Ärger um Brücke

A45-Sperrung: NRW will für zwei Lösungen Millionen Euro locker machen

Die Sperrung der A45 sorgt für viel Ärger bei Autofahrern und Unternehmen. Das Land NRW hilft.

NRW – Die Vollsperrung der A45 bei Lüdenscheid zerrt schon längst am Nervenkostüm der Betroffenen. Mittlerweile sind die Umleitungen oft überlastet und Autofahrer müssen einen weiten Umweg in Kauf nehmen. Das stört vor allem zahlreiche Firmen, die in der Umgebung ihren Sitz haben.

AutobahnA45
weitere BezeichnungSauerlandlinie
VerbindungVon Dortmund über das Sauerland nach Bayern und Hessen
Vollsperrung seit2. Dezember 2021

Vollsperrung der A45: Schwere Folgen für Unternehmen – NRW will finanziell helfen

Seit dem 2. Dezember ist der Verkehr auf der Rahmede-Talbrücke zum Erliegen gekommen. Mittlerweile steht fest: Die marode A45-Brücke bei Lüdenscheid soll im Laufe des Jahres 2022 gesprengt werden. Bis es so weit ist, müssen vor allem Personen, die in der Umgebung arbeiten, mehr Zeit einplanen. Und da Zeit ja bekanntlich Geld ist, will das Land NRW nun einiges investieren, um den Schaden für betroffene Unternehmen so gering wie möglich zu machen.

„Die Auswirkungen der Brückensperrung sind für den Wirtschaftsstandort und die Menschen vor Ort enorm“, fasst der NRW.BANK-Vorstandsvorsitzende Eckhard Forst die Problematik um die Vollsperrung der A45 zusammen. Daher will das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands nun keine Kosten und Mühen scheuen und die Betriebe finanziell unterstützen.

Durch Zuschusskredite sowie durch Strukturhilfen wolle man Härten abmildern und „Unternehmen in der Region eine Perspektive“ geben, erklärt NRW-Wirtschaftsminister Dr. Andreas Pinkwart in einer Pressemitteilung. Den sogenannten „NRW.BANK Universalkredit A45“ können Unternehmen ab dem 11. März beantragen. Bis zu 100.000 Euro Tilgungsnachlass soll es dann für den Kredit geben.

Vollsperrung der A45 sorgt für finanzielle Schäden von NRW-Unternehmen

Diese Option „mildert unmittelbare Härten ab“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Durch diese Liquidität sollen „finanzielle Engpässe“ vermieden werden und es soll den Betrieben weiterhin möglich sein, ihr Geld zu investieren. Bei den geschäftlichen Ausgaben soll auch die zweite Lösung helfen, damit Unternehmen nicht unter der Vollsperrung der A45-Brücke leiden müssen.

Denn zu dem Kredit soll es auch „Zuschüsse aus dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm NRW (RWP)“
geben. Dieses zusätzliche Geld sei auch für die Wettbewerbsfähigkeit äußerst wichtig. Deshalb macht das Bundesland NRW 50 Millionen Euro Investitionszuschüsse für die Strukturförderung locker (weitere News zu Verkehrsthemen in NRW bei RUHR24).

Nach Vollsperrung auf A45: NRW unterstützt Unternehmen – unter bestimmten Bedingungen

Für den sogenannten Universalkredit stelle man zunächst zehn Millionen Euro bereit. Dadurch sei es möglich, ein Kreditvolumen in Höhe von 100 Millionen Euro zu mobilisieren. Eine Menge Geld also für die Gebeutelten der A45-Vollsperrung in NRW. Doch wer das Geld benötigt, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um einen entsprechenden Kredit oder eine Förderung zu erhalten.

Einerseits spielt der Ort des Unternehmens eine Rolle. Denn beantragen können die finanziellen Hilfen nur in bestimmten Kreisen oder kreisfreien Städten. Das sind folgende:

  • Dortmund
    Ennepe-Ruhr-Kreis
    Hagen
    Hamm
    Hochsauerlandkreis
    Kreis Olpe
    Kreis Siegen-Wittgenstein
    Kreis Soest
    Kreis Unna
    Märkischer Kreis

Zudem entscheiden dann die Kammern in dem jeweiligen Ort bei jedem Fall individuell, inwieweit das entsprechende Unternehmen von den Folgen der Autobahnsperrung auf der A45 betroffen ist.

Vollsperrung von A45 in NRW: Lange finanzielle Schäden bei Unternehmen möglich

Aber auch die Art der Firma spielt eine Rolle. So ist in der Pressemitteilung von „kleinen und mittleren Unternehmen, Handwerksbetrieben sowie Freiberuflern“ die Rede. Wer die Anforderungen erfüllt, der darf sich bei dem Darlehen durch den Universalkredit auch über vergünstigte Zinsen freuen.

Das ist nicht unerheblich. Denn „die Unternehmen unserer Region werden noch lange unter dem Ausfall der Brücke leiden. Sie brauchen einen langen Atem und sind auf einen Nachteilsausgleich angewiesen“, bestätigt Ralf Stoffels als Präsident der SIHK zu Hagen und von IHK NRW, die ebenfalls das Projekt unterstützen.

Rubriklistenbild: © Markus Klümper/DPA

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