Kampf gegen die Pandemie

Ausgangsbeschränkung in NRW: In welchen Städten gilt sie aktuell und in welchen nicht?

Immer mehr Städte und Kreise setzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf Ausgangssperren. Wo sie aktuell gelten und ob sie überhaupt etwas bringen.

NRW - Die einen Städte haben sie, die anderen haben sie nicht: Ausgangssperren. Kaum ein anderes Thema wird dieser Tage so heiß diskutiert wie das nächtliche Verbot die eigene Wohnung zu verlassen. Aber wo gelten die Ausgangsbeschränkungen überhaupt? Hier die Übersicht.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)
LandeshauptstadtDüsseldorf

Ausgangssperre in NRW: Soziale Kontakte unterbinden und Infektionen verhindern

Die Infektionszahlen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland steigen und steigen. Am Montag (19. April) kamen in NRW insgesamt 2.853 neue Infektionen dazu - die Wocheninzidenz kletterte auf 171,1.

Immer mehr Kommunen reagieren auf die steigenden Infektionszahlen mit nächtlichen Ausgangssperren, die das öffentliche Leben in den späten Abendstunden und frühen Morgenstunden stark eindämmen sollen. Vor allem soziale Kontakte sollen mit den Beschränkungen unterbunden werden. Aber auch das Einkaufen ist in Städten und Kreisen mit einer Ausgangssperre ab einer bestimmten Zeit nicht mehr erlaubt. Es handelt sich um einen Zeitraum zwischen 21 Uhr und 5 Uhr (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Ausgangssperre in NRW: Welche Städte haben sie im Kampf gegen Corona eingeführt?

Diese Städte und Kreise haben sich bislang für eine nächtliche Ausgangsbeschränkung entschieden (Stand Montag, 19. April):

  • Köln (ab Samstag, 17. April)
  • Krefeld (ab Montag, 19. April)
  • Hagen (seit 13. April)
  • Remscheid (seit 13. April)
  • Wuppertal (ab Montag, 19. April)
  • Märkischer Kreis (ab Montag, 19. April, auch Verbot vom Spazierengehen und Joggen)
  • Oberbergischer Kreis (ab Samstag, 17. April)
  • Kreis Siegen-Wittgenstein (seit 9. April)
  • Kreis Minden-Lübbecke (seit 23. März)
  • Kreis Unna (ab Montag, 19. April)
  • Leverkusen (seit Samstag, 17. April)

Ausgangssperre: Neuer Kompromiss könnte für lockere Regeln sorgen

Die nächtlichen Ausgangssperren sorgen nicht nur in NRW, sondern in ganz Deutschland für rege Diskussionen. Eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes könnte nun dafür sorgen, dass die Beschränkungen künftig weniger streng gehandhabt werden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Montag (19. April) berichtet, wollen sich die Regierungsfraktionen der CDU und SPD auf einen Kompromiss geeinigt haben. So sollen die nächtlichen Ausgangssperren in Zukunft nicht mehr von 21 Uhr bis 5 Uhr gelten, sondern erst ab 22 Uhr. Außerdem sollen Spaziergänge sowie das Joggen bis Mitternacht erlaubt bleiben.

NRW- Gesundheitsminister Laumann spricht sich gegen Ausgangssperren aus

In letzter Zeit wurde die Kritik gegenüber Ausgangssperren immer lauter. Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte bereits Zweifel an den strengen Corona-Beschränkungen ausgesprochen. Im WDR2-Morgenmagazin sprach er sich erst kürzlich gegen bundes- und landesweite Kontaktbeschränkungen aus.

Er warnte, dass die Hürden für Ausgangssperren vor Gericht sehr hoch seien. Er sei gespannt, wie das Bundesverfassungsgericht auf das Vorhaben der Bundesregierung reagiere. Laumann: „Rechtssichere Ausgangssperren zu machen, ist ein Kunststück.“

Wirksamkeit von Ausgangssperren ungeklärt: Wissenschaftler kommen zu interessanten Ergebnissen

Auch in der Wissenschaft werden die Zweifel darüber, ob Ausgangssperren ein wirksames Mittel gegen die Pandemie sein können, immer lauter. In Studien über den Nutzen von Ausgangssperren kommen Experten zu dem Ergebnis, dass nächtliche Ausgangssperren nur bedingt helfen und einen geringen Teil der Neuinfektionen verhindern.

Deutsche Aerosol-Forscher kommen sogar zu dem Ergebnis, dass nächtliche Ausgangssperren „kontraproduktiv“ seien und verweisen auf die geringe Infektionsgefahr unter freiem Himmel.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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