Desaster bei Lüdenscheid

A45-Desaster: Jetzt rückt Hendrik Wüst als Mitschuldiger in den Fokus

Nach dem Desaster um die kaputte A45-Brücke bei Lüdenscheid gerät NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in die Kritik. Die Planungen gehen derweil voran.

Lüdenscheid/Düsseldorf – Geht man mit seinen Sachen nicht pfleglich um, sind sie irgendwann kaputt. Das gilt offenbar auch für die Brücken in NRW. Denn die Sanierung und der Neubau der jetzt nicht mehr zu rettenden Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid wurden jahrelang herausgezögert.

Autobahn:A45
Stadt:Lüdenscheid
Politiker:Hendrik Wüst (CDU)

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gerät wegen A45-Brücke in Bedrängnis

Nach Recherchen von T-Online soll der amtierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen daran womöglich nicht unbeteiligt gewesen sein. Zumindest sei die Entscheidung, den längst geplanten Neubau kurzfristig zu verschieben, in seine Amtszeit als NRW-Verkehrsminister gefallen.

Dieses Amt hatte Wüst zwischen 2017 und 2021 inne. Im Jahr 2018 sei der geplante Neubau verschoben worden, allerdings auf der Fachebene, also einige Stufen unter dem Minister, heißt es dazu von der Autobahn GmbH. Ob Wüst davon wusste, ist unklar.

Das Ausmaß der Schäden sei zudem nicht bekannt gewesen, sagt die Autobahn GmbH laut dem Bericht. Es soll zudem Personalengpässe gegeben haben, andere Brücken seien außerdem priorisiert worden.

  • 1968: Eröffnung der A45-Brücke Rahmede
  • 2012: Pläne für Sanierung der Rahmedetalbrücke
  • 2015: Neubau der A45-Brücke geplant
  • 2018: Neubau verschoben
  • Ende 2021: Brücke muss wegen massiver Schäden gesperrt werden
  • Anfang 2023: Sprengung der A45-Brücke geplant
  • Anschließend: Neubau der Rahmedetalbrücke

SPD fordert Aufklärung nach Desaster um marode A45-Brücke bei Lüdenscheid

Der SPD im Landtag genügt das nicht, sie fordert Aufklärung. Als ehemaliger Verkehrsminister trage Wüst offenbar eine noch größere Verantwortung für dieses Verkehrsdesaster als bislang angenommen, warf ihm der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gordan Dudas, am Montag (24. Oktober) laut DPA vor.

Nach Angaben der Presse-Agentur teile Hendrik Wüst die Einschätzung, dass sich die Entscheidungen nachträglich als falsch herausgestellt hätten. Für die Menschen und die Wirtschaft in Lüdenscheid ist die jahrelange Sperrung der Brücke ein Desaster.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gerät wegen der kaputten A45-Brücke unter Druck.

Planungen für Sprengung und Neubau der A45-Talbrücke Rahmede laufen

Die Planungen zum Neubau der A45-Brücke bei Lüdenscheid gehen derweil voran. Nachdem die Sprengung der Rahmedetalbrücke bereits an ein Unternehmen vergeben wurde, können Firmen seit Donnerstag (20. Oktober) ihre Pläne für den Neubau einreichen.

Dabei sei die Zeit der wichtigste Faktor, schreibt die zuständige Autobahn GmbH dazu am Montag (24. Oktober). „Je eher der Verkehr wieder über die Autobahn laufen kann, umso besser“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen. Weitere Maßgaben sind Wirtschaftlichkeit, Qualität und dass die Anwohner so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Rubriklistenbild: © Dieter Menne/dpa/Archiv

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