„Zoo Zajac“

Martin Rütter wettert gegen NRW-Zoohandel und fordert Boykott

Der Zoofachhändler „Zoo Zajac“ in Duisburg steht schon lange in der Kritik. TV-Hundetrainer Martin Rütter hat jetzt zum Boykott aufgerufen.

Duisburg – Martin Rütter rechnet in einem Video auf Facebook mit Norbert Zajac und dessen Zoofachhandel „Zoo Zajac“ in Duisburg ab. In dem kurzen Clip läuft der aus dem Fernsehen bekannte Hundetrainer mit rotem Kapuzenpullover und Mundschutz durch das Geschäft im Ruhrgebiet. Dass er versucht, möglichst unerkannt zu bleiben, hat offenbar einen guten Grund.

HundetrainerMartin Rütter
Geboren22. Juni 1970 (Alter 51 Jahre), Duisburg
Shows (u.a.)Der Hundeprofi (VOX), Die Rote Kugel (VOX)

Martin Rütter knöpft sich „Zoo Zajac“ in Duisburg vor: Kritik am Verkauf von Welpen

Denn bei „Zoo Zajac“ hat Martin Rütter nach eigenen Aussagen eigentlich seit vielen Jahren Hausverbot. Mit dem Betreiber Norbert Zajac kommuniziere er höchstens über Anwälte. Warum? Der Moderator ist überhaupt nicht begeistert, unter welchen Umständen in Duisburg Hunde verkauft werden.

„Zoo Zajac“ ist eine der wenigen Zoohandlungen in Deutschland, in denen Hunde und Katzen verkauft werden. Tierschützer kritisieren das Unternehmen deshalb schon lange. In diese Kerbe schlägt auch der in Duisburg geborene TV-Hundetrainer Martin Rütter. Die WAZ berichtete zuerst.

Martin Rütter: Welpenhaltung bei „Zoo Zajac“ in Duisburg ist „Psychoterror für Hunde“

In dem Facebook-Video ist anfangs das Bellen von Hunden zu hören, später sieht man mehrere Hunde hinter einer Glaswand. „Immer wieder kann ich nur darauf hinweisen, dass man in einem Geschäft wie Zoo Zajac keine Welpen kauft. Für die Hunde ist das eine totale Katastrophe und null hundegerecht“, schreibt Martin Rütter dazu. Diese Art des Handels sei „absoluter Psychoterror“ für Hunde.

Tierschützer kritisieren, dass eine solche Haltung hinter Glas zu Problemen bei der Sozialisierung der Hundewelpen führe. Für die spätere Erziehung der Hunde sei die zentrale Prägezeit zwischen der achten und zwölften Lebenswoche von besonderer Bedeutung, berichtet einfachtierisch. „Wachsen sie zu diesem Zeitpunkt in einer vergleichsweise reizarmen Umgebung auf, könnten später Verhaltensstörungen auftreten.“

Martin Rütter hält Welpenverkäufe bei „Zoo Zajac“ in Duisburg für eine „totale Katastrophe“.

Ein Problem seien außerdem spontane Käufe von Hundewelpen im Zoofachgeschäft. Oftmals würde in solchen Fällen nicht überprüft, ob Käufer überhaupt in der Lage sind, sich vernünftig um den Hund zu kümmern. Ist das nicht der Fall, drohe eine Überfüllung der ohnehin schon vollen Tierheime.

„Totale Katastrophe“? Duisburger Zoohandel weist Vorwürfe von Martin Rütter zurück

Norbert Zajac weist derartige Vorwürfe von sich. Gegenüber der WAZ erklärte er, dass seine Mitarbeiter Verkaufsgespräche jederzeit abbrechen können.

Es gebe ein Vorgespräch mit vielen Fragen und im Begegnungszimmer werde darauf geachtet, dass die Chemie zwischen Mensch und Welpen passt. Die Tiere stünden an erster Stelle.

Martin Rütter sieht das ganz offenbar anders. In seinem Facebook-Video ruft er zum Boykott auf. „Auf ins Tierheim oder zu seriösen Züchtern und nicht in solche Buden gehen, in denen es den Tieren einfach nur schlecht geht.“

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/DPA, Facebook Martin Rütter; Collage: RUHR24

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