Krankheit breitet sich weiter aus

Affenpocken jetzt auch in NRW? Ministerium prüft ersten Verdachtsfall

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, da breitet sich die nächste Infektion aus. Die Affenpocken sind auf dem Vormarsch – auch in NRW.

NRW – Das NRW-Gesundheitsministerium sieht Hinweise „auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus“. Diesen Hinweisen werde nachgegangen, sagt ein Sprecher des Ministeriums am Samstag (21. Mai) der Deutschen Presseagentur (DPA).

KrankheitAffenpocken
GattungOrthopoxvirus
Ausbruch2003, USA

NRW: Erster Fall mit Affenpocken in Deutschland – mit Kontakt in Düsseldorf

Das Landeszentrum für Gesundheit stehe in engem Austausch mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch ansteckende Krankheits-Erreger. „Die Situation wird genau beobachtet; die Ärzte sowie die Gesundheitsämter werden um verstärkte Wachsamkeit gebeten“, ergänzte ein Ministeriumssprecher.

Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland werde nach derzeitigen Erkenntnissen vom Robert Koch-Institut (RKI) als gering eingeschätzt (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Affenpocken auch in NRW angekommen? Behörde prüft Kontakt

Erstmals ist auch in Deutschland ein Fall von Affenpocken bestätigt worden. Betroffen sei ein aus Brasilien stammender 26-Jähriger, der von Portugal über Spanien nach München gereist sei, hatte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag (20. Mai) mitgeteilt.

Seit etwa einer Woche sei er demnach in München, zuvor war er schon in NRW (Düsseldorf) und Frankfurt am Main. Es ist der erste jemals in Deutschland erfasste Fall von Affenpocken, zuvor wurde das Virus nach Angaben des RKI hierzulande noch nie nachgewiesen.

Affenpocken in Deutschland: Auch tödliche Verläufe sind möglich

Gesundheitsbehörden zufolge verursacht das Virus meist nur milde Symptome, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. In Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich.

Laut wa.de stecken sich die meisten Infizierten sich innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen mit den Affenpocken an. Sie sind dann etwa zwei bis drei Wochen erkrankt und auch infektiös. Die Krankheit äußert sich mit folgenden Symptomen:

  • 1. Phase (präeruptives Stadium): Plötzlich einsetzendes Fieber (am zweiten Tag 38,5 bis 40,5 °C), starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Unwohlsein, hochgradige Erschöpfung, teilweise Durchfall, häufig Lymphknotenschwellungen
  • 2. Phase (eruptives Stadium): Rötungen und pockentypischer Hautausschlag (Makula, Bläschen, Pusteln und Krusten) innerhalb weniger Tage nach Erkrankung, bei Nicht-gegen-Pocken-Geimpften gibt es die Ausschläge häufiger auch auf den Schleimhäuten der Mundhöhle, sowie sehr schmerzhafte Verletzungen (Läsione) im Genitalbereich.
Die Affen-Pocken sind zunächst in den USA aufgetreten. Jetzt gibt es den ersten Fall in Deutschland.

Affenpocken in Deutschland angekommen: Symptome, Impfung und Übertragung

Eine klassische Pocken-Impfung soll auch bei Affenpocken helfen. So trifft die Krankheit Nicht-Geimpfte deutlich schwerer als Geimpfte. Dadurch sind Kinder und Jugendliche durch die Krankheit stärker gefährdet. Die Symptome treten bei ihnen stärker auf und das Risiko für einen schweren Verlauf ist höher.

Übertragen wird das Virus vor allem über direkten Kontakt oder Kontakt zu kontaminierten Materialien, auch eine – wohl sehr seltene – Übertragung über Tröpfchen in der Luft ist auf kürzere Distanzen möglich. Außerdem können Affenpocken demnach auch beim Sex übertragen werden. Das RKI rät vor allem Reiserückkehrern aus (West-)Afrika und Männern, die mit Männern geschlafen haben, direkt zum Arzt zu gehen, wenn sie ein ungewöhnliches Hautbild entwickeln.

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago