Kanzlerin im Märkischen Kreis

Laschet und Merkel in Flutgebieten in NRW: Kanzlerin überrascht mit Äußerungen zum Wahlkampf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchen am Sonntag (5. September) von der Hochwasserkatastrophe betroffene Städte in Südwestfalen.

Update, Sonntag (5. September), 17.45 Uhr: Auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) interessierte die Presse vor allem eines: die Rolle der Kanzlerin im Wahlkampf der Union.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Armin Laschet (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Armin Laschet (CDU) im Katastrophengebiet – viele Menschen haben Arbeitsplatz und Heim verloren

In den jeweiligen Statements von Laschet und Merkel blieb der Wahlkampf zunächst noch außen vor. Beide würdigten insbesondere die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Dabei dachten sie auch den beiden Feuerwehrleuten aus Altena und Werdohl, die bei den Einsätzen verstarben.

Armin Laschet (CDU) betonte, es ginge jetzt vor allem darum, dass wirklich jeder wieder in sein eigenes Haus könne – und ebenso auch die Kinder wieder in ihren eigenen Schulen unterrichtet werden.

Der NRW-Ministerpräsident wies zudem darauf hin, dass es alleine in Südwestfalen einen Schaden von 1,4 Milliarden Euro an Unternehmen gebe. Die Menschen in der Gegend hätten somit vielfach sowohl ihren Arbeitsplatz verloren als auch ihr Heim.

„Wiederaufbau wird noch lange dauern“ – Merkel zu Besuch im Hochwassergebiet in Südwestfalen

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) kam insgesamt zu dem Schluss, es sei „noch sehr viel, was noch vor uns liegt.“ Mit ihrem Besuch wollte die Kanzlerin auch ein Zeichen gegen das Vergessen setzen. Denn der Wiederaufbauarbeit, so Angela Merkel (CDU), werde noch sehr lange dauern – das werde immer deutlicher. 

Sie sei „sehr gerne“ ein zweites Mal in die Region gekommen, betonte Merkel. Auch für künftige Bundesregierungen sei es wichtig, sich weiter ein Bild von der Lage zu machen, betonte sie.

„Armin Laschet weiß um meine Unterstützung“: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem NRW-Ministerpräsident (CDU) nach ihrem Besuch in Hagen.

Angela Merkel (CDU): Wer NRW erfolgreich führt, kann auch Bundeskanzler

Wie zu erwarten, war es auch die Wahl der nächsten Bundesregierung, die die Vertreter der Presse vor Ort interessierte. So erklärte ein Reporter von RTL, er habe in Hagen zahlreiche Menschen getroffen, die der Ansicht seien, Laschet käme aktuell im Wahlkampf zu schlecht weg.

Auch er erlebe es derzeit häufig, dass Menschen ihm Rückendeckung gäben, betonte Laschet. „Rückendeckung“ war an dieser Stelle scheinbar ein Stichwort für Angela Merkel (CDU) – schließlich war zuletzt immer wieder kritisiert worden, dass die Unterstützung Merkels im Wahlkampf fehle.

Armin Laschet führe NRW sehr erfolgreich, betonte Merkel. Und: „Wer so ein Land führen kann, kann auch die Bundesrepublik Deutschland als Bundeskanzler führen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Im Herzen“ beim Laschet-Wahlkampf dabei

Weiter betonte die Kanzlerin: „Armin Laschet weiß um meine Unterstützung.“ Auf die Frage, inwieweit sie denn vorhabe, sich in den Wahlkampf einzubringen, reagiert die Bundeskanzlerin dann aber ausweichend.

Sie nehme an der Abschlussveranstaltung teil, so Merkel. Außerdem sei sie natürlich „immer mit dem Herzen sehr dabei.“

Erstmeldung, Sonntag (5. September), 9.25 Uhr: Hagen – Wie der WDR und tagesschau.de berichten, kommen Merkel und Laschet am Sonntag (5. September, 13 Uhr) in den Märkischen Kreis und nach Hagen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Die beiden reisen gemeinsam mit dem Wiederaufbau-Beauftragten des Landes Dr. Fritz Jaeckel.

Hochwasser-Katastrophe am 14./15. Juli: Merkel und Laschet besuchen NRW-Städte

Der Geschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), Dr. Ralf Geruschkat, freue sich, dass die stark betroffene Region durch den Besuch der beiden wieder in den Fokus rücke, berichtet tagesschau.de. Er erhoffe sich für den Wiederaufbau in erster Linie bürokratiearme Verfahren.

„Jeden Tag kommen neue Schäden dazu, die erst jetzt entdeckt werden“, habe Ralf Geruschkat erklärt. Er bezeichne den Wiederaufbau „als Aufgabe eines Jahrzehnts“.

Denn neben dem Ahrtal sind auch Städte des Märkischen Kreises, wie Hagen oder Altena, besonders von der Flutkatastrophe am 14. Juli betroffen gewesen. Die starken Regenfälle überfluteten Straßen und Keller.

Hochwasser im Märkischen Kreis: Die Städte Hagen und Altena waren besonders betroffen

In Hagen traten zuerst die Nebenflüsse der Ruhr, Lenne und Volme, über die Ufer und verursachten schwere Schäden. In einer zweiten Hochwasserwelle wurde dann auch die Innenstadt von Hagen überflutet.

Die Kleinstadt Altena war nach den Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Verantwortlichen gehen laut WDR allein in dieser Stadt von einem Schaden von rund 60 Millionen Euro – nur an der Infrastruktur der Stadt – aus.

Überflutete und unterspülte Straßen in NRW: Nach dem Unwetter gab es viele Sperrungen.

Die Landesregierung unterstützt Betroffene aus NRW mit einer Soforthilfe in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro – weitere 200 Millionen kommen vom Bund. Insgesamt werden an einen Privathaushalt dabei maximal 3.500 Euro ausgezahlt. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigte nach der Katastrophe zudem ein neues Warnsystem für NRW an.

Nach der Flut: Merkel und Laschet verschaffen sich ein Bild der Lage

In Hagen möchten sich der Unions-Kanzlerkandidat und die Bundeskanzlerin am heutigen Sonntag insbesondere über den Stand der Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten informieren. Dabei werden sie auch mit Einsatzkräften und Angehörigen von Opfern sprechen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich bereits an den Tagen nach der Flutkatastrophe im Juli vor Ort ein Bild von der Lage gemacht – und sich dabei auch den kritischen Fragen der Bürger gestellt. Für einen Skandal sorgte allerdings der „Laschet-Lacher“ am Rande einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Erftstadt, bei der dieser den dortigen Opfern des Hochwassers unkomplizierte Hilfe zusprach.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) stellt sich den kritischen Fragen der Flutopfer.

Nach Besuch in Südwestfalen – Merkel und Laschet treten gemeinsam vor die Presse

Laut dem Bericht der Westfalenpost nehmen die Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident auch an einer Konferenz zum Wiederaufbau in Hagen teil. Im Anschluss soll es nach Medienberichten eine gemeinsame Pressekonferenz geben.

Am Mittwoch (8. September) wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übrigens erneut in der Region sein. Merkel kommt nach Iserlohn, um dort gemeinsam mit dem Bundestagskandidaten und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak das Pharmaunternehmen Medice zu besuchen. Merkel absolviere nur sehr wenige Wahlkampfauftritte, wolle aber in Iserlohn ein Zeichen setzen, erklärte Ziemiak der Westfalenpost.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg

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