Medienbericht sorgt für Aufruhr

Astrazeneca-Impfstoff: Wirksamkeit für über 65-Jährige fragwürdig - NRW-Virologe Streeck mischt mit

Aktuell gibt es Verwirrung um den Astrazeneca-Impfstoff und dessen Wirksamkeit bei Älteren. Auch NRW-Virologe Streeck mischt mit.

Update, Donnerstag (28. Januar), 16 Uhr: Bonn - Die Ständige-Impfkommisson des Robert-Koch-Instituts (Stiko) empfiehlt, dass Menschen über 65 Jahre den Impfstoff von Astrazeneca zunächst nicht bekommen sollten. „Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen aktuell keine ausreichenden Daten vor“, so die Stiko.

Erstmeldung, Dienstag (26. Januar): Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll den Kampf gegen das Coronavirus noch einmal ankurbeln. Doch neben dem aktuellen Problem des Lieferengpasses, mit dem sich die Bundesregierung beschäftigt, liegt die Wirksamkeit bei älteren Menschen nur bei acht Prozent. Oder doch nicht?

UnternehmenAstrazeneca
SitzVereinigtes Königreich, England
ProduktImpfstoff gegen das Coronavirus

Corona: Verwirrung um Impfstoff von Astrazeneca - angeblich kaum Wirksamkeit bei Älteren

Genau um die Wirksamkeit des Impfstoffes von Astrazeneca hat es am Dienstag (26. Januar) eine große Verwirrung gegeben. Das Handelsblatt berichtete schon am Montag (25. Januar) über einen „Rückschlag bei Corona-Impfstoff“ (alle News zu Corona in NRW auf RUHR24.de).

Angeblich würde das Astrazeneca-Vakzin bei Senioren über 65 kaum wirken. Am kommenden Freitag (29. Januar) soll der Covid-19-Impfstoff in der EU zugelassen werden. Doch wie kommt das Handelsblatt auf die Aussage, dass der Impfstoff von Astrazeneca lediglich eine Wirksamkeit von acht Prozent bei über 65-Jährigen habe? Darüber wird spekuliert (alle News zu Corona in NRW im Live-Ticker von RUHR24.de).

Der Virologe Hendrik Streeck hat sich auf Twitter zu Astrazeneca und dem Handelsblatt-Bericht geäußert.

Verschiedene Medienberichte deuten auf einen Interpretationsfehler bei den Daten hin. Angeblich, so das Bundesgesundheitsministerium auf das sich die Tagesschau beruft, seien acht Prozent der Probanden zwischen 56 und 69 Jahre alt. Woher die Interpretation der Wirksamkeit kommt, ist allerdings unklar.

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Corona: Verwirrung um Impfstoff von Astrazeneca - NRW-Virologe Hendrik Streeck reagiert auf Twitter

Das Unternehmen Astrazeneca widerspricht dem Medienbericht vehement. Das sei komplett falsch. Eine Studie habe nachgewiesen, dass der Corona-Impfstoff bei älteren Menschen auf eine starke Immunität hinweise. Die Süddeutsche Zeitung berichtet über ein Statement der Uni Oxford, die auch an der Studie beteiligt gewesen ist. Es gebe keinerlei Grundlagen für die Behauptung einer geringen Wirksamkeit bei älteren Menschen.

NRW-Virologe Hendrik Streeck mischte nach dem Bericht des Handelsblattes ebenfalls mit und äußerte sich. Man müsse, hieß es in einem mittlerweile gelöschten Beitrag bei Twitter, die aktuelle Impfstrategie überdenken, wenn diese Daten stimmen.

Danach allerdings setzte Virologe Hendrik Streeck, der, wie die Fuldaer Zeitung berichtet, die aktuellen Corona-Inzidenzen als Richtwert kritisiert hat, noch einen weiteren Tweet mit folgendem Inhalt ab: „Die Daten über die Wirksamkeit des Impfstoffes von Astrezeneca bei über 65-Jährigen, über die u.a. das Handelsblatt berichtet, sind nicht gesichert. Daher lösche ich den ersten Tweet mit Link zum Handelsblatt und wir warten ab, was die Ergebnisse des Herstellers zeigen.“

Am Freitag (29. Januar) könnte der Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Unternehmens Astrazeneca zugelassen werden und die Impfstoffe von Moderna und Biontech im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ergänzen. *Die Fuldaer Zeitung ist geneau wie RUHR24.de Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini; Dan Himbrechts; dpa / Collage: RUHR24.de

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