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#allesdichtmachen: Krieg zwischen Querdenkern und Aktions-Gegnern auf Twitter entbrannt

Einige Schauspieler der Aktion #allesdichtmachen und das Twitter-Symbol
#allesdichtmachen: Die Aktion sorgt derzeit bei Twitter für viel Aufsehen. © Screenshot YouTube/dpa; Collage: RUHR24

#allesdichtmachen ist spätestens seit Freitag (23. April) in fast aller Munde. Auf Twitter spalten sich die Meinungen der Menschen.

Deutschland – Es gibt vermutlich kaum jemanden, der noch nichts von der Aktion #allesdichtmachen mitbekommen hat – und gefühlt jeder hat eine Meinung darüber. Besonders auf Twitter hat eine Art Krieg begonnen.

Aktion#allesdichtmachen
IntentionGegen Corona-Maßnahmen
Zu findenYouTube und eigene Internetseite

#allesdichtmachen: Twitter-User reagieren auf fragwürdige Aktion gegen Corona-Maßnahmen

Die soziale Plattform ist bekannt dafür, dass jeder seine Meinung verbreitet – vor allem jetzt während der Corona-Krise. Ganz oben im Trending: die Aktion #allesdichtmachen. So scheinen sich die User auf Twitter in zwei Parteien gespalten zu haben. Eine kurze Erinnerung: Bei #allesdichtmachen haben über 50 Schauspieler, vorrangig aus der Krimi-Reihe „Tatort“ (ARD), in ironischen Filmchen gegen die Corona-Maßnahmen gewettert.

Volker Bruch (41) fordert mehr Angst von der Regierung, Heike Makatsch (49) will dagegen ihren Postboten nicht mehr die Tür öffnen, weil das verantwortungslos sei. Eine Spitze gegen die Befürworter der Corona-Maßnahmen. Der Kopf hinter der Aktion #allesdichtmachen soll ein Querdenker sein, berichtet Journalist Daniel Laufer.

#allesdichtmachen: Aktions-Gegner verbreiten Hashtag #allenichtganzdicht

Nur wenige Stunden nach dem Veröffentlichen der kurzen Videos auf YouTube, reagierten bereits die ersten Schauspiel-Kollegen, darunter beispielsweise Elyas M‘ Barek (38). Schnell formierten sich viele Leute zusammen, bildeten den Hashtag #allenichtganzdicht.

Unter diesem Hashtag äußern weitere User ihre Meinungen, laut Twitter gibt es unter diesem Hashtag bereits über 30.000 Tweets (Stand 23. April, 14.30 Uhr). Dazu heißt es:

Video: #allesdichtmachen – deutsche Schauspielstars sorgen mit Hashtag für Aufsehen

#allesdichtmachen: Aktions-Befürworter sind unter den Hashtag #niewiederaufmachen zu finden

Doch ein weiterer Blick auf die Trends bei Twitter zeigen, wie tief gespalten die Bürger Deutschlands zu der Aktion #allesdichtmachen sind. Denn kurze Zeit später formierte sich der Hashtag #niewiederaufmachen. Unter diesem Hashtag twittern die Menschen, die die Aktion unterstützen wollen. Bei ihnen heißt es:

#allesdichtmachen: Rechte, Querdenker und Corona-Verschwörungstheoretiker mit Lob

Ein Lob kommt jedoch aus einer speziellen Richtung: aus der Szene der Querdenker, Rechten und Corona-Verschwörungstheoretiker. So hat bereits Attila Hildmann (40), früher veganer Koch und heute von der Polizei gesuchter Verschwörungstheoretiker, auf Telegram sein Lob verteilt.

Er leitete das Video von Jan Josef Liefers (56) auf seinem Account bei Telegram weiter. Auch das Video von Nadine Dubois (38) leitete der 40-Jährige weiter. Die deutsche Q-Anon-Bewegung auf Telegram ist offenbar ebenfalls ein Fan, wie Fotos von Telegram-Gruppen auf Twitter beweisen. Ob die Promis diese Unterstützung überhaupt möchten?

#allesdichtmachen mit „Tatort“-Schauspielern: Gibt es Konsequenzen von der ARD?

Zumindest Heike Makatsch scheint ihr Video als Fehler zu sehen. Die Schauspielerin hat ihr Video mittlerweile gelöscht, schreibt in einem Statement: „Wenn ich damit rechten Demagogen in die Hände gespielt habe, so bereue ich das zutiefst.“ Unbekannt ist bisher noch, welche Konsequenzen die Aktion für die Schauspieler nach sich zieht.

Immerhin sind die meisten Darsteller der kleinen Videos auch Darsteller in der Krimi-Reihe „Tatort“ (ARD). Immer mehr Twitter-User fordern jetzt die Kündigung der Schauspieler.

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