Wettbieten beginnt

„Bares für Rares“: Ehepaar aus NRW hat Glück und räumt mit Vase ab

Bares für Rares Vase
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Eine Vase im Jugendstil-Design sorgt bei „Bares für Rares“ für eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Der ZDF-Trödelklassiker „Bares für Rares“ ist immer für eine Überraschung gut. Ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen hatte jetzt das Glück auf seiner Seite.

Düren – Die Trödelshow „Bares für Rares“ mit Moderator Horst Lichter ist aus dem ZDF-Programm kaum noch wegzudenken. Täglich schauen sich etliche Antiquitäten-Fans die Expertise zu den einzelnen Objekten und die anschließende Verhandlung im Händlerraum an. Am Mittwoch (25. August) wurden sie dabei Zeugen einer regelrechten Achterbahnfahrt.

ShowBares für Rares
SenderZDF
ModerationHorst Lichter
Jahr(e)seit 2013

„Bares für Rares“ (ZDF): Ehepaar aus NRW will pompöse Blumenvase aus Keramik verkaufen

In den Hauptrollen: Natascha und Ralf Möß. Das Ehepaar aus Düren in Nordrhein-Westfalen kam mit einer großen und – wie Horst Lichter schnell anmerkte – alles andere als dezenten Blumensäule aus Keramik zu „Bares für Rares“. Allzu viel wussten Natascha und Ralf im Vorfeld nicht über das Stück.

Es stamme vom Dachboden der Eltern von Ralf. „Wir haben ein bisschen im Internet gesucht, aber abgesehen vom Künstler nichts zu der Säule gefunden“, so Natascha. Abhilfe soll Kunstkenner Albert Maier schaffen. Der 71-Jährige fungiert in der ZDF-Show als Experte für Kunstgegenstände.

Albert Maier ist bei „Bares für Rares“ Experte für Kunstobjekte.

Bei der Vase handle es sich eindeutig um Jugendstil, stellte Maier schnell fest. Das Design ist durchaus gewöhnungsbedürftig. „Die Vase beginnt unten mit einem Seerosenteich und da kommt das Schilf herausgewachsen. Um dieses Schilf windet sich mit ihrem langen Kleid eine Libellenfrau – wie eine Nymphe entsteigt sie dem Wasser.“ Ob schön oder nicht: „Die ist perfekt gelungen“, stellte der Experte fest.

„Bares für Rares“ (ZDF): Keramik-Blumensäule von NRW-Ehepaar ohne Schäden 1500 Euro wert

Zudem ließe sich die Blumensäule ziemlich genau datieren. Sie sei laut Maier zwischen 1900 und 1905 im französischen Vallauris in der Nähe von Cannes entstanden. Die Gemeinde ist zu dieser Zeit für ihre Keramikarbeiten bekannt gewesen, selbst Pablo Picasso verbrachte dort ein Jahr. Zudem steht der Name des Künstlers auf der Vase: Jerome Massier.

Erfahrene „Bares für Rares“-Gucker dürften angesichts einer solchen Expertise schon die Kasse klingeln hören. Doch Albert Maier ist mit seiner Einschätzung noch nicht fertig. Es folgt die große Ernüchterung (mehr News zu TV und Promis aus NRW bei RUHR24).

„Der Zustand ist leider Gottes nicht mehr der beste. Oben, wo die Libellen sind, sind alle Flügel abgebrochen. Wieso die so gleichmäßig abgebrochen sind, weiß ich auch nicht“, stellt der Experte fest. Mit 500 bis 600 Euro liegt die Schätzung zwar immer noch über dem Wunschpreis des Dürener Ehepaars (rund 200 Euro). Aber: „Ohne die Beschädigungen wäre ich bei 1500 Euro“, so Maier.

Ehepaar aus Düren (NRW) kassiert bei ZDF-Show „Bares für Rares“ den doppelten Expertise-Preis

Trotzdem ging es für Natascha und Ralf Möß in den Händlerraum. Den Händlern blieben die Beschädigungen an der Keramik-Blumensäule nicht verborgen. „Habt ihr die Flügel zu Hause gelassen“, fragte Walter „Waldi“ Lehnertz das Ehepaar gewohnt provokant. Doch trotz des offensichtlichen Makels schien die Vase gut anzukommen.

Susanne Steiger bezeichnete das Objekt als „richtiges Mädchenteil“ und pulverisierte mit ihrem Einstiegsgebot von 700 Euro direkt die Expertise. In der Folge entwickelte sich dann ein regelrechtes Wettbieten unter Steiger, Wolfgang Pauritsch und Fabian Kahl. Zwischen den Geboten diskutierten Pauritsch und Kahl erneut über die fehlenden Flügel.

Video: „Bares für Rares“-Experte Fabian Kahl war nicht immer erfolgreich

„Du kannst bei jedem Flügel mindestens mit 100 Euro rechnen. Dann musst du auch erstmal den Pinselstrich des Künstlers wieder draufhaben. Das ist ja keine mechanische Malerei, sondern wirklich sehr impressiv“, glaubt Kahl. Trotz der notwendigen Restaurierungsarbeiten entschied er das Wettbieten mit einem Gebot von 1200 Euro am Ende für sich.

„Da kann man jetzt noch ein bisschen investieren. Das ist in Ordnung. Dann sieht die wieder top aus.“ Und auch Natscha und Ralf Möß aus Düren sind am Ende der Verhandlung sichtlich zufrieden und betonten, jetzt mit einem „super Gefühl“ wieder nach Hause zu fahren. Danach hatte es nach der Expertise zunächst nicht ausgesehen.

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