Arbeitsplatzverlust

Nach 169 Jahren: Traditionsunternehmen aus dem Ruhrgebiet schließt

Ein Traditionsunternehmen aus dem Ruhrgebiet muss in 2023 schließen. Der Konzern hinter der Firma will künftig im Ausland produzieren.

Gelsenkirchen – Das Unternehmen „Bridon“ mit Produktionsstandort in Gelsenkirchen-Schalke schließt in 2023 seine Pforten. Das gab der belgische Mutterkonzern „Bekaert“ nun über eine Mitteilung auf seiner Homepage bekannt.

UnternehmenBridon
StandortGelsenkirchen
MutterkonzernBekaert

„Bridon“ macht in Gelsenkirchen dicht – Mutterkonzern verlagert Produktion nach Großbritannien

„Bridon“ produziert in Gelsenkirchen Seile aus Stahl, etwa für Seilbahnen oder den Bergbau. Statt in Gelsenkirchen will „Bekaert“ seine Seile künftig verstärkt in Großbritannien produzieren lassen – in Doncaster und Newcastle.

Damit endet in Gelsenkirchen eine lange Seilproduktionstradition. Seit 1853 produziert das Unternehmen Stahlseile, damals als „Thyssen Draht AG“.

„Bridon“ erwirtschaftet in Gelsenkirchen nicht mehr genug Einnahmen – und macht dicht

Als Grund für die Schließung von „Bridon“ in Gelsenkirchen gibt „Bekaert“ an, der Standort biete nicht mehr die Möglichkeit, „eine finanziell nachhaltige Leistung zu erbringen“. Mit anderen Worten: Das Unternehmen macht mit der Produktion in Gelsenkirchen offenbar nicht mehr genug Umsatz.

„Bridon“ produziert in Gelsenkirchen Stahlseile – etwa solche, die auch an der neuen A1-Brücke in Leverkusen zum Einsatz hätten kommen können. Doch dieser Auftrag brach dem Unternehmen zuletzt weg.

Gegenüber der WAZ sagte IGM-Gewerkschaftssekretär Ralf Goller, dem Unternehmen sei einerseits das Geschäft mit Russland weggebrochen. Andererseits sei zu lange nicht in den veralteten Standort im Herzen des Ruhrgebiets investiert worden, weshalb er rote Zahlen schreibe.

Insgesamt 77 Mitarbeiter von „Bridon“ von Schließung in Gelsenkirchen betroffen

Von der Schließung des defizitären Werks seien 77 Mitarbeiter betroffen, heißt es vom belgischen Mutterkonzern. „Bekaert“ wolle laut Mitteilung „sorgfältig die Möglichkeiten prüfen, die sozialen Auswirkungen für die betroffenen Mitarbeiter abzumildern“ (hier weitere NRW-News bei RUHR24 lesen).

Laut WAZ-Bericht soll kein „Bridon“-Mitarbeiter vor dem 1. Juli 2023 gekündigt werden.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey/Imago

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