Seit 1. Januar 2023

NRW ändert nach 150 Jahren Regelung bei der Ausbildung

Das Land NRW ändert zum 1. Januar 2023 eine Regelung in der Ausbildung. Der Schritt soll die Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung gewährleisten.

Düsseldorf – Eine Ausbildung in Teilzeit ist inzwischen in vielen Branchen in NRW Usus. Im Bereich der Rechtswissenschaft gab es diese Möglichkeit aber bislang noch nicht – seit 150 Jahren, um genauer zu sein. Ab dem 1. Januar 2023 ändert sich das aber.

NRW schafft nach 150 Jahren Regelung bei Ausbildung für Juristen ab

Konkret geht es um Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare, die in ihren Vorbereitungsdienst (auch Rechtsreferendariat) gehen. Dieses startet nach dem ersten Staatsexamen und dauert zwei Jahre. Es endet mit dem zweiten Staatsexamen und ist Teil der Ausbildung zum Volljuristen.

In Teilzeit können diese Ausbildung ab diesem Jahr Anwärter machen, wenn sie ein Kind betreuen, einen Angehörigen pflegen oder selbst schwerbehindert sind. Die Landesregierung aus CDU und Grünen will mit diesem Schritt die Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung fördern.

NRW-Innenminister Reul (links) der NRW-Minister der Justiz, Dr. Benjamin Limbach.

„Die Betreuung von Familienmitgliedern soll eine erfolgreiche Ausbildung nicht beeinträchtigen – wir wollen eine den individuellen Bedürfnissen entsprechende Absolvierung des juristischen Vorbereitungsdienstes ermöglichen“, so Justizminister Benjamin Limbach (Grüne).

Die NRW-Landesregierung verfolgt seit 2020 den Plan, Ausbildung in Teilzeit bekannter und selbstverständlicher zu machen. Dadurch soll auch der hohe Fachkräftebedarf in vielen Branchen gedeckt werden. Für eine Ausbildung bei der Polizei NRW reicht künftig der Realschulabschluss.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

Mehr zum Thema