Sauerlandlinie

A45 droht jahrelange Sperrung: Brücke in Lüdenscheid in üblem Zustand

Die plötzliche A45-Vollsperrung bei Lüdenscheid trifft den Verkehr in NRW ins Mark. Wie geht es jetzt weiter? Der Neubau einer beschädigten Brücke ist nicht ausgeschlossen.

Update, Montag (6. Dezember), 19.44 Uhr: Lüdenscheid – Noch immer laufen die Analysen der Experten an der voll gesperrten und offenbar maroden A45-Brücke in Lüdenscheid. Die Autobahn ist dort seit Donnerstag (2. Dezember) komplett für den Verkehr gesperrt. Das Prüfverfahren ist laut Autobahn Westfalen aufwendig. Im Laufe dieser Woche wird mit ersten Ergebnissen gerechnet. Ein Neubau der Brücke Rahmede scheint alles andere als ausgeschlossen.

Derweil scheinen die eingerichteten Umleitungen zu greifen. Der Nord-Süd-Verkehr wird sehr weiträumig umgeleitet. Und zwar:

  • Westlich der A45: A3 via Köln
  • Östlich der A45: A44 und A7 via Kassel

Wer die weiten Umleitungen nicht nutzen möchte, für den gibt es Bedarfsumleitungen durch Lüdenscheid über die U16 und die U39.

A45: Vollsperrung könnte Jahre dauern – Brücke in Lüdenscheid marode

Update, Freitag (3. Dezember), 13.04 Uhr: Lüdenscheid – Die Schäden an der Talbrücke Rahmede auf der A45 in Lüdenscheid sind offenbar gravierend. Das Bauwerk befinde sich in einem „labilen Zustand“, hieß es am Freitagmittag in einer Pressekonferenz von der Autobahn Westfalen. Diese hatte die A45 zuvor zwischen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord in beiden Richtungen voll gesperrt.

AutobahnA45
Vollsperrung in Lüdenscheid
Umleitung überU16

A45: Vollsperrung könnte noch lange dauern – Brückenneubau nicht ausgeschlossen

Bei Routine-Kontrollen am Donnerstag sei eine Verformung eines tragenden Elements festgestellt worden. Grund dafür sei unter anderem auch die intensive Nutzung der A45 auf diesem Abschnitt. Die Autobahn sei bei ihrem Bau für deutlich weniger Verkehr geplant worden. Bei ihrer letzten Überprüfung in 2017 hatte die Brücke noch die Note „befriedigend“ erhalten.

Die Entscheidung zur Vollsperrung der A45 in Lüdenscheid sei laut Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Autobahn-Niederlassung Westfalen, „unumgänglich“. Man wisse, welche Belastung die Sperrung für die Menschen in der Region bedeute. Sauerwein-Braksiek bezeichnete die Vollsperrung der A45 deswegen als „Supergau“ für die Anliegerstädte.

A45: Vollsperrung in Lüdenscheid soll durch weiträumige Umleitung entschärft werden

Man versuche deshalb, den Verkehr noch weiträumiger umzuleiten, als bislang. Zur Debatte steht etwa die Umleitung des Verkehrs über die A44 und die A7. Mit Sorge schaut die Autobahnniederlassung Westfalen nun auf eine mögliche Überlastung der umliegenden Autobahnen, die es zu verhindern gelte. Problematisch könnte eine Umleitung über die A4 in Richtung Köln sein, wenn der Verkehr dann auf die ohnehin überlasteten Autobahnen 1 und 3 wechsle.

Frühestens Mitte nächster Woche würden Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen vorliegen. Danach werde ein Expertenteam entscheiden, wie mit der A45 verfahren werde. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit werde die A45 in Lüdenscheid vorerst nicht freigegeben, so Michael Neumann, Projektleiter bei der Autobahn Westfalen. Sie müsse ziemlich sicher zumindest verstärkt werden. Auch ein vorzeitiger Neubau der Brücke (der sowieso geplant war) ist noch nicht ausgeschlossen. In diesem Fall droht der A45 eine jahrelange Sperrung.

Nach der Sperrung der A45-Brücke gibt es lange Staus.

A45: Vollsperrung in NRW trifft Sauerland und Ruhrgebiet – Schäden an einer Brücke sorgen für Stau

Erstmeldung, Freitag (3. Dezember), 10.30 Uhr: Die Hauptverkehrsachse durch das Sauerland und eine wichtige Verbindung aus dem Ruhrgebiet* in Richtung Süden ist dicht: Seit Donnerstag (2. Dezember) ist die A45 zwischen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord in beiden Richtungen voll gesperrt, weiß RUHR24*. Der Grund: Schäden an der Talbrücke Rahmede.

Das Problem sei laut Autobahn GmbH erst am Donnerstag (2. Dezember) festgestellt worden. Auf Details ging die Gesellschaft des Bunds zunächst nicht ein. Zunächst so viel: Eine sofortige Sperrung der A45 sei aufgrund der Schäden sofort nötig gewesen, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen am Donnerstag in einer Mitteilung (alle News aus NRW* bei RUHR24).

Zur Stunde untersuchen Experten, wie schwerwiegend die Mängel an der A45-Talbrücke Rahmede sind. Der Verkehr wird über die Bedarfsumleitung U16 umgeleitet. Zusätzlich leitet das Verkehrsleitsystem der A45 den Verkehr großräumig um. Am Freitag (3. Dezember) soll es um 13 Uhr eine Pressekonferenz geben, bei der die Autobahn GmbH weitere Details zur A45-Vollsperrung kommunizieren will.

A45: Umleitung soll Vollsperrung auffangen – NRW-Ministerium schaltet sich ein

Indes schaltet sich das Verkehrsministerium NRW* in die Angelegenheit ein. Es fordert ein „Umleitungskonzept“. Die Region sei mit den Sperrungen im Straßennetz nach der Unwetterkatastrophe bereits stark belastet. Kommunen und Kammern müssten an einem runden Tisch über die Abstimmung weiterer Maßnahmen eng eingebunden werden.

Die Vollsperrung der A45 ist für NRW keine Lappalie, da die Autobahn laut Verkehrsministerium „eine der wichtigsten Fernstraßen in unserem Land mit hohem Schwerverkehrsanteil“ sei.

Lange Staus nach Vollsperrung der A45 in Lüdenscheid (NRW)

Was die Folgen der Vollsperrung sind, zeigte sich bereits am Freitagmorgen: Laut WDR-Staumelder staute sich der Verkehr in Richtung Hagen gegen 7.30 Uhr bereits auf einer Länge von rund zehn Kilometern. In Richtung Gießen gab es zur selben Zeit bereits sechs Kilometer Stau. Wir berichten weiter. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Autobahn GmbH; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema