Bielefeld ist Risikogebiet

Corona-Entwicklung „besorgniserregend“: Diese Maßnahmen gelten für Bielefeld

Bund und Länder haben zu neuen Corona-Maßnahmen getagt. Besonderes Augenmerk liegt auf Armin Laschet und NRW mit seinen vielen Risikogebieten – zu denen nun auch Bielefeld zählt.

Update: 16. Oktober. Der Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Dies machte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Freitag (16. Oktober) deutlich. In den vergangenen Wagen und Wochen hat es in vielen Städten des Landes einen signifikanten Anstieg der Neuinfektionen gegeben. Die Stadt Bielefeld gilt mittlerweile sogar als Risikogebiet*. In der Staatskanzlei Düsseldorf hat Laschet nun die neuesten Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie verkündet.

„Das Virus breitet sich schnell und stark aus“, betonte Armin Laschet noch einmal. Die jüngsten Entwicklungen im Hinblick auf das Coronavirus bezeichnet der NRW-Ministerpräsident als „besorgniserregend“. Die neuen Regelungen werden in zwei Stufen unterteilt: Gefährdungsstufe I gilt für Städte und Kommunen, in denen der 7-Tages-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über 35 liegt. Dann gelten folgende Maßnahmen:

  • Veranstaltungen und Versammlungen sowie Kongresse mit mehr als 1000 Personen sind unzulässig.
  • An Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens 25 Personen teilnehmen (gilt ab Montag, 19. Oktober).
  • Die Maskenpflicht gilt auch am Sitz- oder Stehplatz bei Konzerten, Aufführungen, sonstigen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen sowie für Zuschauer bei Sportveranstaltungen.
  • Die Maskenpflicht gilt auch in regelmäßig stark frequentierten Außenbereichen wie Fußgängerzonen, in denen der Mindestabstand kaum einzuhalten ist. Wo genau das vor Ort ist, legen die Kommunen ausdrücklich fest.
  • Die Kommunen können in Abstimmung mit dem Landeszentrum Gesundheit, dem Gesundheitsministerium und der Bezirksregierung weitere Schutzmaßnahmen wie eine Sperrstunde für gastronomische Einrichtungen anordnen.

Sollte der Inzidenzwert 50 überschritten werden und ein Kreis oder eine NRW-Stadt, wie zuletzt Bielefeld, als Risikogebiet eingestuft werden, greift Gefärdungsstufe II. Dabei gelten folgende Regelungen, die Armin Laschet am Freitag verkündete:

  • Bei Veranstaltungen sind innen und außen maximal 100 Personen zulässig; es sei denn, die zuständige Behörde lässt Ausnahmen auf Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zu.
  • Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke ist von 23 Uhr bis 6 Uhr unzulässig (Sperrstunde).
  • An Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen (gilt ab Montag, 19. Oktober).
  • In der Öffentlichkeit dürfen sich außerhalb von Familien und Personen zweier Hausstände nur noch Gruppen von höchstens fünf Personen treffen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann betonte zudem, dass Bundesliga-Spiele in NRW in absehbarer Zeit ohne Zuschauer stattfinden werden. Somit steht auch fest, dass die Partie zwischen Arminia Bielefeld und dem FC Bayern München vor leeren Rängen stattfinden wird.

Coronavirus: Diese Beschlüsse gelten jetzt in NRW

Erstmeldung: 15. Oktober. Bielefeld – Nicht nur in NRW blicken viele Bürger nicht mehr durch. Neue Regelungen jeden Tag, die Minister sind sich uneinig über die Strenge der Maßnahmen, die Länder dürfen durch das Infektionsschutzgesetz vieles weiterhin selbst bestimmen. Corona-Deutschland ist erneut ein Flickenteppich. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, finden Sie hier alle neuen Beschlüsse vom 14. Oktober in der Übersicht.

Viele Formulierungen sind jedoch wage geblieben. Die Frage zum umstrittenen Beherbergungsverbot konnte nicht geklärt werden und wurde verschoben. Derweil werden immer mehr Städte, besonders in Armin Laschets (CDU) bevölkerungsreichem NRW, zu Corona-Hotspots. Nun hat auch Bielefeld den Inizidenzwert von 50 geknackt und zählt somit offiziell als Risikogebiet.

StadtBielefeld
Einwohner334.195
BundeslandNRW
Möchte kein Beherbergungsverbot für NRW: Ministerpräsident Armin Laschet.

Bielefeld und NRW: Corona-Regelungen von Bund und Ländern nicht unumstritten

Nachdem Bund und Länder bereits eine wichtige Corona-Regelung auch in NRW vorzeitig in Kraft setzten*, zog die Regierung nun noch einmal nach. Angela Merkel (CDU) hat sich in Berlin mit den Länderchefs getroffen, um die Corona-Auflagen noch einmal zu verschärfen und zu vereinheitlichen. Das Ergebnis ist umstritten. Kritisiert wird vor allem, dass die Regeln noch immer nicht einheitlich genug sind und die Bundesländer noch immer zu viel Entscheidungsspielraum haben. Auch, dass die Entscheidung zum Beherbergungsverbot aufgeschoben wurde, sorgt für Unmut. Armin Laschet schloss ein Beherbergungsverbot bei den Corona-Maßnahmen in NRW weiterhin aus.*

Sowohl Angela Merkel, als auch Kanzleramts-Chef Helge Braun (CDU) äußerten sich nach dem Treffen mahnend. Beide appellierten dringend an die Bürger, vernünftig und besonnen zu handeln, damit die Corona-Pandemie in den Griff bekommen werden kann. Braun sagte, jeder einzelne müsse mehr tun, als die Minister beschlossen haben. Welche Regelungen ab sofort auch in Bielefeld und NRW gelten, haben wir zusammengefasst.

Diese neuen Corona-Regeln gelten ab sofort für Bielefeld und NRW

Im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW werden immer mehr Städte zu Corona-Hotspots. Als solche gelten Städte und Regionen, die eine Neuinfektionsrate von 50 pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen (sogenannter Inzidenzwert) überschreiten. Dazu zählt mittlerweile unter anderem fast das komplette Ruhrgebiet sowie Köln und Düsseldorf. Mit einem Inzidenzwert von 43,7 bewegt sich auch Bielefeld auf den kritischen Wert zu. Dass der Bundesliga-Kracher Arminia Bielefeld gegen den FC Bayern damit zum Geisterspiel wird*, ist so gut wie sicher. Ministerpräsident Armin Laschet ist dennoch weiterhin gegen ein Beherbergungsverbot. Folgende Corona-Maßnahmen gelten ab sofort für Bielefeld und NRW ab einem Inzidenzwert von bereits 35:

  • Maskenpflicht: Diese gilt ab einem Inzidenzwert von 35 auch im öffentlichen Raum überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen.
  • Sperrstunde: Diese wird für die Gastronomie in betroffenen Regionen von Bund und Ländern lediglich empfohlen. Für NRW wurde eine Sperrstunde samt Alkoholverbot allerdings fest vorgeschrieben*, wenn der Inzidenzwert von 50 erreicht wird.
  • Veranstaltungen: Die Anzahl der Gäste für öffentliche Veranstaltungen wird weiter begrenzt. In welchem Umfang wurde ebenfall noch nicht bekanntgegeben.
  • Private Feiern: Allen Bürgern wird dringend geraten, abzuwägen, ob private Feiern notwendig sind. Ab einem Inzidenzwert von über 35 gilt: höchstens 15 Gäste bei Feiern im privaten Raum, höchstens 25 Gäste im öffentlichen Raum.
  • Beherbergungsverbot: Die Entscheidung zum Beherbergungsverbot steht aus und soll nach den Herbstferien (8. November) neu diskutiert werden.
  • Inlandsreisen: Nicht erforderliche Reisen in und aus Risikogebieten sollen unterlassen werden.
  • Auslandsreisen: Ab dem 8. November müssen Rückkehrer aus Risikogebieten zehn Tage in Quarantäne, sollte die Reise ohne triftigen Grund stattgefunden haben. Ab dem 5. Tag darf auf Corona getestet werden. Ausnahmen gelten für Pendler und notwendige Reisen.
  • Wirtschaft: Unternehmen, die aufgrund der Auflagen erhebliche Einschränkungen im Betrieb hinnehmen müssen, sollen unterstützt werden.
  • Corona-Schnelltests: Der Bund übernimmt die Kosten für regelmäßige Schnelltests von Patienten, Besuchern und Personal in Krankenhäusern, sowie Bewohnern, Besuchern und Beschäftigten in Pflege-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen.

Zudem wurde auch an der bisherigen Obergrenze festgehalten. Diese Regelungen gelten für sogenannte Corona-Hotspots, also ab einem Inzidenzwert von 50:

  • Maskenpflicht im öffentlichen Raum
  • Maximal 5 Personen dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen.
  • Die Gastronomie soll ab 23 Uhr schließen und keinen Alkohol mehr ausschenken.
  • Maximal 10 Personen bei Feiern in der Öffentlichkeit, maximal 10 Personen aus zwei Haushalten im privaten Raum.
  • Maximal 500 Teilnehmer bei öffentlichen Veranstaltungen (draussen). Maximal 250 Teilnehmer drinnen.
  • ULTIMATUM: Sollten auch diese Regeln nicht ausreichend greifen, dürfen sich nur noch fünf Personen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen.

Unterm Strich basiert ein Großteil der aktuellen Corona-Beschlüsse auf den dringenden Appell an die Bürger, umsichtig zu sein und sich erneut auf weniger soziale Kontakte einzustellen. Der Ministerpräsident von Bayern, Markus Söder (CSU), brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Mehr Maske, weniger Alkohol und deutlich weniger feiern!“

Leider gelten mittlerweile auch immer mehr weitere NRW-Städte als Corona-Hotspot* und müssen mit drastischen Einschränkungen rechnen. (*Owl24.de, wa.de und msl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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