Erste Vorkehrungen

A45 in NRW: „Elefantentrick“ soll Brücken-Sprengung leichter ermöglichen

Die A45-Brücke Rahmede ist das Sorgenkind in NRW. Inzwischen ist klar: Noch 2022 soll die Sprengung stattfinden. Es laufen bereits erste Vorbereitungen.

Lüdenscheid/NRW – Seit Anfang Dezember 2021 ist die A45-Talbrücke bei Lüdenscheid in NRW voll gesperrt. Immerhin ist inzwischen klar, dass sie gesprengt werden kann – und das sogar noch 2022. Die ersten Vorbereitungen laufen auch schon. Dafür hat sich die Autobahn GmbH eines Tricks bedient, der so schwer ist wie 150 Elefanten.

AutobahnA45 (Sauerlandlinie)
VerbindungVon Dortmund über das Sauerland nach Bayern und Hessen
Vollsperrung seit2. Dezember 2021
ProblemMarode Brücken

A45-Brücke in NRW kann gesprengt werden – Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Das Drama um die A45 und ihre maroden Brücken hat inzwischen mehr als nur fünf Akte. Immer wieder tauchen neue marode Brücken – inzwischen sind es um die 60 – auf und es ergeben sich bei der Frage, ob gesprengt oder abgerissen werden soll, neue Herausforderungen und Probleme.

Immerhin ist inzwischen klar: Das größte Sorgenkind der A45 – die Talbrücke Rahmede – kann gesprengt werden. Ein Abriss wäre deutlich komplizierter und zeitaufwändiger gewesen. „Heute kam die Nachricht, dass die technischen Voraussetzungen für eine Sprengung der Talbrücke Rahmede vorliegen. Diese Chance zur Beschleunigung greifen wir für die Region auf“, sagte dazu Bundesverkehrsminister Volker Wissing am Montag (7. Februar).

A45: Sprengung der Brücke Rahmede wird mit „Gewichts-Trick“ vorbereitet

Der FDP-Politiker will dabei auch ordentlich aufs Gas drücken und die marode Talbrücke in NRW noch 2022 sprengen. „Ich möchte, dass die Brücke noch in diesem Jahr gesprengt wird. Das ist zwar ambitioniert, aber leistbar“, so Wissing. Wie die Westfalen-Niederlassung der Autobahn GmbH nun mitteilte, laufen jetzt auch schon die ersten Vorbereitungen.

Eine erste Maßnahme, die man jetzt umgesetzt habe, sei das „Leichtern“ der Brücke. „Leichtern“ ist eigentlich etwas, was vor allem in der Schifffahrt zum Einsatz kommt, um Schiffe leichter zu machen und so den Tiefgang zu verringern. Dafür wird oftmals ein Teil der Schiffsladung entnommen.

A45-Brücke jetzt um „150 Elefanten“ leichter – Sprengung in NRW wird vorbereitet

Im Falle der A45-Brücke hat das „Leichtern“ ähnlich funktioniert. Wie die Autobahn GmbH mitteilt, wurden Beton-Gleitwände von der Talbrücke gezogen. Dadurch hat sie ebenfalls einiges an Gewicht verloren – genau genommen so viel wie das Gewicht von 150 Elefanten.

Geht man von einem ausgewachsenen Elefanten aus, der durchaus zwischen 3.000 und 6.000 Kilo auf die Waage bringen kann, ist die NRW-Brücke bei Rahmede nun um rund 900.000 Kilo, also 900 Tonnen leichter. Eine Maßnahme, die für die 2022 geplante Sprengung unabdingbar war (mehr Verkehrs-News aus NRW bei RUHR24).

A45: Arbeiten an der maroden Talbrücke bei Lüdenscheid werden zur Belastungsprobe

Das „Leichtern“ sei jedoch nicht die einzige Vorbereitung, die man für die Sprengung der A45-Brücke getroffen habe. Laut der Autobahn GmbH haben weitere Arbeiten begonnen oder wurden schon umgesetzt.

So habe man bereits erste Ausgleichsmaßnahmen im Umweltbereich in die Wege geleitet, Flächen unter der Brücke seien freigeschlagen und die Bäume bereits abtransportiert worden. Auch erste Gutachten des Baugrunds unter der Brücke wurden in Auftrag gegeben. Vonseiten der Autobahn GmbH scheint also klar zu sein: An der A45 bei Lüdenscheid tut sich etwas.

Die A45-Brücke Rahmede ist das Sorgenkind in NRW. Jetzt laufen die Vorbereitungen für die Sprengung.

Die Bürgerinnen und Bürger im Sauerland scheinen davon jedoch noch nicht viel mitzubekommen. Der Lüdenscheider Bürgermeister Sebastian Wagemeyer beklagte gegenüber der Deutschen Presseagentur (DPA), dass es bislang kaum Verbesserungen gegeben habe.

A45-Brücke ist marode: Vorbereitung der Sprengung und Bauarbeiten belasten die Anwohner

Die Belastung der Anwohner an den Umleitungsstrecken – Lärm, Abgase, Stau, Umwege – sei weiterhin extrem groß. „Die Verringerung des Verkehrs, insbesondere des Schwerlastverkehrs in der Stadt und auf der Hauptumleitungsstrecke, zählt nach wie vor zu den größten Herausforderungen in diesem insgesamt extrem komplexen Konstrukt“, sagte Wagemeyer, der von Minister Wissing als Bürgerbeauftragter für das mehrere Jahre dauernde Großprojekt eingesetzt wurde.

Auch die Auswirkungen auf die Wirtschaft im Sauerland seien deutlich spürbar, so der Bürgermeister. Wirtschaftshilfen des Landes NRW seien zwar teilweise angekommen, aber „in der Perspektive nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Die Hilfen seien auch nicht „ganz passgenau“, beklagt der Politiker.

Aber auch Wagemeyer hält eine Sprengung der A45-Talbrücke noch 2022 für realistisch. Ob das wirklich eintreffen und ob dann eine spürbare Entlastung der Bürgerinnen und Bürger im Sauerland kommen wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey via www.imago-images.de

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