBermudadreieck
StadtBochum, NRW
AdresseKortumstraße, Viktoriastraße u.a.

Bochum: „Schulz“ im Bermudadreieck lässt nur noch Menschen mit Corona-Impfung rein

Die Bar ließ am Sonntag (15. August) mit einem Facebook-Post aufhorchen. Darin kündigte das „Schulz“ an, ab dem 1. Oktober (Freitag) nur noch Geimpften Einlass zu gewähren. Diese Entscheidung sei „auf Empfehlung unserer Gäste“ getroffen worden.

„Dies soll keineswegs als Diskriminierung zu verstehen sein, sondern zum Schutz unserer Mitmenschen dienen“, schreibt das „Schulz“, dessen Inhaber Irfan Karakurt unter anderem auch das „Pizzamanns“ im Dreieck betreibt. Und weiter: „Das ist unser Beitrag, um schnell zurück in ein normales und sorgenfreies Leben zu finden.“

Dortmund und Bochum: Gastronomen setzen auf Corona-Impfung

Damit geht die Schlagerbar im Bermudadreieck denselben Weg wie ein Gastronom aus Dortmund. In der Nachbarstadt Bochums will künftig auch die Gaststätte Burg Heisterkamp nur noch Geimpfte einlassen.

Nur auf Gegenliebe stößt die Impfpflicht im „Schulz“ erwartungsgemäß nicht. Einzelne Facebook-User wünschen der Bar „viel Spaß beim Untergang“, andere werfen ihr „Diskriminierung“ und „Spaltung“ vor.

Bermudadreieck: Einlass nur mit Corona-Impfung ist kein generelles Thema

Christian Bickelbacher, Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bermuda3Eck Bochum (ISG) und selbst Betreiber mehrerer Lokale im Dreieck, zeigt sich ob der Entscheidung des „Schulz“ zwiegespalten (hier mehr Corona-News aus NRW bei RUHR24 lesen).

Das Bermudadreieck, so der bereits gegen Corona Geimpfte Gastronom, bestehe aus einem „bunten Völkchen“ aller Couleur und politischer Weltanschauungen. „Insofern soll es jeder machen, wie er mag“, sagt Bickelbacher gegenüber RUHR24.

Bermuda-Sprecher Bickelbacher will keine „Impfpflicht durch die Hintertür“

Eine Absprache innerhalb der Bermuda-Gastronomen gäbe es im Hinblick auf eine mögliche Impfpflicht daher nicht. Jeder und jede dürfe und solle das machen, was er oder sie wolle. Doch ganz geheuer ist Christian Bickelbach eine „Impfpflicht durch die Hintertür“, wie er sie selbst nennt, nicht. „Ich halte freiheitliche Beschränkungen grundsätzlich für ein Unding“, so der Betreiber des „Three Sixty“.

Christian Bickelbacher ist Sprecher der Gastronomen am Bermudadreieck in Bochum.

Als ISG-Mitglied wolle er aber keine Empfehlung geben, wie das Bermudadreieck nun beim Thema Impfen verfahren solle. „Das ist eine richtig perverse Situation“, hadert Bickelbacher mit der äußerst komplizierten Corona-Lage.

Bermudadreieck Bochum: Gastronomie läuft trotz Corona aktuell gut

Immerhin: Aktuell laufe es im Bermudadreieck bei den geöffneten Betrieben gut. Die Lust aufs Ausgehen ist seit dem letzten Lockdown offenbar ungebremst, wie am stets gut gefüllten Party-Kiez zu sehen ist.

Lange Zeit galt im Bermudadreieck während der Corona-Pandemie auch an der frischen Luft Maskenpflicht. Diese ist inzwischen aufgehoben.

Auch das prophezeite große Gastronomie-Sterben ist im Bermudadreieck ausgeblieben, wie Bickelbacher beobachtet. Einzig der „Platzhirsch“, die Shisha-Bar „Nilex“ und das indische Restaurant „Taj Mahal“ haben während der Pandemie geschlossen. Clubs wie das „Sachs“ leiden allerdings nach wie vor unter den Disco-und-Club-Regeln in der Coronaschutzverordnung von NRW.

Bickelbacher selbst ist als Betreiber des Burger-Restaurants „Beef and Burger“ von Corona betroffen. Das Lokal sei geschlossen, weil es schlicht kein Personal mehr gebe. Viele Mitarbeiter seien abgewandert in coronasichere Branchen – etwa der Logistik. Aber das ist wiederum eine ganz andere Folge der Pandemie.

Rubriklistenbild: © Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt