NRW-Ministerpräsident in der Kritik

Armin Laschet sorgt mit Juden-Passage in seinem Buch für Aufregung

Armin Laschet steht erneut unter Druck. Der NRW-Ministerpräsident wird abermals verdächtigt, für sein Buch ohne Quellennennung abgeschrieben zu haben.

Düsseldorf – Der Kampf um den Sieg bei der Bundestagswahl 2021 wird einmal mehr von jeder Menge aufgewühltem Dreck beschmutzt. Nachdem Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mehrfach massiv in der Kritik gestanden hatte, wird nun NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in die Mangel genommen. Erneut steht sein Buch in der Kritik.

NameArmin Laschet
ParteiCDU
AmtMinisterpräsident von NRW

Armin Laschet: Buch soll weitere Stelle mit Plagiat aufweisen

Konkret geht es um den Vorwurf, Laschet habe für sein Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ Passagen ohne Quellenangaben abgeschrieben. Bereits Ende Juli hatte es erste ähnliche Vorwürfe gegen den CDU-Bundesvorsitzenden Laschet gegeben. Der NRW-Ministerpräsident hatte sofort seinen Fehler eingestanden und sich dafür entschuldigt.

„Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt“, schrieb Armin Laschet in einer Stellungnahme, die er auch auf seinem Twitter-Kanal veröffentlichte.

Armin Laschet strauchelt wegen selbem Plagiatsjäger, der auch Annalena Baerbock ins Wanken brachte

Nun hat der österreichische Plagiatssucher Stefan Weber – der auch Annalena Baerbock des Plagiats beschuldigt – offenbar eine weitere Stelle gefunden, in der Armin Laschet ohne Quellenangabe abgeschrieben haben soll.

Zunächst hatte Weber nur eine Stelle als Plagiat ausgemacht. Ein Leser machte den Österreicher in der Folge allerdings auf eine weitere vakante Stelle aufmerksam (hier weitere News über Armin Laschet bei RUHR24 lesen).

Fast eine halbe Seite im Buch Laschets sei demnach vom bekannten Münchner Politologen und früheren bayerischen Kultusminister Hans Maier (CSU) unzitiert übernommen worden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet soll Passage über Juden abgeschrieben haben

So sehen die beiden Stellen aus:

  • Original von Hans Maier (2006): „So kann ein Jude verlangen, dass seine Sache nicht in einem Gerichtssaal verhandelt wird, in dem ein Kreuz hängt. Jüdischen Geschäftsinhabern kann die Öffnung eines Ladens am Sonntag erlaubt werden, da sie am Samstag wegen des Sabbatgebots keine Verkäufe tätigen dürfen.“ (Erschienen in der katholischen Zeitschrift Communio)
  • Passage in Buch von Armin Laschet (2009): „Ein Jude kann verlangen, dass seine Sache nicht in einem Gerichtssaal verhandelt wird, in dem ein Kreuz hängt. Jüdischen Geschäftsinhabern kann die Öffnung ihres Ladens am Sonntag erlaubt werden, da sie am Samstag nicht arbeiten dürfen.“

Auf die jüngsten Vorwürfe verwies ein Sprecher Laschets am Dienstag (3. August) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf die Stellungnahmen vergangener Woche. Laschet hatte sich entschuldigt und gesagt, sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts „sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren.“

In der Folge hatte Laschet – dessen Umfrage-Werte derzeit massiv einbrechen – beantragt, sein Buch prüfen zu lassen. Es soll geklärt werden, ob weitere Fehler gemacht worden seien. Diese Prüfung dauere laut dem Sprecher des NRW-Ministerpräsidenten noch an. mit dpa-Material

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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