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Bus und Bahn für einen Euro pro Tag? Wenn es nach der SPD geht, soll es in Deutschland zukünftig ein 365-Euro-Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr geben. Was steckt dahinter?

  • SPD will ein 365-Euro-Jahres-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr einführen.
  • Menschen sollen für einen Euro am Tag Bus und Bahn nutzen können.
  • Die Realisierung würde Milliarden kosten.

SPD will 365-Euro-Jahresticket einführen – das sind die Reaktionen

Der Vorschlag eines sogenannten 365-Euro-Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr kursierte in der vergangenen Woche herum. Der Vorschlag, dass Menschen einen Euro pro Tag für Bus, U-Bahn und Bahn zahlen sollen, ist ein Teil des Klimaschutzkonzepts der Bundestagsfraktion der SPD.

365 Euro und dann ohne Grenzen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein? Eine gute Idee oder nicht realisierbar?

Die Bundesregierung soll laut tagesschau.de am 20. September zusammenkommen. Es geht darum, wie die Klimaziele 2030 erreicht werden können.

Die SPD will mit dem 365-Euro-Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr in die Gespräche gehen. Seit 2012 gibt es das Konzept in Wien.

Gegenüber der WAZ äußerte sich Anke Rehlinger von der saarländischen SPD über den Vorschlag. Um Preise senken zu können, müsse man viel in den öffentlichen Nahverkehr investieren. Das würden die Bundesländer nicht alleine schaffen. Es dürfte sich um Investitionen in Milliardenhöhe handeln.

Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen äußerte sich gegenüber der WAZ, dass eine dauerhafte Gegenfinanzierung notwendig sei, um den SPD-Vorschlag zu realisieren.

Bonn testet das 365-Jahres-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr

Das 365-Euro-Jahresticket würde derzeit in Bonn getestet werden. Aktuell würden die Bonner nicht häufiger mit Bus oder Bahn fahren.

Die Grünen hatten im Zusammenhang mit der Diskussionen um den öffentlichen Nahverkehr die Subventionen für Regionalflughäfen wie Dortmund oder Paderborn kritisiert.

Der Airport Dortmund, der im Sommer 2020 neue Ziele in Italien anvisiert, würde seit Jahren Verluste einfahren und muss subventioniert werden. Mit dem Geld, so die Grünen, hätte man in der Stadt Dortmund fünf Jahre lang kostenlosen öffentlichen Nahverkehr anbieten können.

Grünen fordern für den 20. September den symbolischen Euro für den öffentlichen Nahverkehr

Passend zum SPD-Vorschlag mit einer permanenten Einführung des 365-Euro-Jahresticket, schlagen die Grünen in Dortmund vor, am 20. September den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt für den symbolischen Beitrag von einem Euro anzubieten.

Am 20. September findet nicht nur die Zusammenkunft im Bundestag statt. Es gibt auch weltweite Klimaproteste der Klimaaktivisten von „Fridays for Future“.