Wahlkampftour hat begonnen

Armin Laschet boxt sich in den Wahlkampf – kassiert aber schon am ersten Tag eine Klatsche

Armin Laschet hat mit knapp einwöchiger Verspätung seine Wahlkampftour begonnen. Der Kanzlerkandidat der Union gab sich kämpferisch, trotz einer echten Klatsche zum Auftakt.

Frankfurt am Main – Die Bundestagswahl 2021 rückt immer näher und der Wahlkampf geht allmählich in die heiße Phase. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wollte seine Wahlkampftour eigentlich schon vor knapp einer Woche beginnen. Doch der gebürtige Aachener musste sich zunächst noch um die Folgen der Flutkatastrophe in seinem Bundesland und den Corona-Gipfel am Dienstag (10. August) kümmern.

PolitikerArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen
ParteiCDU
AmtNRW-Ministerpräsident (seit 2017)

Armin Laschet: Wahlkampfauftakt im Boxcamp beginnt mit miesem Umfrage-Ergebnis

Am heutigen Mittwoch (11. August) ging es dann aber los. In Frankfurt am Main besuchte Laschet zum Auftakt ein Jugend-Boxcamp, bei dem es sich um ein Pädagogikprojekt der örtlichen Sportjugend handelt. Die passende Parole hatte der Kanzlerkandidat der Union parat: „Die CDU wird in diesem Wahlkampf kämpfen.“ Das wird auch bitter nötig sein.

Denn der Start in den Mittwoch verlief für Laschet und seine Partei sicher alles andere als geplant. RTL und n-tv veröffentlichten am Morgen das Trendbarometer, welches das Meinungsforschungsinstitut Forsa erhebt. Und die Ergebnisse der Umfrage hatten es in sich (mehr News zu Armin Laschet bei RUHR24).

Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) startete seine Wahlkampftour mit einem Besuch in einem Frankfurter Boxcamp.

CDU und CSU kommen mit Kanzlerkandidat Laschet laut Forsa-Umfrage nur noch auf 23 Prozent

Die Unionsparteien CDU und CSU verloren im Vergleich zur Vorwoche satte drei Prozentpunkte und lagen nur noch bei 23 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte die Union noch 32,9 Prozent. Großer Gewinner der Forsa-Umfrage war die SPD, die drei Prozentpunkte aufholen konnte und mit 19 Prozent nur noch einen Punkt hinter den unveränderten Grünen (20 Prozent) lag.

Die viertstärkste Kraft wäre laut dem RTL/n-tv-Trendbarometer die FDP. Sie verschlechterte sich allerdings im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt und lag nur noch bei 12 Prozent. Dahinter reihte sich die AfD ein, dessen Wert wie bereits bei der letzten Erhebung am 3. August 10 Prozent betrug. Für die Linke sprachen sich 7 Prozent der Befragten (Vorwoche 6 Prozent) aus. Auf sonstige Parteien entfielen 9 Prozent.

Laschet zeigte sich bei seinem Wahlkampfauftakt von den Umfrageergebnissen weitgehend unbeeindruckt. Er stieg sogar selbst den Ring und teilte einige Schläge gegen einen Trainer aus. Der CDU-Politiker betonte, dass man beim Boxen mit „klaren Regeln und Engagement viel lernen“ könne.

NRW-Ministerpräsident Laschet will „politischen Wahlkampf“ – SPD holt mit Scholz auf

Ob das auch für den Wahlkampf gilt? Dort forderte der NRW-Ministerpräsident knapp sechseinhalb Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September eine stärkere Auseinandersetzung mit Inhalten. „Wir müssen endlich zu einem politischen Wahlkampf kommen“, so Laschet.

Bei seinen Mitbewerbern und Mitbewerberinnen um die Kanzlerschaft dürfte der 60-Jährige damit vermutlich offene Türen einrennen. Denn freuen darf sich zurzeit wenn überhaupt nur SPD-Mann Olaf Scholz. In der Forsa-Umfrage zur Kanzler-Direktwahl verbesserte sich Scholz um fünf Prozent und lag mit 26 Prozent deutlich vor Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock (16 Prozent, unverändert) und Laschet (12 Prozent, minus ein Prozent).

Umfrage zur Bundestagswahl: Hartes Urteil für CDU, CSU, SPD und Grüne

Von einer breiten Zustimmung ist aber selbst Scholz weit entfernt. Denn 46 Prozent der Befragten würden keinen der drei Kandidaten und Kandidatinnen direkt wählen. Noch bitterer sind für die zur Wahl stehenden Parteien die Antworten auf die Frage, welcher Partei am ehesten zugetraut wird, mit den Problemen in Deutschland am besten fertigzuwerden.

17 Prozenten – und damit sieben Prozent weniger als bei der letzten Erhebung – trauten das am ehesten der Union zu. 10 Prozent sprachen sich für die Grünen aus, sechs Prozent für die SPD und neun Prozent für andere Parteien. Doch 58 Prozent der Befragten trauten keiner Partei zu, die Probleme in Deutschland zu lösen – das sind ganze acht Prozent mehr als bei der letzten Umfrage.

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