Test im Reallabor

Ampeln im Straßenverkehr: Pilotprojekt in NRW verspricht Revolution

NRW Ampel Revolution
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Eine neue Technologie könnte die Ampelschaltung in NRW nachhaltig verändern.

Straßen.NRW beteiligt sich aktuell an einem Forschungsprojekt. Es könnte den Einsatz von Ampeln auf den Straßen in NRW grundsätzlich verändern.

NRW – Wer mit seinem Auto auf den Straßen in NRW unterwegs ist, ist oft schnell genervt. Besonders in den Innenstädten verursacht der Verkehr lange Fahrzeiten und einen erhöhten Treibstoffverbrauch, berichtet RUHR24.de*. Zudem wird die Umwelt durch die Abgase belastet.

LandesbetriebStraßen.NRW
AufgabePlanung, Bau und Betrieb der Bundes- und Landesstraßen
BetriebssitzGelsenkirchen
Regionale NiederlassungenAcht

Ampel-Revolution in NRW: Straßen.NRW unterstützt KI-Pilotprojekt in Lemgo

Straßen.NRW will diese belastende Situation verbessern und hat sich ein Ziel gesetzt: Die Schaltung der Ampeln soll besser auf die Verkehrssituation abgestimmt werden. Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen verspricht sich davon eine effizientere Nutzung der Straßen im Land.

Zu diesem Zweck beteiligt sich der Betrieb an einem Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts in Lemgo. Dort soll die Verkehrsoptimierung mit Künstlicher Intelligenz (KI) vorangetrieben werden. Zehn Ampelanlagen in Verkehrsbereichen in Lemgo, die sich durch eine hohe Verkehrsbelastung auszeichnen, fungieren als Reallabor.

Ampel-Revolution auf den Straßen in NRW: „Nachhaltige urbane Mobilität“ ist das Ziel

Was bedeutet das konkret? Fahrzeugbewegungen sollen spurgenau erfasst und der Verkehrsfluss ermittelt werden. Mithilfe von Sensoren und Verkehrsmodellen soll die KI daraufhin eine für den Verkehrsablauf möglichst optimale Phasendauer und -folge entwickeln. Wer mit wem gleichzeitig fährt, wird allerdings weiter von der Straßenverkehrsbehörde geregelt.

Worauf dürfen sich Autofahrer, die während des Lockdowns einige Corona-Regeln beachten sollten*, freuen, wenn die Ampel-Revolution in NRW tatsächlich umgesetzt wird? „Ich bin überzeugt, dass wir mit der Digitalisierung von Verkehrssystemen dem Ziel einer nachhaltigen, urbanen Mobilität deutlich näher kommen können“, sagt Dr. Petra Beckefeld, Technische Direktorin von Straßen.NRW. Zudem könne man die innerstädtische Umweltbelastung in hohem Maße senken.

Bei dem Pilotprojekt in Lemgo soll zudem geprüft werden, ob sich die Ergebnisse aus dem Kreis Lippe auch auf andere und größere Verkehrsabschnitte übertragen lassen. Gegenwärtig werden Ampeln auf den Straßen in NRW hauptsächlich nach zwei Prinzipien gesteuert: der Festzeitsteuerung und der verkehrsabhängigen Steuerung.

Ampeln in NRW: Löst die KI die Festzeitsteuerung und verkehrsabhängige Steuerung ab?

Bei der Festzeitsteuerung können Grünzeiten über einen gewissen Zeitraum konstant – etwa zwischen Berufs-, Tages- und Nachtverkehr – durch Umschaltung in andere Programme gewechselt werden. Bei dieser Methode können keine aktuellen Verkehrsentwicklungen in die Schaltautomatik einfließen.

Bei der verkehrsabhängigen Steuerung, die schon jetzt bei den meisten Ampel-Neubauten verwendet wird, kommen Verkehrssensoren wie Induktionsschleifen, Radardetektoren und Kameras zum Einsatz. Sie erfassen, ob sich ein Auto im sogenannten Detektionsfeld befindet.

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Daran angeschlossene Verkehrsrechner können die Anzahl von Fahrzeugen für die Berechnung der Phasendauer auswerten. Das ermöglicht eine Anpassung der Ampelschaltung an das aktuelle Verkehrsaufkommen auf Grundlage von in Echtzeit erfassten Informationen. Der Verkehrsfluss wird so optimiert. Wozu braucht es für die Ampeln in NRW dann überhaupt eine KI?

Die Sensorik, die bei der verkehrsabhängigen Steuerung zum Einsatz kommt, ermittelt mit der erfassten Fahrzeugmenge und Fahrzeuglänge nur einfache Informationen. Weder das Verkehrsverhalten Einzelner noch das Erkennen von Regelmäßigkeiten ist mit dem bisherigen Stand der Technik möglich. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.