Notfallfahrplan startet

Abellio-Chaos in NRW: Mehrere Verbindungen im Ruhrgebiet gestrichen

Hauptbahnhof Dortmund Züge
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Mehrere Verbindungen im Ruhrgebiet werden zeitweise eingestellt.

Das Aus für Abellio in NRW zum 31. Januar 2022 führt wie erwartet zu Problemen bei der Übergabe der Linien an die Konkurrenz. Mehrere Verbindungen im Ruhrgebiet werden zeitweise eingestellt.

Update, Mittwoch (5. Januar), 16.20 Uhr: Dortmund – Nach der Pleite des Zugunternehmens Abellio in NRW stricken die Deutsche Bahn, Vias und National Express vorübergehend das Liniennetz um. Einige Verbindungen fallen zeitweise weg, auch im Ruhrgebiet.

UnternehmenAbellio Rail NRW
Gründung2005
BetriebshöfeHagen, Duisburg, Remscheid

Abellio-Pleite in NRW hat Folgen: „Eingeschränktes Angebot“ im Notfallfahrplan und gestrichene Linien

Bald bekommen Pendler in NRW die Folgen der Abellio-Pleite zu spüren. Dass der Übergang zu den drei Mitkonkurrenten nicht ganz ruckelfrei gelingen würde, war bereits klar. Denn die rund 1.000 übernommenen Mitarbeiter müssten aktuell eingearbeitet und die Züge angepasst werden, teilen die Unternehmen am Mittwoch (5. Januar) mit.

Jetzt steht jedoch fest, dass einige Linien vorübergehend nicht bedient werden. Darunter unter anderem eine RRX-Verbindung, eine S-Bahn sowie Regionalbahnen im Ruhrgebiet.

Diese Zugverbindungen werden ab Januar 2022 vorübergehend eingestellt:

  • RE 49 (Wesel – Essen – Wuppertal): Einstellung ab 10. Januar (Alternativen: S3, S9)
  • RB 46 (Bochum – Gelsenkirchen): Einstellung ab 17. Januar (Alternative: Schienenersatzverkehr)
  • RE 11 (RRX; Düsseldorf – Essen): Einstellung ab 17. Januar (Alternativen: RE1, RE 2, RE 6 und weitere Linien)
  • RB 35 (Gelsenkirchen – Duisburg – Mönchengladbach): Einstellung ab 17. Januar (Alternativen: RE 42, RB 33, RB 32 und RE 3)

Auf einzelnen Verbindungen in NRW werden zudem weniger Züge fahren, Zusatzfahrten gestrichen oder Ersatzverkehre eingerichtet. Alle Infos zum Übergangsfahrplan.

Dieser Übergangsfahrplan soll voraussichtlich am 27. Februar (Sonntag) enden. „Ab diesem Zeitpunkt soll das ursprüngliche Leistungsangebot wiederhergestellt sein“, teilen die Verkehrsverbände NWL, VRR und NVR mit.

Abellio-Aus in NRW: Notfallfahrplan soll ab Montag greifen

Erstmeldung, Dienstag (4. Januar), 21 Uhr: Bis Ende Januar 2022 soll das in Finanznot geratene Unternehmen Abellio eigentlich noch seine Linien in NRW betreiben – und dann sauber an die Konkurrenz übergeben. Doch wie von Experten vorab bereits erwartet, ruckelt es nun bei der Übergabe. Wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) unter Berufung auf „informierte Kreise“ berichtet, soll jetzt sogar ein Notfallfahrplan greifen.

Laut Informationen der WAZ soll dieser Notfallfahrplan bereits ab Montag (10. Januar) in Kraft treten und bis zum 27. Februar gelten. Einschränkungen und Zugausfälle auf den aktuell von Abellio betriebenen Strecken seien die Folge.

Als Grund für das Ruckeln der Übergabe des Abellio-Streckennetzes an die Konkurrenz nennt die WAZ „extrem knapp bemessene Übergangsfristen“ und Personalengpässen bei zwei Konkurrenten, die die Teile der Abellio-Linien per Notvergabe übernehmen sollen: DB Regio und National Express.

Abellio-Personal wird für Übergabe an NRW-Konkurrenz geschult

Bei der DPA heißt es zudem, das Abellio-Personal – immerhin 1080 Mitarbeiter an der Zahl – müsse derzeit an Schulungen für den Wechsel zur Konkurrenz teilnehmen und könne deswegen nicht im laufenden Betrieb eingesetzt werden. Am Mittwoch (5. Januar) soll es hierzu wohl offizielle Erklärungen der betroffenen Verkehrsbetriebe geben.

Zur Erinnerung: Das Streckennetz von Abellio in NRW wird zum 1. Februar 2022 an mehrere Mitkonkurrenten vergeben. Und zwar so:

  • Rhein-Ruhr-Express (RE 1 und RE 11): National Express
  • S-Bahn Rhein-Ruhr (RB 32, RB 40, RE 49, S 2, S 3, S 9): Deutsche Bahn / DB Regio NRW
  • Ruhr-Sieg-Netz (RE 16, RB 46 und RB 91): Deutsche Bahn / DB Regio NRW
  • Niederrhein-Netz (RE 19, RB 32 und RB 35): Vias Rail
  • S7 / Der Müngstener: Vias Rail

Die Abellio Rail GmbH ist in einem Schutzschirmverfahren, einer Form des Insolvenzverfahrens. Die Firma mit ihren 1080 Beschäftigten macht seit langem Verluste. Sie hatte versucht, in Nachverhandlungen bessere Konditionen für ihre defizitären Strecken zu bekommen.

Abellio ist bald in NRW Geschichte.

Doch da machten die Verkehrsverbünde nicht mit – sie entschieden sich im November und Dezember vergangenen Jahres, die Abellio-Linien zum 1. Februar an andere Bahnunternehmen zu vergeben. Mit DPA-Material.

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