Verdacht des Kindesmissbrauchs

Großer Missbrauchsfall in NRW: Neue Details nach Razzia - Verdächtige in NRW ermittelt

Ende Oktober 2019 haben Polizisten bei der Durchsuchung einer Wohnung in Bergisch Gladbach belastendes Beweismaterial gefunden, das schweren sexuellen Missbrauch an Kindern zeigen soll. 
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Ende Oktober 2019 haben Polizisten bei der Durchsuchung einer Wohnung in Bergisch Gladbach belastendes Beweismaterial gefunden, das schweren sexuellen Missbrauch zeigen soll. 

Seit Oktober ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Tatverdächtige im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach. Jetzt gab es eine große Razzia.

  • Vor knapp einem Jahr haben Polizisten bei der Durchsuchung einer Wohnung in Bergisch Gladbach Aufnahmen von sexuellem Kindesmissbrauch gefunden. 
  • Am Dienstag (1. September) wurden bundesweit Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht.
  • Auch die Polizei Recklinghausen war im Einsatz. 

Update, Mittwoch (2. September), 16.30 Uhr: NRW - Die Polizei Köln hat am Mittwoch (2. September) in einer Pressekonferenz neue Details zu den bundesweiten Razzien im Falle des Bergisch Gladbacher Missbrauchsfalls am Vortag bekannt gegeben. Am Dienstag (1. September) hatten Polizisten 50 Wohnungen von Tatverdächtigen in insgesamt zwölf Bundesländern durchsucht.

Großer Missbrauchsfall in NRW: Polizei gibt neue Details über bundesweite Razzia bekannt

Die Durchsuchungen seien bei 48 Männern und zwei Frauen durchgeführt worden, alle Verdächtigen seien derzeit jedoch auf freiem Fuß, erklärte Ermittlungsleiter Michael Esser an. Es seien keine Haftbefehle vollstreckt worden. Der Einsatz sei trotzdem von allen Beteiligten als großer Erfolg gewertet worden, heißt es.

Insgesamt waren bei den Razzien deutschlandweit am Dienstag 1.000 Einsatzkräfte unterwegs, 280 davon alleine in NRW. In NRW habe es neun Untersuchungen in Köln, Bonn, Düsseldorf und Recklinghausen gegeben.

Ursprungsmeldung, Dienstag (1. September), 19.30 Uhr: Der Bergisch Gladbacher Missbrauchsfall hält Polizei und Staatsanwaltschaft immer noch in Atem: Seit Oktober 2019 wird gegen mehrere Tatverdächtige ermittelt, heute haben Polizisten bundesweit 50 Wohnungen von neuen Tatverdächtigen durchsucht. Ob auch ein Verdächtiger aus Duisburg diesem Missbrauchskomplex zugeordnet werden kann, ist noch nicht klar.

Missbrauchsfall Bergisch Gladbach: Auch Recklinghäuser Polizei Teil des Durchsuchungs-Einsatzes

Seit dem frühen Morgen soll die Polizei laut einer Pressemitteilung der Polizei und Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag im Einsatz gewesen sein und bundesweit Wohnungen von 50 Tatverdächtigen (Stand 15 Uhr) durchsucht haben. Wie die Polizei Recklinghausen in einer Pressemitteilung erklärt, seien auch Einsatzkräfte der Stadt im Ruhrgebiet in die Ermittlungen eingebunden gewesen. 

Die Bewohner der durchsuchten Häuser stehen unter Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie. Die Durchsuchungen seien laut der Polizei Köln aufgrund von umfangreichen Datenauswertungen erwirkt worden sein. 

Polizei Köln: Vier Personen bei bundesweiter Razzia im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach leicht verletzt

Wie die Polizei berichtet, sei der Einsatz vielerorts mit Spezialeinheiten vonstattengegangen. Nach Angaben der Polizei und Staatsanwaltschaft Köln seien vier Personen nach bisherigen Kenntnissen sogar leicht verletzt worden sein, was laut WDR auf Widerstandshandlungen schließen lasse. 

Im Bergisch Gladbacher Missbrauchskomplex haben Polizei und Staatsanwaltschaft heute bundesweit Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht.

Wie die Polizei ebenfalls mitteilte, seien die Einsatzmaßnahmen derzeit zwar noch nicht gänzlich abgeschlossen, eine erste Sichtung und Bewertung sichergestellter Beweismittel sei jedoch bereits im Gange. Am Mittwoch (2. September) wollen die Staatsanwaltschaft und Kriminaldirektor Michael Esser in Köln zu den Hintergründen des Einsatzes und gegebenenfalls zu ersten Ergebnissen Stellung nehmen. 

Video: 30.000 Tatverdächtige im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach zieht immer größere Kreise - auch Männer aus dem Ruhrgebiet festgenommen

Bereits Ende Oktober 2019 hatten Polizisten bei der Durchsuchung einer Wohnung in Bergisch Gladbach einen schrecklichen Fund gemacht. Sie stellten Daten in einem Umfang von drei Terabyte sicher, die unter anderem schweren sexuellen Kindesmissbrauch zeigen sollen. Dabei handele es sich vor allem um Hunderttausende Bilder und Videoaufnahmen.

Vier Männer waren direkt im Anschluss an die Durchsuchungen festgenommen worden. Anschließend hatte der Missbrauchsfall immer größere Kreise gezogen: Auch in Lünen im Kreis Unna und in Oberhausen waren in den folgenden Monaten Tatverdächtige festgenommen worden. Noch immer ermittelt eine mehr als hundertköpfige Ermittlungsgruppe in Köln gegen ein Netzwerk von Männern, denen Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. 

Indes treten in NRW drastische Neuerungen in Sachen Kindesmissbrauch in Kraft: Von nun an haben Fälle von sexueller Kindesmisshandlung eine andere Gewichtung. In NRW sind jetzt die Kriminalhauptstellen für sie zuständig. "Damit behandeln wir diese Delikte organisatorisch genauso hochrangig wie Mord und Totschlag", so NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).