Attentat von Halle: Spuren führen nach NRW! Durchsuchung in Mönchengladbach

Attentat in Halle - Spur führt nach Mönchengladbach
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Attentat in Halle - Spur führt nach Mönchengladbach

Während des Anschlags in Halle veröffentlichte ein Mann aus Mönchengladbach das "Manifest" des Täters im Internet. Wusste er von dem Attentat? Alle Infos:

Während der mutmaßliche Attentäter Stephan B. in Halle um sich schoss und zwei Menschen tötete, soll ein zweiter Mann aus Mönchengladbach das "Manifest" des Täters im Internet veröffentlicht haben. Wusste er von dem Attentat?

  • Der rechtsradikale Stephan B. hat gestanden, am 9. Oktober einen Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle verübt zu haben.
  • Außerdem filmte er seine Tat und streamte den Anschlag live im Internet.
  • Sein zweifelhaftes "Manifest" soll ein Mann aus Mönchengladbach im Internet verbreitet haben.

Halle-Attentäter schrieb "Manifest"

Die Tat des mutmaßliche Attentäters von Halle, Stephan B. war politisch motiviert, rechtsradikal und antisemitisch. Stephan B. hatte es auf die Gläubigen abgesehen, die am 9. Oktober in Halle das höchste jüdische Fest in ihrer Gemeinde feierten. Fast 80 Menschen saßen in der Synagoge um den Versöhnungstag Jom Kippur zu begehen. Auf sie hatte es der Attentäter abgesehen.

Vor allem die schwere hölzerner Tür hielt den Rechtsradikalen jedoch davon ab, in die Synagoge einzudringen. Von seinem eigentlichen Plan abgebracht, erschoss er daraufhin eine Passantin auf der Straße und den Kunden eines Döner-Imbisses.

Vor seiner Tat hatte Stephan B. ein "Manifest" niedergeschrieben. 15 Seiten, ein PDF-Dokument - laut mdr voll antisemitisch-rassistischem Gedankengut. Und zudem eine Erklärung, was ihn zu der Tat in Halle motivierte.

Von Mönchengladbach aus das "Manifest" verbreitet

Doch das PDF-Dokument verbreitete Stephan B. nicht selbst im Internet. Mithilfe der IP-Adresse kamen Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) einem Mann aus Mönchengladbach auf die Spur. Wie die Süddeutsche berichtet, steht der Mönchengladbacher im Verdacht, das "Manifest" zeitnah zur Tat in Halle im Internet veröffentlicht zu haben.

Am heutigen Mittwochmorgen (16. Oktober) durchsuchten Beamte die Wohnung des Verdächtigen, berichtet die Süddeutsche. Es wird offenbar wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

Verdächtiger aus Mönchengladbach bestreitet Verbindungen zum Halle-Attentäter

Allerdings soll der Mann aus Mönchengladbach, wo außerdem auch schon Verbindungen zum Islamamischen Staat vermutet wurden, bereits gegenüber der Polizei ausgesagt haben, Stephan B. nicht zu kennen und "eher links" zu sein, so die Süddeutsche weiter. Auch sei er der Polizei bisher nicht als Extremist bekannt.

Dennoch: Die Polizei ermittelt weiter. Womöglich könnte der Mönchengladbacher mit dem Attentäter in Verbindung gestanden haben und über die geplante Tat in Halle informiert gewesen sein.

Stephan B. befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Ihm wird Mord in zwei Fällen und mehrfacher versuchter Mord vorgeworfen. Er hat die Tat bereits gestanden.

Unter anderem vor dem Hintergrund dieses Attentats wollte die Polizei Dortmund die Parolen von Rechtsextremen, welche bei Demonstrationen gerufen wurden, verbieten.