Karte zeigt Flüsse und Seen

Badeseen in NRW: Wasserqualität ist laut Ministerium gut - mit Ausnahmen

In NRW gibt es viele Badeseen - doch wie ist deren Wasserqualität? Das NRW-Gesundheitsministerium hat zu der Frage nun Ergebnisse.

  • Wetterexperten sagen einen heißen Sommer 2020 voraus.
  • Eine Alternative zum Freibad sind Badeseen oder Badestellen an Flüssen.
  • Doch wie sauber sind die Gewässer? Und tummeln sich Viren des Coronavirus* darin?

NRW - Der letzte Sommer hat es vorgemacht und wie es aussieht, werden auch die kommenden Wochen und Monate heiß und sonnig. Eine Abkühlung im Wasser verschafft da Erleichterung. Doch Freibäder sind oft überfüllt, in Zeiten des Coronavirus vielleicht sogar noch geschlossen. Eine Alternative bietet das Baden in Seen oder Flüssen, rät RUHR24.de*.

Schöne Badeseen in NRW

Sechs-Seen-Platte

Duisburg

Nord- und Südsee

Xanten

Strandbad Otto-Maigler-See

Köln

Seebad

Haltern am See

Rursee

Eifel

Biggesee

Sauerland

Freibad Bettenkamper Meer

Moers

Badeseen in NRW: Ungetrübtes Badevergnügen

Badeseen und Badestellen an Flüssen, Naturbäder oder auch Badeweiher - Badegewässer gibt es in NRW (alle Artikel im NRW-Ressort auf RUHR24.de*) viele. An insgesamt 108 ausgewiesenen Badestellen an 83 Badegewässern fänden während der Badesaison regelmäßig Untersuchungen der Wasserqualität statt, informiert das Land NRW. Mindestens alle vier Wochen würden Wasserproben zur Analyse entnommen. Ungetrübtes Badevergnügen in ungechlortem Wasser also?

Für die allermeisten Badestellen in NRW gilt das tatsächlich. Nur einige wenige Ausreißer trüben das Vergnügen ein wenig. Auch im Ruhrgebiet, das hin und wieder noch immer mit seinem Ruf als naturferne und schmutzige Industrieregion zu kämpfen hat, erhielt fast jedes Badegewässer das Prädikat "ausgezeichnet" oder "gut", das zeigen vom Land bereit gestellte Übersichtskarten aller Badestellen in NRW.

Selbst das Baden in der Ruhr könnte in Bochum* bald womöglich erlaubt sein. Immerhin arbeitet die Stadt Bochum an einem entsprechenden Konzept. Noch sind Badestellen im Ruhrgebiet zwischen Bochum und Dortmund rar. Deshalb warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor dem Baden in unbewachten Seen und Kanälen während dem Hitze-Sommer in NRW.

Badeseen in NRW: Ein See schneidet schlechter ab

Im Ruhrgebiet ist einzig der Horstmarer See bei Lünen nur mit "ausreichend" vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ausgewiesen worden. Der Badesee wies im Jahr 2019 eine höhere Anzahl E. coli Bakterien auf. Diese Bakterien gehören zwar zur herkömmlichen Darmflora von Menschen und Tieren, weisen aber beim Vorhandensein im Wasser auf fäkale Verunreinigungen hin. 

Verunreinigungen, die im Badesee unerwünscht seien, so das LANUV, da mit Fäkalien potenzielle Krankheitserreger ins Wasser gelangen könnten. Am Horstmarer See scheint eine erhöhte Anzahl an Kanadagänsen, die den See ebenfalls gerne besuchen, für die schlechtere Gewässerqualität verantwortlich zu sein, so das Land NRW.

Baden in NRW: Badeverbot am Baldeneysee kurzzeitig möglich

Für das Seaside Beach am Baldeneysee in Essen gelten zudem immer mal wieder Einschränkungen. Der See sei "anfällig für kurzzeitige Verschmutzungen", die dazu führen könnten, dass ein Badeverbot ausgesprochen werden könne.

Badestellen an RUHR und Niederrhein - die Wasserqualität der Badeseen überzeugt.

Die routinemäßige Überwachung der Badegewässer stelle sicher, dass dem "Badevergnügen in allen 83 Badegewässern Nordrhein -Westfalens nichts entgegenstünde", so Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Selbst der Coronavirus scheint dem keinen Riegel vorzuschieben. Aber nur dann, wenn alle umsichtig seien und die Hygiene- und Abstandsregeln konsequent einhielten, mahnt die Ministerin. 

NRW: Baden in Seen auch in Zeiten des Coronavirus möglich

Nur über das Wasser scheint sich das Coronavirus jedenfalls nicht zu verbreiten. Bisher gebe es laut Weltgesundheitsorganisation keine Hinweise darauf, so das Umweltbundesamt, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen* würde. 

Dass man sich also beim Baden mit dem Coronavirus anstecke, wird derzeit vom Umweltbundesamt vor allem aufgrund zweier Faktoren als unwahrscheinlich angesehen. Zwar sei ein Eintrag des Coronavirus in Badegewässer prinzipiell über Abwassereinleitungen denkbar, doch auch bei Covid-19 Patienten seien infektiöse Coronaviren nur in Einzelfällen und in ganz geringen Konzentrationen im Stuhl nachgewiesen worden. 

Coronavirus: Auch beim Baden Abstand wahren

Zum anderen sei die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung auch wegen der Verdünnung durch das Wasser äußerst gering. Hauptübertragungsweg bleibe die direkte Infektion von Mensch zu Mensch.

Eine Gefahr besteht beim Baden demnach wie überall dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen, also wenn der Abstand zum Nächsten nicht gewahrt wird. Wie die "Ölsardinen" am Badestrand liegen ist also nicht angebracht. Wie für Freibäder gilt auch für Badestellen an Seen und Flüssen: Weniger ist mehr. Wo es also bereits voll ist, sollte man sich nicht noch dazwischen quetschen.

Baden in NRW: Warnung vor dem Rhein

Eine Warnung des LANUV sollte zudem von keinem, der Abkühlung sucht, übersehen werden: "Baden im Rhein ist lebensgefährlich!" Denn der Rhein sei eine viel befahrene Schifffahrtsstraße. Hinzu käme, dass der Rhein eine starke Strömung aufweise, auch Turbulenzen und Strudel mit enormer enorme Sogwirkung machten den Rhein gefährlich. 

Die Fahrrinne der Schiffe liege zudem sehr nahe am Ufer, sodass Badende - allen voran Kinder - durch den Sog und Schwall in Gefahr geraten würden. Tödliche Badeunfälle im Rhein zeigten immer wieder, dass die Tücken des Rheins nicht unterschätzt werden sollten.

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Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch / dpa

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