Hammer nach der Wahl

„Jamaika“ mit Söder statt Laschet als Kanzler? CSU-Chef spricht Klartext

Die Degradierung von NRW-Politiker Armin Laschet (CDU) nimmt weiter Form an. Auf einmal soll ein Kanzlerkandidat Markus Söder (CSU) über „Jamaika“ verhandeln.

Update, Dienstag (28. September), 17.15 Uhr: Berlin – Was ist dran an den Gerüchten, dass Markus Söder statt Armin Laschet eine „Jamaika-Koalition“ der Union mit den Grünen und der FDP aushandeln soll? Der CSU-Chef hat sich nach der konstituierenden Sitzung der CSU-Landesgruppe zu den anstehenden Koalitionsverhandlungen geäußert.

„Jamaika“-Koalition mit Söder statt Laschet als Kanzler? CSU-Chef sieht zunächst SPD am Zug

Der bayrische Ministerpräsident gratulierte zunächst Olaf Scholz (SPD) zum Wahlsieg und betonte, dass nun erst einmal die SPD am Zug sei. Eine Ampel-Koalition liege nahe. Scholz hätte laut Söder „beste Chancen“, Kanzler zu werden. Einen eigenen Regierungsanspruch formulierte Söder – anders als Laschet – nicht.

Man habe eine „schwere Niederlage“ erlitten. Es sei wichtig, „dass man das Wahlergebnis respektiert“. Der Ausgang der Bundestagswahl lasse sich nicht uminterpretieren oder umwünschen, so Söder. Aus dem Ergebnis lasse sich für die Union „wirklich kein Regierungsauftrag moralisch legitimieren“.

„Jamaika“: Union laut Söder zu Gesprächen bereit – aber keine Koalition um jeden Preis

Geht die Union also in die Opposition? Darauf legte sich Söder nicht fest. Man sei zu Gesprächen über eine „Jamaika-Koalition“ grundsätzlich bereit. Aber: „Wir werden uns dabei nicht anbiedern und nicht um jeden Preis versuchen, eine Regierung zusammenzubringen“, so Söder. Es gebe die Bereitschaft zur Verantwortung, aber keine Bereitschaft zur Selbstaufgabe.

Will keine „Jamaika-Koalition“ um jeden Preis: CSU-Chef Markus Söder

Laschet-Beben: Markus Söder soll als Kanzler einspringen und „Jamaika“ verhandeln

Erstmeldung, Dienstag (28. September), 13 Uhr: Das wäre der absolute Wahl-Hammer. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), gibt es in der Union Bewegungen in Richtung einer „Jamaika-Koalition“ – allerdings ohne einen möglichen Kanzler Armin Laschet.

Angeblich gebe es Bestrebungen, dass CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als Kanzler einspringen und mit FDP und den Grünen verhandeln soll. Damit wäre die Degradierung des Armin Laschet vollkommen.

Das alles sei offenbar eine Reaktion auf die Entscheidung der Grünen, Robert Habeck als Vizekanzler vorgeschlagen zu haben. Söder und Habeck haben, wie es aus Politikerkreisen heißt, einen sehr guten Draht zueinander (Mehr News zu Armin Laschet bei RUHR24).

Armin Laschet gerät von innen und außen immer mehr unter Druck

Die Union werte das laut RND als Zeichen, dass Markus Söder nicht schon, wie erst angenommen, am Wahlabend den Gang in die Opposition gefordert hat. Er habe sich angeblich eine Machtposition offen gehalten.

Am Montag (27. September) äußerte sich Armin Laschet, wie die Frankfurter Rundschau berichtete, dass man für eine „Jamaika-Koalition“ bereitstehe. Grünen-Politiker und potenzieller Vize-Kanzler Robert Habeck jedoch habe den Unions-Kanzlerkandidaten vorerst abblitzen lassen und sprach zunächst nur von Verhandlungen mit der SPD.

Armin Laschet (links, CDU) und Markus Söder (CSU).

Wie geht es jetzt weiter? Die Bild, die sich ebenfalls auf RND-Informationen bezieht, schreibt noch, dass Markus Söder zusammen mit Alexander Dobrindt (ebenfalls CSU) am Tisch bei Koalitionsverhandlungen sitzen soll.

Armin Laschet gerät aktuell innerhalb seiner eigenen Partei unter Druck. Eine schonungslose Analyse des Wahlkampfes wird unter anderem vom Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen gefordert (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Aufstand gegen Armin Laschet: Unions-Politiker wettern gegen den NRW-Politiker

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) äußerte sich laut Bild am Montag (27. September). Es habe Fehlentscheidungen in der Vergangenheit gegeben, inhaltlicher Art, in der Regierung und auch in der personellen Aufstellung.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, dass man sich dieses Ergebnis nicht einmal in den schlimmsten Albträumen habe vorstellen können. Man müsse die CDU jetzt neu aufstellen.

Aufstand gegen Armin Laschet: Die Union braucht eine Rundumerneuerung

NRW-Politiker und CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen glaubt, wie der Kölner Stadtanzeiger schreibt, dass die CDU in existenzieller Gefahr sei, ihren Status als Volkspartei zu verlieren. Es müsse eine Rundumerneuerung geben.

Ellen Demuth, eine Landtagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz, riet dem scheidenden NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet via Twitter zurückzutreten.

Derweil sieht es so aus, als würde der aktuelle NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (48) Nachfolger von Armin Laschet als Ministerpräsident werden.

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