Kommen alle Pakete an?

Black Friday: Ausgerechnet heute streikt Amazon

+
Black Friday: Verdi ruft zu Streik bei Amazon auf. Bild: Guido Kirchner/dpa

Die Beschäftigten von Amazon streiken an mehreren Standorten. Für ihre neuen Streiks haben sich die Beschäftigten nun ganz spezielle Tage ausgesucht.

  • Streik bei Amazon am Black Friday und Cyber Monday.
  • Verdi möchte mit Amazon in Tarifverhandlungen gehen.
  • Amazon lehnt die Tarifverhandlungen aber strikt ab.

NRW - Am Freitag (29. November) wird beim Online-Händler Amazon gestreikt. Mehrere Tage legen die Beschäftigten im Auftrag von Verdi ihre Arbeit nieder. Geplant sind die Streiks für Freitag (29. November), Samstag (30. November) und Montag (2. Dezember). Damit ist nicht nur der Black Friday, sondern auch der Schnäppchentag " Cyber Monday" betroffen. Laut Verdi haben die aktuellen Streiks in der Nacht zu Freitag begonnen.

Black Friday: Der Streik beeinflusst nicht das Shoppingvergnügen bei Amazon

Nach Angaben eines Sprechers von Amazon sollen die Kunden trotz der Streiks davon nichts spüren: "Die Pakete kommen pünktlich an." Der Großteil der Mitarbeiter kümmere sich "ganz normal um Kundenbestellungen". Betroffen von den Streiks sind die Standorte Rheinberg, Werne (beide Nordrhein-Westfalen), Bad Hersfeld bei Marburg, Koblenz, Leipzig und Graben bei Stuttgart. An manchen Standorten soll der Streik sogar bis in den frühen Dienstagmorgen (3. Dezember) hineinreichen.

Anlässlich des heutigen "Black Friday" bietet Amazon rund 10.000 Angebote in allen Kategorien an. Die gesamte Woche gab es während der "Black-Friday-Week" schon Aktionen bei dem Versandhändler. Am Wochenende geht es weiter: Bis Montag gibt es weiterhin Angebote und Rabatte. Der Cyber Monday 2018 war der stärkste Einkaufstag weltweit in der Geschichte des Unternehmens.

Verdi verlangt Tarifvetrag für "existenzsichernde Löhne"

Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi möchte mit den bundesweiten Streiks Druck auf den Online-Händler machen. Die Gewerkschaft verlangt die Aufnahme von Tarifverhandlungen im jahrelangen Kampf für einen Tarifvertrag. Verdi schreibt in einer Pressemitteilung, dass die Beschäftigten "ihre harte Arbeit nicht zu Schleuderpreisen" hergeben wollen.

"Amazon muss endlich seine unsägliche Blockadepolitik aufgeben. Das Unternehmen behauptet fortwährend, was für ein toller, transparenter Arbeitgeber man sei. Aber grundlegende Rechte werden den Beschäftigten vorenthalten und der Alltag bei Amazon besteht aus Arbeitshetze und extremem Druck. Das führt dazu, dass viele Beschäftigte krank werden“, betonte Orhan Akman, Verdi-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel.

Amazon: Keine Verhandlungen mit Verdi

In die Tarifverhandlungen möchte Amazon aber nicht einsteigen und lehnt es strikt ab. Das Unternehmen argumentiert, dass die Beschäftigten die Tätigkeiten der Logistikbranche aufüben würden und nicht die des Einzelhandels. Weiter heißt es, dass der Online-Händler einen Lohn anbieten würde, der für die Branche hoch sei. Zudem gebe es Karriere-Chancen und viele Extras.

Seit Mai 2013 wird bei Amazon in Deutschland immer wieder gestreikt. Seitdem kommt es bei dem Konflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Online-Händler zu keinen greifbaren Ergebnissen. Deshalb ruft Verdi immer wieder zu Arbeitsniederlegungen im Weihnachtsgeschäft oder am Schnäppchen-Tag "Black Friday" auf. Dieses Jahr hat Verdi schon zum Ostergeschäft zum Streik aufgerufen.

Besonderes Logistikzentrum von Amazon eröffnete 2017 in Dortmund

Seit mehr als 20 Jahren ist Amazon in Deutschland aktiv und betreibt mittlerweile 13 Logistikzentren mit 13.000 Festangestellten. 2017 hat das neue Logistikzentrum in Dortmund auf der ehemaligen Westfalenhütte eröffnet. Der Standort ist mit den 1.600 Angestellten das erste automatisierte Inbound Crossdock Center in Europa. Amazon investierte insgesamt 27 Millionen Euro.

Das Inbound-Crossdock-System (IXD) sorgt dafür, dass die einzelnen Logistikzentren nicht mehr von den Lieferanten direkt beliefert werden. Im IXD werden die Waren vom Lieferanten entgegen genommen und dann gebündelt an die Logistikzentren geliefert. Dadurch wird der LKW-Verkehr reduziert.

Mit dpa-Material

Mehr zum Thema