Verkehr

A45: Vollsperrung bleibt mindestens bis Frühjahr 2022 – danach Lkw-Verbot

Die Vollsperrung auf der A45 bleibt noch für mehrere Monate. Eine Lösung ist für die marode Brücke in Lüdenscheid gefunden – doch danach wird Vieles anders.

Update, Donnerstag (9. Dezember), 12.35 Uhr: Die aktuelle Vollsperrung auf der A45 in NRW wird erst im Frühjahr 2022 aufgehoben – frühestens. Das sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (9. Dezember).

AutobahnA45
StadtLüdenscheid (NRW)
Von der Vollsperrung betroffenes BauwerkBrücke Rahmede

A45: Vollsperrung in NRW dauert noch bis zum Frühjahr 2022 – danach Lkw-Verbot

Bis dahin werde die für die Vollsperrung verantwortliche marode Brücke Rahmede bei Lüdenscheid durch neue Bauteile verstärkt. Doch danach wird die A45 nicht mehr für jedes Fahrzeug befahrbar sein. Bei Wiedereröffnung im Frühjahr 2022 sollen nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen die Brücke befahren dürfen. Eine Schrankenanlage, die nun errichtet werden soll, soll verhindern, dass schwerere Fahrzeuge den Abschnitt passieren. Eine ähnliche Lösung gibt es bereits auf der A42 am Kreuz Herne.

Winter in NRW könnte Vollsperrung der A45 in Lüdenscheid verlängern

Dass die Verstärkungsarbeiten an der A45-Brücke in drei bis vier Monaten beendet sind, wie aktuell geplant, ist allerdings nicht sicher. Bei einem schweren Wintereinbruch im Sauerland könnten sich die Arbeiten deutlich verlängern, so Sauerwein-Braksiek, die die Schäden an der A45-Brücke als „dramatisch“ bezeichnet. Wäre die Brücke weiter für den Verkehr geöffnet geblieben, wäre große Gefahr in Verzug gewesen. Die Frage nach einem bevorstehenden Brückeneinsturz kommentierte Sauerwein-Braksiek am Donnerstag nicht direkt.

Mit der Verstärkung der Brücke in Lüdenscheid ist es allerdings nicht getan. Eine neue Brücke muss her. Die Autobahn GmbH wolle dafür ein beschleunigtes Verfahren nutzen, um nicht – wie sonst im Falle eines Brückenbaus üblich – acht bis zehn Jahre für Planung und Bau der Brücke zu verschwenden. Ein „Spitzengespräch“ mit dem Land, den anliegenden Kommunen, der IHK und der Bezirksregierung solle eine schnelle Lösung bringen.

A45: Lösung für Vollsperrung scheint gefunden zu sein – Schranke kommt wohl

Update, Mittwoch (8. Dezember), 16.30 Uhr: Lüdenscheid – Ist das die Lösung. Die A45-Brücke Rahmede erhält eine sogenannte Not-Verstärkung. Das Ziel: Den Pkw-Verkehr aufrecht halten. Das geht aus einer Mitteilung der Autobahn GmbH Westfalen hervor.

A45: Lösung für Talbrücke Rahmede gefunden – drei bis vier Monate Sperrung

„Angesichts der Schäden können wir die Brücke allerdings erst nach Abschluss dieser Verstärkungsmaßnahme wieder freigeben“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek von der Autobahn GmbH.

Parallel dazu soll eine Schrankenanlage zwischen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid installiert werden – das Ziel: Lkw dürfen die Brücke weiterhin, wie übrigens auch auf der A43, nicht nutzen.

Die A45-Brücke Rahmede bleibt voraussichtlich jetzt noch drei bis vier Monate gesperrt.

Erstmeldung, Mittwoch (8. Dezember), 8 Uhr: Die Vollsperrung der A45 in Lüdenscheid ist für NRW* eine Katastrophe. Nicht nur das Sauerland leidet, sondern das halbe Ruhrgebiet, das über die A45 in der Regel in Richtung Süden Deutschlands fährt – vom Lkw-Verkehr gar nicht erst anzufangen. Doch es gibt scheinbar Hoffnung auf eine baldige Aufhebung der Vollsperrung, erfuhr RUHR24*.

A45: Lange Vollsperrung in NRW könnte doch nur von kurzer Dauer sein

So könnte eine Autobahn in Herne als Vorbild dienen. Auch an der dort verlaufenden A42 stellten Experten in diesem Jahr gravierende Schäden fest*. Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal zwischen Recklinghausen-Hochlarmark und dem Kreuz Herne ist ähnlich wie die Brücke Rahmede an der A45 marode.

Die Lösung: Schranken vor der Brücke, die den Schwerlastverkehr von der Brücke fernhalten sollen. Denn seit die Schäden dort festgestellt wurden, dürfen nur noch Fahrzeuge über die A42-Brücke fahren, die leichter als 3,5 Tonnen sind. Das Schrankensystem soll zusätzlich Alarm schlagen, wenn Lkw-Fahrer die Brücke illegalerweise dennoch passieren wollen.

Zu viel Verkehr auf der A45 in NRW: Auch schwere Lkw sind Grund für Vollsperrung

Der viele – vor allem schwere – Verkehr war es auch, der die A45-Brücke in Lüdenscheid schneller altern ließ, als erwartet. Bei der Planung der Talbrücke in den 1960er Jahren war man noch von einer täglichen Belastung von etwa 25.000 Fahrzeugen ausgegangen. Inzwischen rollen täglich rund 64.000 Fahrzeuge über das mehr 450 Meter lange Bauwerk - davon etwa 13.000 Lkw. Der Neubau der Brücke ist – wie auch an der A42 – längst geplant gewesen, allerdings erst in einigen Jahren.

Ob die A45-Vollsperrung wieder aufgehoben wird und eine Lösung nach dem „Modell A43“ zum Tragen kommt, soll wohl noch in dieser Woche entschieden werden. Experten sind aktuell noch dabei, die Schäden genau zu beziffern. Wirklich gut sieht es allerdings nicht aus.

Die A45-Brücke Rahmede in Lüdenscheid (NRW) ist marode. Eine Vollsperrung war unausweichlich.

Nach den ersten Schäden, die am Donnerstag (3. Dezember) an der A45-Brücke festgestellt wurden*, tauchten nach erneuten Überprüfungen weitere Verformungen an Brückenteilen auf.

A45-Vollsperrung sorgt für sehr weite Umleitungen: A3, A44 und A7 als Alternativen

Die Konsequenzen sind für den A45-Verkehr durch NRW denkbar ungünstig. So wird der Nord-Süd-Verkehr sehr weiträumig umgeleitet. Und zwar:

  • Westlich der A45: A3 via Köln
  • Östlich der A45: A44 und A7 via Kassel

Wer die weiten Umleitungen nicht nutzen möchte, für den gibt es Bedarfsumleitungen durch Lüdenscheid über die U16 und die U39. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Autobahn Westfalen, Collage: RUHR24

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