Nach 22 Uhr draußen frei bewegen

NRW: Corona-Ausgangssperren werden in immer mehr Städten aufgehoben – was das jetzt bedeutet

Seit einigen Wochen gilt in ganz Deutschland eine nächtliche Ausgangssperre für besonders von Corona betroffene Regionen. Wann wird sie wieder aufgehoben?

NRW - Sie soll soziale Kontakte unterbinden und das öffentliche Leben in der Nacht deutlich reduzieren: die nächtliche Ausgangssperre. In Deutschland gilt sie seit dem 24. April bundesweit in allen Städten und Kreisen mit einer stabilen Inzidenz von über 100. Sie ist Teil der Bundesnotbremse.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
LandeshauptstadtDüsseldorf
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Ausgangssperre in NRW: Ab 22 Uhr darf man nur noch alleine und zu Fuß raus

Wer in Dortmund, Bochum oder Recklinghausen ab 22 Uhr nach draußen gehen möchte, braucht dazu aktuell einen triftigen Grund. Denn in NRW gilt seit Ende April eine nächtliche Ausgangssperre bis 5 Uhr morgens. Immerhin: Bis Mitternacht gibt es eine Art „Kulanz-Zeit“, in der man zumindest alleine oder mit dem Hund spazieren gehen kann. Auch das Joggen ist erlaubt. Mal eben mit dem Auto zur Tankstelle fahren aber nicht.

Wer gegen die Ausgangssperre verstößt und erwischt wird, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Je nach Art des Verstoßes kann die Strafe mehrere hundert Euro betragen. Kommen noch andere Verstöße hinzu - wie etwa das Treffen in einer Gruppe - wird es noch teurer.

Ausnahmen, um trotz Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr draußen sein zu dürfen, gibt es für Arbeitnehmer, pflegende Angehörige oder Kranke.

Ausgangsperre in NRW wegen Bundesnotbremse: Tritt sie außer Kraft, darf man wieder raus

Am Samstag (15. Mai) gilt die Ausgangssperre bereits seit drei Wochen. Zu Recht kommt dabei die Frage auf, wann die Beschränkung wieder gelockert wird. Ab einer Inzidenz unter 100? Unter 50? Oder sogar erst, wenn die Corona-Pandemie vorbei ist? Keine Sorge - so schlimm ist es nicht.

Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis an drei aufeinander folgenden Tagen über 100, dann greift die bundesweite Notbremse zusammen mit der nächtlichen Ausgangssperre.

Bleibt die Sieben-Tage-Inzidenz hingegen an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100, tritt die Notbremse außer Kraft und die Ausgangssperre wird wieder aufgehoben. Das ist in NRW aktuell in Mülheim an der Ruhr der Fall: Dort sind die Infektionszahlen so stark gesunken, dass die nächtliche Ausgangssperre seit dem 14. Mai aufgehoben ist (alle Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr: In diesen NRW-Städten gilt die Beschränkung noch

Aber wie sieht es in den anderen Städten in Nordrhein-Westfalen aus? Ist dort die Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre ebenfalls in Sichtweise? Hier kommt eine Auswahl der Regionen, in der die Beschränkung derzeit (noch) gilt (Stand 14. Mai mit Angabe der Inzidenz):

  • Bochum (114,3)
  • Dortmund (128,9)
  • Duisburg (125,3)
  • Düsseldorf (86,4)
  • Essen (72,6)
  • Gelsenkirchen (110,5)
  • Köln (112,5)
  • Kreis Recklinghausen (93,6)
  • Kreis Unna (121,8)

Von den genannten Städten haben derzeit Düsseldorf, Essen und der Kreis Recklinghausen die besten Chancen darauf, sich schon bald von der nächtlichen Ausgangssperre verabschieden zu können. Im Ennepe-Ruhr-Kreis (mit den Städten Witten und Ennepetal) im südlichen Ruhrgebiet könnte die Bundesnotbremse schon ab Sonntag 0 Uhr gelockert werden. Dann würde die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegen.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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