Festnahme erfolgte in 2019

Nach über 15 Jahren abgeschoben: Warum ein islamistischer Gefährder so lange in NRW lebte

Dem Land NRW ist es gelungen, einen islamistischen Gefährder abzuschieben.
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Dem Land NRW ist es gelungen, einen islamistischen Gefährder abzuschieben.

Ein Mann, der unter dem Namen Raschid K. seit vielen Jahren in Deutschland lebte, hat das Land NRW nun abgeschoben. Zuletzt war er im Gefängnis.

NRW - 2019 sorgte ein islamistischer Gefährder, der unter dem Namen Raschid K. in Deutschland lebte, für Aufsehen: Obwohl er unter anderem eine Pistole mit Schalldämpfer besaß, konnte die Polizei den Mann erst beim dritten Anlauf festnehmen. Jetzt wurde er abgeschoben.

Land NRW schiebt als gefährlich eingestuften Gefährder nach Russland ab

Lange galt Raschid K. als ein besonders gefährlich eingestufter Islamist. Trotzdem dauerte es Jahre, bis das Land Nordrhein-Westfalen den Gefährder in sein Heimatland Russland zurückführen konnte. Nun war die Abschiebung offenbar endlich erfolgreich, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus informierten Kreisen erfahren hat.

Das Flüchtlingsministerium bestätigte lediglich, dass vergangenen Donnerstag (24. September) ein "polizeilich als Gefährder eingestufter und bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getretener Ausländer" nach Russland abgeschoben worden ist.

Land NRW schiebt islamistischen Gefährder ab: Raschid K. kam bereits 2004 nach Deutschland

Eine Abschiebung des besagten Mannes in sein Heimatland sei bislang "mangels Identitätsklärung" nicht möglich gewesen, heißt es von dem Ministerium weiter. "Erst nachdem der Betroffene unter seinen richtigen Personalien durch die Behörden der Russischen Föderation identifiziert und ein entsprechendes Passersatzpapier ausgestellt wurde, konnte nunmehr die Rückführung erfolgen."

Mit der Abschiebung endet die lange Geschichte des islamistischen Gefährders in Deutschland: Im Jahr 2004 soll Raschid K. - so sein letzter von ihm angegebener Name - vermutlich aus Tschetschenien hier angekommen sein. 

Raschid K. sorgte 2019 für Aufsehen: zunächst keine U-Haft für den Gefährder

Sein Asylantrag wurde bereits 2005 abgelehnt. Trotzdem konnte der Mann nicht abgeschoben werden. Der Grund: Nach Auskunft der russischen Behörden war ihnen dort niemand als Raschid K. bekannt. Ohne Passersatzpapiere war eine Rückführung deshalb unmöglich (mehr News aus NRW auf RUHR24.de).

Video: Gegen islamistische Gefährder: Razzien in NRW

Dann kam das Geschehen um den Islamisten jedoch langsam ins Rollen. Im vergangenen Jahr im Juni sorgte der Fall des Mannes für Aufsehen, weil er trotz zweier Anläufe nicht in Untersuchungshaft gekommen war. Nachdem er auf einem Foto mit einer Kalaschnikow posiert hatte, fanden Ermittler im April 2019 eine Pistole mit Schalldämpfer und Munition bei ihm. Ein Haftbefehl wurde abgelehnt.

Polizei NRW nimmt Raschid K. beim dritten Versuch endlich fest

Dann war der Mann der Polizei zufolge nach dem Versuch festgenommen worden, die Haustür eines Mehrfamilienhauses in Neuss aufzubrechen. Doch auch das reichte den Haftrichtern damals nicht aus.

Als der Spiegel über den Fall berichtete, kam endlich Bewegung in die Sache. Wenige Tage später wurde der Mann mit dem Alias-Namen Raschid K. verhaftet – weil er gegen Meldeauflagen verstoßen hatte. "Ich bin froh, dass wir ihn haben. Wir waren schon längere Zeit an ihm dran. Ich bin stolz auf die professionelle Arbeit der NRW-Polizei", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) damals. 

Raschid K. ist einer von sechs Gefährdern, die NRW in 2020 abgeschoben hat

Wenige Wochen später wurde der Islamist wegen versuchten Einbruchdiebstahls und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu 18 Monaten Haft verurteilt. Aus dem Gefängnis heraus wurde er vergangene Woche schließlich abgeschoben.

Ein Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin erschütterte 2016 Deutschland.

Damit ist Raschid K. einer von sechs ausländischen Gefährdern, die dieses Jahr von NRW zurückgeführt wurden. Ein weiterer ist laut Flüchtlingsministerium freiwillig in den Irak ausgereist. Zudem wurden fünf "sicherheitsrelevante Personen" abgeschoben.

Raschid K. wurde mit dem Attentäter Anis Amri verglichen

Damit läge NRW weiterhin bundesweit an der Spitze, so Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) am Montag (28. September). Der Minister nannte die Abschiebungen der Gefährder einen großen sicherheitspolitischen Erfolg – "denn jeder von ihnen besitzt das Potenzial eines Anis Amri." 

Anis Amri raste am 19. Dezember 2016 am Breitscheidplatz mit einem Lkw in eine Menschenmenge, es gab zwölf Tote und viele Verletzte. Mit diesem Attentäter war auch der Mann, der sich selbst Raschid K. nennt, verglichen worden. Mit dpa-Material

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