Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen

Abellio-Aus in NRW beschlossen: Was das für Fahrgäste des RE1 bedeutet

Das Aus für den angeschlagenen Bahnbetreiber Abellio in NRW ist fix. Es könnte für Pendler böse Folgen haben. Experten warnen: „Es könnte ruckeln“.

Update, Dienstag (1. Dezember), 10 Uhr Uhr: Dortmund – Das Aus des finanziell angeschlagenen Bahnbetreibers Abellio in NRW ist endgültig besiegelt. Ab dem 1. Februar 2022 werden die Linien – darunter RE1 von Aachen nach Hamm, RE11 von Düsseldorf nach Kassel und S2 von Dortmund nach Essen – an einen Konkurrenten vergeben.

UnternehmenAbellio
CEOMichiel Noy
HauptsitzBerlin

Abellio in NRW: Aus könnte für Fahrgäste problematisch werden

Die rund 1000 Abellio-Mitarbeiter in NRW sollen ihre Jobs behalten, dann allerdings bei einem anderen Betreiber. Zur Debatte stehen etwa die DB Regio oder National Express. Aber auch andere Bahnbetreiber könnten die Strecken übernehmen. Für Kunden von Abellio könnte der Wechsel des Betreibers zu Problemen führen, warnen bereits erste Experten (siehe Erstmeldung unten).

Erstmeldung, Donnerstag (11. November), 13 Uhr: Das finanziell angeschlagene Bahnunternehmen Abellio steht vor dem Verlust seiner Aufträge durch die Verkehrsverbünde in NRW*. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) wollen ihr Aufträge noch in 2021 an Mitbewerber vergeben.

Abellio in NRW vor dem Aus: Wer übernimmt RE 1, RE 11 und Co?

Der insolventen Abellio sei es nicht gelungen, eine Einigung über die Fortführung der Verträge mit den NRW-Verkehrsverbünden zu finden, so NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU). Bis Freitag (12. November) hat das Unternehmen Zeit, doch noch zu einer Einigung zu kommen – die aber unwahrscheinlich erscheint.

Als wahrscheinlichste Lösung gilt, dass die bislang von Abellio betrieben Linien in NRW ab dem 1. Februar 2022 an andere Betreiber vergeben werden. In NRW* betreibt das Unternehmen mit Sitz in Berlin bislang diese Linien:

  • RE 49 (Wesel - Wuppertal Hbf)
  • RE 19 (Düsseldorf - Arnheim)
  • RE 16 (Iserlohn - Essen Hbf),
  • RE 11 (Düsseldorf - Kassel)
  • RE 1 (RRX, Aachen Hbf - Hamm Hbf),
  • RB 91 (Iserlohn - Hagen Hbf)
  • RB 49 (Wuppertal - Wesel)
  • RB 46 (Bochum - Gelsenkirchen)
  • RB 40 (Essen - Hagen)
  • RB 35 (Mönchengladbach - Gelsenkirchen)
  • RB 32 (Dortmund - Duisburg)
  • S 9 (Recklinghauen Hbf - Hagen Hbf)
  • S 7 (Wuppertal - Solingen)
  • S 3 (Oberhausen - Hattingen (Ruhr))
  • S 2 (Dortmund - Essen/Recklinghausen)

Welche Unternehmen diese Strecken quer durch NRW übernehmen könnten, wird aktuell bereits in einer sogenannten Ex-Ante-Ausschreibung zur Direktvergabe ermittelt. Es gäbe aber bereits Interessenten, heißt es vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

Abellio-Strecken in NRW sollen zuverlässig weiterbetrieben werden

Der VRR wolle durch die Neuvergabe die „Zuverlässigkeit und Qualität auf den derzeit von Abellio betriebenen Linien“ absichern, heißt in einer Mitteilung von Mittwoch (10. November). Bis die vielen Linien in NRW an Mitbewerber vergeben sind, hat sich Abellio vertraglich dazu verpflichtet, die Züge bis zum 1. Februar 2022 zuverlässig weiterzubetreiben.

Steigen werden die Preise durch die Übernahme der Abellio-Linien durch Konkurrenzbetriebe nicht. Schließlich legen die Verkehrsverbünde die Preise für die Tickets fest*. Im Falle einer Übernahme der Abellio-Strecken durch ein anderes Unternehmen behalten Tickets deshalb auch ihre Gültigkeit.

Abellio-Aus in NRW könnte für Bahnkunden zu Problemen führen

Laut Rheinischer Post (RP) würden Experten allerdings befürchten, dass es bei der Übergabe der Linien von Abellio an die übernehmenden Betriebe im Februar 2022 zu Verspätungen und Zugausfällen kommen könnte.

Der angeschlagene Bahnbetreiber Abellio gibt viele Strecken in NRW auf.

Diese Befürchtung teilt VRR-Vorstandssprecher Ronald Lünser laut RP nur in Teilen: Er halte eine Einstellung des Zugverkehrs für ausgeschlossen, aber es könne ruckeln.

Abellio verspricht Kunden, Züge weiterhin in NRW zu betreiben

Abellio, das sich aktuell in einem Schutzschirmverfahren befindet, versichert seinen Kunden indes, dass es aufgrund der aktuellen Lage kurzfristig zu keinen Zugausfällen kommen werde. „Diese Gefahr besteht aktuell nicht. Wir werden auch weiterhin auf allen 51 Linien in neun Bundesländern mit unseren 286 Zügen unterwegs sein.“ *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/Dortmund24

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