Günstig Bus und Bahn fahren

NRW: Volle Züge wegen 9-Euro-Ticket sorgen für erste Änderungen

Das 9-Euro-Ticket hat auch seine Schattenseiten: volle Züge und Verspätungen. Die Verkehrsunternehmen in NRW reagieren jetzt.

NRW – Lange ist es herbeigesehnt worden, groß war die Vorfreude auf günstiges Bus und Bahn fahren: das 9-Euro-Ticket. Seit dem 1. Juni kann es bundesweit genutzt werden, Mitte Mai begann der Vorverkauf. Seit etwas mehr als einer Woche ist klar: Viele Strecken sind äußerst nachgefragt und die Züge dementsprechend gut gefüllt. Nun ziehen Verkehrsverbünde und die Deutsche Bahn erste Konsequenzen.

Thema9-Euro-Ticket
BundeslandNRW
Aktionszeitraum1. Juni bis 31. August

9-Euro-Ticket in NRW: Zu Pfingsten platzen die Züge aus allen Nähten

Besonders die Pfingstfeiertage galten als erste Belastungsprobe für die Verkehrsverbunde in NRW und die Deutsche Bahn. Im Vorfeld hatte der ADAC vor überfüllten Straßen und vollen Zügen gewarnt. Viele Menschen hatten das lange Wochenende für einen Ausflug genutzt.

Die Deutsche Bahn bestätigt, dass Samstag (4. Juni) und Sonntag (5. Juni) viele Menschen mit dem Zug unterwegs waren. Und auch am Montag (6. Juni) waren die Bahnen wieder voll. Insbesondere zu den touristischen Zielen wurden die Regionalzüge wie erwartet sehr stark genutzt. „In den Hauptreisezeiten war die Nachfrage auf den Hauptstrecken so stark, dass Züge nicht abfahren konnten“, sagte Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn gegenüber der DPA am Montag.

Mit vollen Zügen und Bussen hatten auch die Verkehrsverbünde in NRW vor Pfingsten gerechnet. Vor allem Ziele wie das Sauerland, Rheintal, Münsterland oder die Eifel, aber auch Großstädte mit attraktiven Freizeitangeboten wie Köln, Düsseldorf oder Münster würden vermehrt angesteuert werden.

Das 9-Euro-Ticket soll ab heute dabei helfen, die Menschen in Deutschland dauerhaft zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen.

9-Euro-Ticket: Züge in NRW bekommen zusätzliches Sitzplatzangebot

Damit die Beförderung der Fahrgäste an Feiertagen – wie an Fronleichnam (16. Juni) – und insbesondere am Wochenende reibungsloser klappt, soll zusätzliches Service- und Sicherheitspersonal an den Bahnhöfen in NRW eingesetzt werden.

Auch Züge mit zusätzlichen Sitzplatzkapazitäten sollen künftig fahren. Hier eine Übersicht:

  • RE 1 (RRX): Hamm – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln
  • RE 6 (RRX): Hamm – Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln
  • RE 13: Düsseldorf – Mönchengladbach – Viersen – Venlo
  • RE 19: Düsseldorf – Wesel
  • RE 42: Essen – Münster
  • RE 52: Dortmund / Hagen – Sauerland (ab 15. Juli)
  • RB 21: Heimbach – Düren – Jülich – Linnich
  • RB 38: Bedburg – Bergheim – Horrem – Köln (ab 11. Juni)
  • RB 48: Wuppertal – Solingen – Köln – Bonn

Sommerferien und 9-Euro-Ticket? Fahrgastverband warnt vor Reisekollaps

Der Fahrgastverband Pro Bahn warnt dennoch vor den Sommermonaten – insbesondere vor den nahenden Sommerferien. Ein Tipp des Verbands: Wenn möglich nicht am Wochenende fahren, sondern auf Tage in der Wochenmitte auszuweichen und das Ausflugsziel zu überdenken.

„Muss es unbedingt Sylt sein, Warnemünde oder der Tegernsee – oder gibt es nicht auch andere schöne Gegenden, wo die Nachfrage geringer ist?“, so Naumann.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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