Kanzlerkandidat in der Kritik

Kneift Armin Laschet? Kanzlerkandidat aus NRW sagt nächster junger TV-Show ab

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat zum zweiten Mal ein TV-Talk-Format für die jüngere Bevölkerung abgesagt. Hat er keine Lust auf die Jugend?

Düsseldorf – Annalena Baerbock (Die Grünen) kommt, Olaf Scholz (SPD) ebenfalls. Doch CDU-Kanzlerkandidat und aktueller NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagt dem ProSieben TV-Talk-Format mit Moderator Louis Klamroth ab.

PolitikerArmin Laschet
ParteiCDU
ThemaAbsage von TV-Formaten für die jüngere Bevölkerung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagt TV-Format für jüngere Bevölkerung bei ProSieben ab

Es ist das zweite Mal, dass der CDU-Politiker Armin Laschet eine Einladung zu einem TV-Talk-Format absagt, dass sich speziell an die jüngere Bevölkerung richtet.

Das Motto der Talkshow bei ProSieben lautet „Unkonventionell. Direkt. Spontan“. Es sei geplant, dass sowohl politische als auch private Themen auf den Tisch kommen werden.

„Bei klassischen Wahlkampf-Auftritten im TV spulen Politik-Profis oft gebetsmühlenartig das gleiche Programm ab. Das langweilt mich und ich glaube viele Zuschauer auch“, sagt Moderator Louis Klamroth, wie aus einer Mitteilung des Senders ProSieben hervorgeht.

Armin Laschet sagt ab – Olaf Scholz und Annalena Baerbock stellen sich den Fragen bei ProSieben

ProSieben-Chef Daniel Rosemann äußerte sich über die TV-Talk-Show, dass es keine klassische Polit-Sendung, sondern politische Unterhaltung auf einem starken journalistischen Fundament sein solle, „sodass sich, insbesondere eine junge Zielgruppe angesprochen fühlt, ProSieben will relevante Inhalte für alle begreifbar machen“.

Wer macht es am Ende? Armin Laschet (l.), Annalena Baerbock oder Olaf Scholz?

Am 1. September 2021 um 20.15 Uhr startet Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Am 15. September folgt ihr SPD-Konkurrent Olaf Scholz. Auf CDU-Politiker Armin Laschet wartet die angesprochene junge Zielgruppe vergeblich.

Gegenüber der dpa bestätigte ein CDU-Sprecher die Absage. Man sei mit ProSieben in Gesprächen über ein Triell (Diskussion mit allen Kanzlerkandidat*innen, Anm. d. Red.) vor der Wahl. Dazu habe Armin Laschet zugesagt. Das sei von ProSieben abgesagt worden.

Einer Talkrunde zu dritt mit Olaf Scholz und Annalena Baerbock wollte Armin Laschet wohl beiwohnen

ProSieben, so Sprecher Christoph Körfer, meint, dass ein Triell zwar angedacht gewesen sei, man aber keinen gemeinsamen Termin gefunden habe.

Unter dem Strich bleibt die zweite Absage von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet für ein TV-Talk-Format, das sich speziell an die jüngere Bevölkerung richtet.

Schon im Juni wollte ein Zusammenschluss des Youtubers Rezo mit dem Polit-Podcaster Tilo Jung (Jung und Naiv) und der Zeitung „Die Zeit“ ein Diskussionsformat ins Leben rufen. Auch zu diesem Format haben SPD und Grüne zu-, aber die CDU mit Armin Laschet abgesagt.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte auch Tilo Jung und Rezo ab – #Laschetkneift

Aus dieser Absage entstand die Diskussion in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #Laschetkneift. Auch in dem Format sei das Ziel gewesen, sich von anderen TV-Talk-Formaten abzusetzen, tiefer in die Thematiken einzusteigen und die jüngere Bevölkerung anzusprechen.

Sowohl Rezo, der die Absage für eine „verpasste Chance“ gehalten hat, als auch Tilo Jung, der es mit „höchst bedauerlich“ kommentierte, äußerten sich unisono, dass es auch in Armin Laschets Interesse gewesen wäre, sich Fragen aus dem Blickwinkel der jungen Generation zu stellen, wie es auf netzpolitik.org heißt.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kommentierte die Absage von Armin Laschet in einem Blogbeitrag. Ein Triell auf Youtube wäre eine gute Ergänzung zu den Fragerunden der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender gewesen. Es ist nicht das einzige Problem, mit dem sich NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet auseinandersetzen muss – er hat auch mit Plagiatsvorwürfen zu kämpfen.

Es bleibt aktuell der Beigeschmack, dass sich Armin Laschet nicht auf ungewöhnliche Diskussionsformate einlassen will. Damit muss er sich auch mit dem Vorwurf auseinandersetzen, die jüngere Generation links liegenzulassen.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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