Gesetzlicher Feiertag

Allerheiligen 2021 in NRW: Welche Geschäfte am Feiertag öffnen

Allerheiligen fällt 2021 zur Freude aller Arbeitnehmer auf einen Montag. Doch wilde Partys sind in NRW trotzdem nicht drin.

Dortmund – Nordrhein-Westfalen ist eines von fünf Bundesländern in Deutschland, in denen Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag ist. Das christliche Fest wird jährlich am 1. November begangen. Wie an stillen Feiertagen üblich wird das öffentliche Leben heruntergefahren. Es gelten mehrere Vorschriften.

FeiertagAllerheiligen
lateinischFestum Omnium Sanctorum
Datum1. November

Allerheiligen in NRW: Einzelhandel geschlossen – Bäcker dürfen öffnen

So schreibt das Ladenöffnungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen vor, dass der Einzelhandel bis auf wenige Ausnahmen geschlossen bleibt. Öffnen dürfen qua Gesetz nur Läden, deren Kernsortiment aus Blumen, Zeitungen oder Back- und Konditorwaren besteht. Sie dürfen fünf Stunden lang verkaufen.

Heißt: Wer an Allerheiligen gerne frische Brötchen vom Bäcker auf dem Frühstückstisch haben möchte, kann sich die problemlos besorgen. Allerdings handelt es sich nur um eine Verkaufserlaubnis, nicht um eine Pflicht. Ob der Bäcker des Vertrauens am 1. November tatsächlich öffnet, entscheidet er ganz allein.

Allerheiligen in NRW: Von 5 bis 18 Uhr herrscht Tanzverbot

Während der Einzelhandel an Allerheiligen in NRW den ganzen Tag geschlossen bleibt, gelten weitere Vorschriften nur in der Zeit von 5 bis 18 Uhr. Veranstaltungen und der Betrieb folgender Einrichtungen sind dann verboten:

  • Märkte und gewerbliche Ausstellungen
  • Sportliche Veranstaltungen
  • Zirkusveranstaltungen und Volksfeste
  • Spielhallen, Spielbanken und Wettbüros
  • Freizeitanlagen, wenn dort „tänzerische oder artistische Darbietungen angeboten werden“.
  • Musikalische und sonstige Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb sowie alle anderen öffentlichen Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen. Es gilt ein Tanzverbot.

Die Vorschriften in der Zeit von 5 bis 18 Uhr bedeuten im Umkehrschluss auch, dass in NRW sämtliche Halloween-Partys, die am Abend des 31. Oktober beginnen, spätestens um 5 Uhr beendet sein müssen. Spezielle Feiertags-Strafen gibt es für Privatpersonen aber nicht. Ist die Musik zu laut, droht allerdings ein Bußgeld wegen Lärmbelästigung.

Verstöße gegen Regeln an Allerheiligen: Bußgelder drohen

Gastronomen und Disko-Besitzer, die sich nicht an das Tanzverbot halten, werden hingegen deutlich empfindlicher belangt. In vielen Städten drohen Bußgelder bis zu 1000 Euro. Über die Höhe des Bußgelds wird im Einzelfall entschieden. Möglich ist auch, dass das Ordnungsamt zunächst eine Verwarnung ausspricht.

Wer an Allerheiligen zwar auf das Tanzen, aber nicht auf einen Shopping-Trip verzichten kann, dem hilft möglicherweise ein Trip ins Nachbarland. Denn während in NRW die Geschäfte geschlossen bleiben, ist Einkaufen in den Niederlanden an Allerheiligen möglich, wie wa.de* berichtet.

Ob das sein muss, kann jeder für sich entscheiden. Schließlich handelt es sich bei den Regeln an einem stillen Feiertag – wie Allerheiligen in NRW – nicht um eine willkürliche Drangsalierung der Bevölkerung. Die Vorschriften haben durchaus einen Zweck. Mit den Auflagen soll Rücksicht auf religiöse Gefühle genommen werden. Doch was wird an Allerheiligen eigentlich gefeiert?

Allerheiligen 2021: Was wird überhaupt gefeiert?

Allerheiligen ist ein Hochfest im römisch-katholischen Kirchenjahr und findet – wie der Name schon sagt – zu Ehren der Heiligen statt. Jedes Jahr am 1. November gedenkt die katholische Kirche allen Heiligen, wie das Magazin Vivat erklärt. Sowohl den bekannten und heilig gesprochenen als auch allen Frauen und Männern, die im Verborgenen ihren Glauben gelebt und verteidigt haben, aber nicht offiziell in den Kreis der Heiligen aufgenommen wurden.

An Allerheiligen findet traditionell eine Gräbersegnung auf dem Friedhof statt.

Traditionell findet an Allerheiligen – oder am 2. November folgenden Allerseelen – eine Gräbersegnung statt. Die beginnt meist mit einer kurzen Andacht. Im Anschluss daran werden die üblicherweise zuvor geschmückten Gräber auf den Friedhöfen von einem Priester, einem Diakon oder einem vom Bischof beauftragten Laien mit Weihwasser gesegnet.

Rubriklistenbild: © Joe Klamar, Jaime Reina/AFP; Collage: RUHR24