CDU-Kanzlerkandidat

Plagiatsvorwurf gegen Armin Laschet: Autor findet Vorfall „peinlich“ – Laschet gesteht Fehler ein

Nach Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erwischt es nun auch Armin Laschet (CDU): Plagiatsjäger werfen ihm vor, von einem Wissenschaftler abgeschrieben zu haben.

NRW – Der Autor und Berater Karsten Weitzenegger aus Hamburg hat Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU, vorgeworfen, bei ihm abgeschrieben zu haben. Das schrieb er am Freitagmorgen (30. Juli) auf Twitter – und lieferte die passende Textstelle gleich mit.

PolitikerArmin Laschet
ParteiCDU
Aktuelles AmtNRW-Ministerpräsident

Plagiatsvorwurf: Armin Laschet (CDU) soll in seinem Buch von 2009 abgeschrieben haben

Demnach soll Armin Laschet in seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik: Zuwanderung als Chance“ von 2009 mehrere Sätze leicht verändert übernommen haben, ohne dies kenntlich zu machen. Mitgeteilt habe Weitzenegger dies der Unternehmer Martin Heidingsfelder, der mit „Vroniplag“ professionell nach Plagiaten sucht.

Dazu schrieb er, wohl mit einem Augenzwinkern: „Spontan habe ich bestritten, jemals etwas so Dummes geschrieben zu haben.“ Der Text stamme aber wohl doch aus seiner wissenschaftlichen Veröffentlichung von 2008. Er nannte es „peinlich“, dass Laschet die Wissenschaft früher wahrgenommen habe, dann aber „nur noch populistische Migrations-Politik machte.“

Armin Laschet soll abgeschrieben haben: CDU-Kanzlerkandidat räumt Fehler ein

Armin Laschet räumte am Freitag (30. Juli) Fehler in seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik“ ein – und entschuldigte sich dafür. „Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt“, schreibt Armin Laschet in einer Stellungnahme, die er auch auf seinem Twitter-Kanal veröffentlichte. Um zu klären, ob es weitere Fehler gebe, werde er das Buch unverzüglich prüfen lassen (weitere News zu Armin Laschet auf RUHR24).

Für die „offenkundigen Fehler“ in seinem Buch, die er verantworte, bat Laschet um Entschuldigung, „denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren“, sagte er. Er habe das Werk als NRW-Integrationsminister verfasst, der Reinerlös sei an ein Integrationsprojekt gespendet worden.

Stellungnahme von Armin Laschet (CDU) zu den Plagiatsvorwürfen.

Kategorien eines Plagiats: Text komplett abgeschrieben oder sinnhaft wiedergegeben?

Bei einem Plagiat handelt es sich um eine Textstelle, die komplett, ähnlich oder sinnhaft übernommen wurde, ohne den Urheber zu nennen. Bislang besteht dieser Vorwurf gegen Armin Laschet nur aus einer Textstelle. Häufig kommen anschließend jedoch weitere auffällige Absätze hinzu.

Laut dem Vroniplag-Wiki gibt es unterschiedliche Kategorien von Plagiaten. Ein Vollplagiat ist demnach etwa ein „Text, der sich vollständig oder nahezu unverändert in einer anderen (früher datierten) Quelle findet, ohne dass dies kenntlich gemacht ist.“ Unter Verschleierung läuft dies, wenn ein Text mit Abweichungen oder sinngemäß ohne Angabe der Quelle übernommen wurde.

Plagiatsvorwurf gegen Annalena Baerbock (Grüne): „Nichts Weltbewegendes“

Zuvor musste sich bereits seine Kontrahentin bei der Bundestagswahl, die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock, Plagiatsvorwürfen stellen. Sie hatte etwa Aufzählungen und ähnliche Formulierungen übernommen, diese aber nicht als eigene verkauft.

Der Medienwissenschaftler, der die Vorwürfe gegen sie erhoben hatte, nennt diese Stellen mittlerweile jedoch „nichts Weltbewegendes“. Ob und wie umfangreich Armin Laschet abgepinnt hat, wollen die Plagiatsjäger im Laufe des Tages weiter präzisieren. Nach seinem Lacher im Hochwasser-Gebiet dürfte Armin Laschet der neue Vorwurf im Wahlkampf nicht gerade helfen.

Rubriklistenbild: © Tobias Schwarz/AFP, Screenshot: Weitzenegger/Twitter; Collage: RUHR24

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