Müssen wir besorgt sein?

Nach Komet Neowise: Asteroid "2011 ES4" kommt der Erde näher als der Mond

Im September kommt der Asteroid "2011 ES4" der Erde gefährlich nah. Müssen wir uns jetzt Sorgen machen? Die Raumfahrtbehörde klärt auf.

  • Immer wieder nähern sich Asteroiden der Erde - jetzt kommt uns ein Exemplar aber besonders nahe.
  • "2011 ES4" ist im September der Erde näher als der Mond.
  • Die genaue Größe des Asteroiden lässt sich aktuell nur schwer messen.

Dortmund/Nordrhein-Westfalen - Nachdem uns Komet "Neowise" das bisher spektakulärste Naturphänomen des Jahres geliefert hat und sich im August sämtliche Planeten unseres Sonnensystems am Himmel über NRW zeigen, folgt nun das nächste Astro-Spektakel. Doch sollten wir uns darüber genauso freuen? Immerhin handelt es ich um einen Asteroiden, der unserer Erde gefährlich nah kommt.

Asteroid

2011 ES4

Umlaufzeit

416 Tage

Entdeckt

2. März 2011

Asteroidengruppe

Apollo-Asteroiden

Astro-Highlights im Sommer 2020 sorgen für Aufregung und reges Treiben am Nachthimmel

Hobby-Astronomen und Astro-Profis bekommen in diesem Sommer nicht genug: Im Juli flog mit Neowise erstmals seit den 90er-Jahren wieder ein Komet so nah an der Erde vorbei, dass man ihn mit bloßem Auge über mehrere Wochen am Himmel über NRW sehen konnte.

Und danach ging es direkt weiter mit dem regen Treiben am Nachthimmel: Seit Anfang August flitzen die Sternschnuppen der Perseiden durch die Dunkelheit und erreichen in der Nacht auf den 12. August (Mittwoch) ihren Höhepunkt. 

Und als wäre das nicht genug, kann man im gesamten August auch noch sämtliche Planeten unseres Sonnensystems von abends bis morgens sehen. Ganz ohne Teleskop ist beispielsweise Mars, erkennbar an seinem leicht rötlichen Schimmer, ab Mitternacht neben dem Mond sichtbar. Doch damit nicht genug. 

Asteroid "2011 ES4" fliegt an der Erde vorbei - doch Gefahr besteht nicht

Im September folgt schließlich ein Himmelsspektakel der anderen Art: Der Asteroid mit der eigentümlichen Bezeichnung "2011 ES4" kommt der Erde noch näher als der Mond. Eine Gefahr aus dem All? Wohl eher nicht. 

Dass Asteroiden an der Erde vorbeirasen, ist keine Seltenheit. Und auch, wenn "2011 ES4" der Erde näher kommt als es Asteroiden normalerweise tun, geht von ihm keine Gefahr aus. Der Grund: seine "klitzekleine" Größe.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit Sitz in NRW gibt Entwarnung für Asteroiden 

"Am 1. September bitte nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: Da saust mal wieder ein Mini-Asteroid ziemlich knapp an der Erde vorbei", scherzt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf Twitter. 

Der Durchmesser des Asteroiden wird aktuell auf 22 bis 49 Meter geschätzt. Genaue Angaben über seine Größe sind noch nicht möglich, da erst wenige Messungen gemacht worden wären. Das teilte das DLR in Köln mit (alle Nachrichten aus NRW bei RUHR24).

Asteroiden können mehrere hundert Meter groß werden und haben ungewöhnliche Formen

Asteroiden können locker mehrere Kilometer groß werden. Manche von ihnen, so zum Beispiel die Asteroiden "Ceres" und "Pallas", erreichen sogar einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern. 

Aufgrund ihrer geringen Dichte haben sie meist unregelmäßige Formen und sind dadurch gut von runden Planeten zu unterscheiden. 

Diese Animation zeigt, welche außergewöhnliche Formen ein Asteroid (unten) annehmen kann.

Asteroid "2011 ES4" kommt im September der Erde näher als der Mond 

"2011 ES4" wird sich der Erde im September auf rund 130.000 Kilometer - etwa ein Drittel der Distanz zwischen Erde und Mond - annähern. 

Seinen Namen hat der kosmische Brocken seinem Entdeckungsjahr zu verdanken: Der Asteroid wurde im März 2011 mit Teleskopen am Mount-Lemmon-Observatorium, rund 28 Kilometer nordöstlich von Tucson (Arizona/USA), entdeckt. 

Asteroiden können mit Planeten kollidieren und zur echten Gefahr werden - aber nicht für die Erde

Der Asteroid "2011 ES4" gehört zu den bekannten Apollo-Asteroiden, von denen bisher rund 4000 Bahnen, in denen sie sich bewegen, bekannt sind. Erstmals entdeckt wurden sie 1898.

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Such an amazing meteor image . This GreenMeteor was captured while taking a time-lapse to document the urbanization around the Skyislands southern in India. The camera was set at 15s exposure for 999 shots and this came into one of those shots. Green Meteor’s greenish color come from a combination of the heating of oxygen around the meteor and the mix of minerals ignited as the rock enters Earth's atmosphere . . Credits: @prasen88 . . Follow ➡️ @atomstalk ⁣ Follow ➡️ @atomstalk ⁣ Follow ➡️ @atomstalk⁣ . . ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~⁣ Tag someone interested⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣ Save to watch this daily ⏰⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣⁣ Share with the interested⁣ ⁣⁣⁣ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~⁣ . . #asteroid #asteroids #meteor #meteorshower #natureislit #spacelover #spacelovers #fromspace #spacephoto #spacepics #spacephotography #spacephotos #spaceart #spaceshow #spaceistheplace

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Die Apollo-Asteroiden sind der Erde besonders nah, aber aufgrund ihrer Größe keine echte Gefahr. Auch wenn sie mit anderen Planeten durchaus kollidieren könnten, zum Beispiel wenn sich diese in ihrer Umlaufbahn befinden.

Asteroiden-Gefahr: Bundesländer wie NRW könnten im schlimmsten Fall evakuiert werden

Nahbegegnungen, bei denen Asteroiden der Erde so nah kommen wie "2011 ES4", passieren im Jahr durchschnittlich 2,4 Mal. Grundsätzlich gelten Asteroiden mit einer Größe von bis zu 50 Metern als potenzielle Gefahr. 

Da müsse man zum Beispiel schon "ein ganzes Bundesland evakuieren", sagt Detlef Koschny, Asteroidenexperte der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Bis es so weit kommt, müsste der Asteroid der Erde aber wirklich richtig nahe kommen. Oder gar auf sie zu rasen. 

Rubriklistenbild: © ESA/P.Carril