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Zigarette aufgeraucht und schnips – schon landet die Kippe auf dem Boden. Was in NRW ärgerlicherweise täglich tausendfach passiert, könnte künftig ziemlich teuer werden. Das zeigen die Strafen im neuen Bußgeldkatalog des Umweltministeriums in Sachen Müll.

  • Bis zu 100 Euro Strafe für die rechtswidrige Entsorgung einzelner kleinerer (Hausmüll-)Gegenstände möglich.
  • 50.000 Euro Strafe drohen für krasse illegale Müllablagerung.
  • Bußgeldkatalog ist nicht bindend.

Warum Zigarettenschnipsel immer wieder nicht im Müll landen, wie anderer Müll auch, sondern auf dem Boden, dürfte nicht nur NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) ein Rätsel sein. Zum Tag der Umwelt am Dienstag mahnte sie: „Der öffentliche Raum ist kein Mülleimer“.

Um das zu unterstreichen, hat das Umweltministerium in NRW jetzt einen neuen Bußgeldkatalog veröffentlicht. Der ist offenbar bitter nötig, angesichts der vielen Einwegverpackungen, die immer öfter in der Umwelt landen.

Mindestens 16.000 Tonnen Müll jedes Jahr auf den Straßen

Davon kann zum Beispiel der Landesbetrieb Straßen.NRW ein Liedchen singen: 16.000 Tonnen Müll sammeln dessen Mitarbeiter jedes Jahr von den Straßen.

Auch wenn das Thema Umwelt aktuell – zum Beispiel bei den Friday-for-Future-Demos – in aller Munde ist, appelliert die Ministerin an die zuständigen Behörden, die rechtswidrige Entsorgung von Abfällen stärker zu verfolgen.

Gleichzeitig verweist Heinen-Esser auf die Neuauflage des Bußgeldkatalogs Umwelt für den Bereich Abfall. Die Bußgeldbehörden der Städte können sich danach richten, müssen es aber nicht. Denn: Der Katalog ist nicht bindend sondern dient nur als Orientierung.

100 Euro Strafe für Zigarettenstummel

Und so können Kommunen selbst entscheiden, ob sie künftig 100 Euro für eine achtlos weggeschnippte Zigarettenkippe oder einen in der Natur entsorgten Coffee-To-Go-Becher verlangen. Das jedenfalls ist der Vorschlag des Umweltministeriums im neuen Bußgeldkatalog.

Die bisherige Empfehlung für die Ahndung solcher und ähnlicher Ordnungswidrigkeiten lag bisher bei zehn bis 25 Euro.

Aktuelle Top-Themen:

Bei krassen Verstößen fordert der neue Bußgeldkatalog sogar Strafen bis zu 50.000 Euro. Diese könnten greifen, wenn Bürger Stoffe wie Altöl, Farben oder Bauschutt illegal abladen.

Städte wie Dortmund treten wilder Entsorgung von Müll aktuell mit verschiedenen Maßnahmen entgegen. Neben Geldstrafen setzt die Kommune auf Mülldetektive und Präventionskampagnen.